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ARV Frieder Francke (r.) und GF Ben Hartmann (l.) verabschiedeten insgesamt 16 Mitgliedsbetriebe aus der Genossenschaft. (Foto: Peter Salden)
BÄKO aktuell

Trotz Corona stabiler Jahresumsatz

Generalversammlung in St.- Egidien: Die BÄKO Mitteldeutschland konnte im Corona-Jahr 2020 zum zweiten Mal in Folge die von 120-Mio.-Euro-Marke knacken und musste einen Rückgang beim Jahresumsatz von lediglich 0,7% verzeichnen.

Offensichtlich ist es ähnlich wie in den Wendezeiten vor 30 Jahren gelungen, dass Vorstand und Aufsichtsrat flexibel auf die Corona-Pandemie reagiert und schnell praktikable Lösungen gefunden haben, um die Auswirkungen der Krise zu mildern und im weiteren Jahresverlauf nahezu vollständig auszugleichen, stellte DGR-Prüfer Thorsten Schraer am 16. Juni in seinem Prüfbericht an die Generalversammlung der Genossenschaft fest. Insgesamt seien die erlittenen Umsatzeinbußen in der BÄKO-Gruppe geringer ausgefallen als ursprünglich befürchtet, wobei besonders auffalle, dass „gerade die Genossenschaften in den neuen Bundesländern nahezu ohne Schleifspuren durch die Krise“ gekommen seien. „Ich konnte anfangs die übermittelten Zahlen gar nicht glauben, und wer nur das blanke Zahlenwerk vor sich hat, könnte meinen, für die BÄKO Mitteldeutschland ist 2020 ein ganz normales Geschäftsjahr gewesen.“
„Wechselbad der Gefühle“
Dass dies keineswegs so war, hatte zuvor GF Ben Hartmann erläutert: „Das Jahr 2020 war ein Wechselbad der Gefühle mit Kontaktbeschränkungen, Schließung der Bäckergastronomie, Kurzarbeit und Home Office. Nach dem Umsatzplus von 8% im I. Quartal in unserer BÄKO kam der Einbruch im April (–21%) und Mai (–13%), Veranstaltungen wie die Hausmesse wurden abgesagt und vielfältige Corona-Schutzmaßnahmen umgesetzt, um das systemrelevante Bäckerhandwerk sicher und stets zuverlässig mit Rohstoffen zu beliefern.“ Jedoch, unterstrich Ben Hartmann, hätten Hersteller und Verbraucher gerade in dieser Krise erkannt, wie wichtig die Rolle des Bäckerhandwerks mit seiner sensiblen Infrastruktur in der Gesellschaft ist. „Diese Chance, das Lebensmittel Brot wieder mehr wert zu schätzen, sollten wir auch in der Zukunft verstärkt nutzen.“ Die Erholungsphase, die ab Juni 2020 einsetzte und bis zum Jahresende anhielt, bescherte letztlich den bereits genannten Jahresumsatz.
Doch neben den Anti-Krisen-Maßnahmen wurden parallel alle anderen Vorhaben umgesetzt: Der Anbau des Tiefkühllagers für 6,3 Mio. Euro mit 3300 Palettenstellplätzen verlief planmäßig. Auf dessen Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die im Juli 2020 in Betrieb ging und bis zum Jahresendende 135 Tonnen CO2 eingespart und 224 Tsd. Kilowattstunden eigenerzeugten Strom zur Verfügung gestellt hat. Jetzt überlegen Vorstand und Aufsichtsrat, ein 22 Tsd. qm großes Nachbargrundstück für eine ergänzende Photovoltaikanlage zu erwerben, um so langfristig die Energiekosten zu senken. Die vormalige TK-Halle wurde zum Kühlhaus und das bisherige Kühlhaus zum neuen Maschinen- und Gerätelager umgebaut. Zudem wurde im Wareneingang eine Zwischendecke aus Stahl eingezogen, die die Lagerkapazität weiter vergrößert. Diese Investitionen werden die BÄKO Mitteldeutschland, so Ben Hartmann, weit in die Zukunft tragen.
Keine Ausschüttungskrise
Die Mitglieder stimmten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, auf die Geschäftsanteile aus dem Bilanzgewinn von 251,7 Tsd. Euro eine Dividende in Höhe von 2% auszuzahlen. Mehr noch: Beide Gremien haben zudem beschlossen, den Mitgliedern eine Warenrückvergütung von 1,3% – insgesamt immerhin 999,5 Tsd. Euro – auszuzahlen. Somit betragen die Ausschüttungen an die Eigentümer der BÄKO Mitteldeutschland für das Corona- Jahr 2020 mehr als 1.170 Tsd. Euro – zumindest in dieser Hinsicht konnte von „Krise“ kaum die Rede sein.
Abschließend wurden Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2020 entlastet. Danach wurden BM Frieder Francke (Torgau) und BM Martin Hübner (Annaberg-Buchholz) erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Bei dessen konstituierender Sitzung bestimmten dessen Mitglieder Francke erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden.
Kennzahlen
Umsatz: 120 Mio. Euro (–0,7%)
Bilanzgewinn: 251,7 Tsd. Euro
Dividende: 2% (170,5 Tsd. Euro)
Eigenkapitalquote: 71,9%
Mitglieder: 485 (–15)

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