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BÄKO aktuell

Frische Impulse in Weimar

„Generation Y" und „Generation Z" im Fokus – wie geht man am besten mit dem Nachwuchs um, wie kann man sich von einer Rockband etwas fürs eigene Erfolgskonzept abschauen und warum ist es so wichtig, Dinge immer wieder anders zu machen? Fragen, auf die der 27. BÄKO Workshop eine Antwort hatte.

Es war eine junge, dynamische Veranstaltung – der 27. BÄKO Workshop in Weimar. Nicht zuletzt durch die bunte Mischung an spannenden Referaten, packenden Themen und Ausblicken in die Zukunft. Den schwungvollen Start machten gleich zwei Referenten in den Auftaktstunden am Sonntagabend: Stale Ökland und Dr. Volker Busch.
Haben Rockbands und Unternehmen etwas gemeinsam? Unbedingt – findet Stale Ökland. Der Norweger, der mehrere aufstrebende Rockbands im Rahmen einer groß angelegten Feldstudie monatelang begleitet hat, zeigte auf, was Rockbands richtig machen und wieso ihre Strukturen, ihre Denke und vor allem ihre Motivation als absolutes Vorbild für einen innovativen Betrieb gelten können. Es habe einen Grund, warum sich Rockmusiker quasi nie krank meldeten und warum sie das viele, harte und oft unbequeme Arbeiten und das Reisen im Tourbus ohne Murren ertrugen – wem es gelänge, sich ein wenig ihres Spirits für die eigenen Mitarbeiter abzuschauen, könne darum viel gewinnen.
Ebenso unterhaltsam und anregend war der Vortrag von Dr. Busch, der sich mit menschlichen Entscheidungen, Kopf- und Bauchgefühl auseinandersetzte. Er zeigte auf, dass es das „Bauchgefühl" seit einigen Jahren als belegte medizinische Größe wirklich gebe – und dass es uns durchaus sehr nützen könne. „Hören Sie deswegen häufiger mal darauf!" riet er den Zuhörern; gleichzeitig rief er dazu auf, häufiger einmal Dinge anders zu machen. Denn nur dann werde verhindert, dass sich im Hirn neuronale „Trampelpfade" bildeten – die es wiederum am Ende erschwerten, sich neuen Dingen zu öffnen. „Vielleicht legen Sie auch ein paar Mal im Jahr so genannte Revolutionstage ein, an denen Sie einfach mal alles anders machen, was Sie nur anders machen können?", riet Busch – nur so bleibe man agil und fit im Kopf. 
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der junge Generation und der Nachwuchsproblematik. Den Einstieg machte Prof. James Bruton mit fundiertem Zahlenwerk zum Fachkräftemangel und zu den gewählten Ausbildungswegen der heutigen Jugend. Ein Feuerwerk der neuen Ideen war im Anschluss der Beitrag von Prof. Martin Klaffke. Er brachte den Besuchern nahe, sich einmal näher mit den verschiedenen Generationstypen auseinander zu setzen: Denn häufig arbeiteten mit „Nachkriegsgeneration",  „BabyBoomern", „Generation X", „Generation Y" und „Generation Z" fünf Menschentypen zusammen, die sich allein aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Prägung ihrer jungen Jahre stark unterscheiden würden. Hier gelte es, sich diesen Zusammenhang näher bewusst zu machen und sich so auszurichten, dass man die verschiedenen Generationstypen auch da abholen könne, wo sie seien.
Viele Lacher erntete Klaffke vor allen Dingen auch mit seiner detaillierten und pointierten Beschreibung der Gepflogenheiten der „Generation Y" bzw. „Generation Z" – auch wenn diese für viel befremdlich anmuteten, sei es wichtig, darauf einzugehen und ihnen den nötigen Respekt entgegen zu bringen: „Denn die Jugend von heute ist aufgrund der demographischen Lage in einer ganz anderen Verhandlungsposition und kann demzufolge auch ganz andere Ansprüche stellen!", riet Klaffke. Für viel Begeisterung sorgte Benedikt Goeken, der anschließend seinen Betrieb vorstellte und hier junge moderne Ideen vorlegte, wie in seinem Unternehmen Mitarbeitermotivation gelebt wird. Er überzeugte auch in der anschließenden Podiumsdiskussion, bei der neben Bruton und Klaffke auch Barbara Krieger-Mettbach Rede und Antwort stand. Die Verkaufstrainerin hatte in einem Referat zuvor bereits ihre Erfahrungen aus der Praxis vermittelt und stellte die innovativen Ideen auf den Prüfstand. 
Bevor auf die Teilnehmer ein stimmungsvoller Rundgang durch Weimar in kleinen Gruppen, Kaffeetrinken im Nationaltheater und ein erstes Meet and Greet mit Stargast Jan Josef Liefers wartete, gehörte die Bühne Dominic Veken. Sein Thema war die Sinnsuche: Nur wer seiner Arbeit, seinem Schaffen, seinem Sein einen Sinn abgewinnen könne und diesen auch finde, könne echte Begeisterung erfahren – könne glühen für seine Aufgabe. „Ich bevorzuge Glühen – das ist etwas, das von Innen heraus kommt und etwas, das langfristig ist. Brennen, das geschieht dagegen eher von außen – und wer brennt, der ist irgendwann auch ausgebrannt." Nur wer diesen echten „glow" erlebe, sei letztlich im „flow", nach dem alle strebten. Unternehmensphilosoph Veken untermauerte seine Aussagen mit packenden Beispielen aus der Praxis und zeigte auf, wie es in anderen Unternehmen gelingt, diese Werte zu leben. 
Den Start am dritten Workshoptag machte Bettina Höchli, Researcher am GDI in Zürich. Sie stellte aktuelle gesellschaftliche und technologische Entwicklung in einen Zusammenhang und erläuterte hier die Trends. Die Verbraucher hätten ein immenses Bedürfnis nach Natürlichkeit, Einfachheit, Verständlichkeit und Transparenz – nach Lebensmitteln, die echte Werte und einen gesunden Lebensstil gepaart mit Genussfaktor vermitteln. Dies stehe im krassen Gegensatz zu den Essgewohnheiten – als Mobile Eater seien wir mehr denn je auf To-Go-Produkte und Convenience angewiesen. Hier könne es eine riesige Chance für Bäcker und Konditoren sein, mit einem entsprechenden Angebot beide Bedürfnisse zu befriedigen und den Kunden damit genau das zu bieten, nach dem sie suchen. Nach Höchli gehörte die Bühne BM Thomas Doetkotte von der Fachschule Richemont. Er setzte sich in seinem Vortrag stark mit dem Qualitätsbegriff auseinander und zwar anhand der Grundzutaten Mehl, Wasser, Salz und Hefe – angereichert mit vielen praktischen Tipps und Kniffen aus der Praxis für noch bessere Backergebnisse. Beispielsweise werde häufig noch zu wenig Wasser verwendet, „fast alles verträgt zwischen 2 und 10% mehr Wasser", riet Doetkotte – das tue nicht nur dem Geldbeutel, sondern vor allem der Saftigkeit und der Frischhaltung des Produktes gut.
Prof. Michael Kleinert sprach nach Doetkotte über die Bedeutung der richtigen Produktvermarktung – hier gelte es, die Fachverkäuferinnen entsprechend zu schulen, dass diese die Backware auch treffend und vor allem so beschreiben könnten, dass dem Kunden schon beim Zuhören das Wasser im Mund zusammenlaufe. Der Dritte in dieser Runde war BM Erich Kasses  – er hatte zahlreiche Brote sowie Lebkuchen aus seinem Betrieb in Österreich mitgebracht, die von den Teilnehmern verkostet werden konnte. Gleichzeitig erläuterte er seine spannende und unterhaltsame Unternehmensphilosophie, gab Eindrücke in Abläufe und Strategien – u.a. baut er selbst Getreide an, hat einen intensiven Austausch und Kontakt zu den Kunden und setzt auf außergewöhnliche Getreidesorten. 
Es geht 2016 nach Würzburg
Zum Abschluss gab es leichte Kost: Ein Lacher nach dem anderen jagte durch den Saal, als Kabarettist Florian Schroeder seine Ausführungen zur Multioptionsgesellschaft und die Irrungen und Wirrungen beim Treffen der richtigen Entscheidung zum Besten gab. Das letzte Wort bei diesem Workshop hatten wie immer Holger Knieling und Johannes Schultheiß – bei einem Bilderrätsel durften die Teilnehmer das Ziel des nächsten BÄKO-Workshops erraten. 2016 geht die Reise nach Würzburg – Termin ist der 6.– 8. November.

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