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Das Bäckerhandwerk fordert seit Langem einen Bürokratierückbau und eine Ausweitung der Sonntagsarbeitszeit. (Symbolbild)
© Zentralverband
Das Bild zeigt frisch gebackene Brote in einer Backstube einer Handwerksbäckerei. Im Hintergrund arbeiten Menschen.
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 9_26
Zentralverband

Wettbewerbsfähigkeit sichern

Bei der Kabinettsklausur der Bundesregierung in Schloss Neuhardenberg stand u.a. die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks im Mittelpunkt der Beratungen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks begrüßt das und drängt auf Umsetzung.

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) begrüßt, dass die Bundesregierung bei ihrer Kabinettsklausur in Neuhardenberg am 25. und 26. August 2026 die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks in den Mittelpunkt ihrer Beratungen gestellt hat und dabei Praktiker zu Wort kommen ließ. „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Bundesregierung die Erfahrungen und Erwartungen des Handwerks unmittelbar in ihre Beratungen einbezogen hat. Jetzt müssen aus den Ankündigungen aber konkrete Entlastungen und Gesetzesvorlagen werden. Unsere Betriebe brauchen bessere Rahmenbedingungen und zügige, verlässliche Entscheidungen dafür“, bringt es ZV-Präsident Roland Ermer auf den Punkt.

 

Im Fokus: Reform der Sonntagsarbeit

Ganz oben auf der Agenda steht für den ZV die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform der Sonn- und Feiertagsarbeit. Die Bundesregierung hat zugesagt, den Ausnahmekatalog des §10 Arbeitszeitgesetz um das Bäckerhandwerk zu erweitern. „Das Handwerk hat lange genug gewartet. Jetzt muss beim Sonntagsbacken endlich geliefert werden. Wir erwarten, dass das Arbeitsministerium noch in diesem Herbst einen Entwurf vorlegt, der diese Vereinbarung vollständig und praxistauglich umsetzt“, sagt Ermer. Die derzeitige Begrenzung der Sonntagsarbeit auf drei Stunden benachteiligt aus Sicht des ZV Handwerksbäckereien im Wettbewerb mit Tankstellen, Backshops und anderen Verkaufsstellen. Sie setze den Betrieben zudem enge Grenzen bei der Vorbereitung der Produktion für die Folgetage. Denn viele Backwaren, etwa Sauerteigbrote, müssten bereits am Sonntag hergestellt, vorbereitet oder ausgeliefert werden, damit sie am Montagmorgen frisch zur Verfügung stehen: „Wir fordern einen flexiblen Arbeitszeitrahmen von bis zu acht Stunden für die Herstellung und das Ausliefern von Backwaren an Sonn- und Feiertagen und die Zulassung der Herstellung an Sonn- und Feiertagen auch für die Folgetage. Wer sonntags und montags frische Backwaren aus handwerklicher Herstellung möchte, muss den Betrieben ermöglichen, diese unter fairen Bedingungen herzustellen. Es geht nicht um eine Aushöhlung des Sonntagsschutzes, sondern um eine zeitgemäße und wettbewerbsneutrale Regelung. Die Drei-Stunden-Grenze reicht bei weitem nicht mehr aus und verschafft industriellen Anbietern einen Wettbewerbsvorteil“, betont Ermer.

 

Handwerk stärken

Neben der Reform der Sonntagsarbeit erwartet der ZV von der Bundesregierung weitere konkrete Schritte zur Stärkung des Handwerks. Dazu gehören ein spürbarer Bürokratierückbau, die Bereitstellung einer wettbewerbsfähigen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung sowie Reformen zur Senkung der Sozialversicherungsbeiträge. Gerade kleine und mittelständische Betriebe benötigten mehr Planungssicherheit und unternehmerischen Handlungsspielraum. Aus dem Bekenntnis zum Handwerk müsse nun Politik werden.

Der ZV dankt ZDH-Präsident und Brotbotschafter a.D. Jörg Dittrich ausdrücklich für sein Engagement auf höchster politischer Ebene. Er hatte die Erwartungen des Handwerks in die Beratungen des Bundeskabinetts in Neuhardenberg eingebracht und sich dort auch für die Aufhebung der Beschränkungen beim Sonntagsbacken eingesetzt. „Jörg Dittrich gibt dem Handwerk eine starke Stimme. Dafür und für seine klare Unterstützung unserer Forderungen danken wir ihm ganz herzlich“, sagt Ermer abschließend.

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