Die EU-Kommission will Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken, die Dekarbonisierung vorantreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Dafür hat sie am 17. Juli 2026 einen Aktionsplan zur Elektrifizierung und die Überarbeitung des Emissionshandelssystems (ETS) vorgelegt. Dieses Energiepaket enthält auch einen Vorschlag zur Senkung der Netzentgelte.
Angesichts der Belastungen des Handwerks durch hohe Energiekosten begrüßt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), das vorgelegte Energiepaket und die darin enthaltenen Ansätze. „Die von der Europäischen Kommission angekündigten Anpassungen bei den Regeln für Netzentgelte und der Energiebesteuerung müssen jetzt rasch so umgesetzt werden, dass sie den Betrieben Entlastungen bringen“, sagt Schwannecke. Hier müsse zügig geklärt werden, wann und in welchem Umfang die Betriebe davon profitieren könnten.
Forderung nach Senkung der Stromsteuer auf EU-Mindestsatz
Schwanneckes Forderung: „Unabhängig von den weiteren Entscheidungen auf EU-Ebene kann und muss die Bundesregierung bereits jetzt handeln und die Betriebe entlasten, indem sie die Stromsteuer auf den EU-Mindestsatz senkt, wie es bereits im Koalitionsvertrag angekündigt wurde.“ Diese Möglichkeit stehe den Mitgliedstaaten schon heute offen und müsse von der Bundesregierung umgehend genutzt werden, betont er.
Das Handwerk sei vor Ort der zentrale Akteur der Elektrifizierung, überall dort, wo sie sinnvoll und praktikabel ist. Das reiche vom Einbau von Wärmepumpen über die Installation von Ladeinfrastruktur bis hin zur energetischen Gebäudesanierung. In einzelnen Gewerken stoße die Elektrifizierung jedoch an Grenzen. „So ist es beispielsweise für Bäckereien zumindest mittelfristig nicht realistisch, ihre gasbetriebenen Hochleistungsöfen zu elektrifizieren“, erklärt Schwannecke.
Damit die Transformation hin zu einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Wirtschaft gelinge, müssen Energiepreise bezahlbar und die Rahmenbedingungen verlässlich sein. „Das Energiepaket muss daher nun schnell umgesetzt werden“, so der ZDH-Präsident.










