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Die ikonische Packung hat inzwischen weniger Inhalt.
© foodwatch
Titelseite BÄKO-magazin Ausgabe 3-26
Wettbewerbe

„Mogelpackung“ am Pranger

Der Negativpreis „Goldener Windbeutel“ geht an Milka: Bei einer Online-Abstimmung der Verbraucherorganisation foodwatch wählten 34% die „Milka Alpenmilch” zur dreistesten Werbelüge des Jahres.

Die Tafelschokolade sei ein dreistes Beispiel für „Shrinkflation“: Hersteller Mondelez hat den Inhalt von 100 auf 90 Gramm verringert und kurz zuvor den Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht – die Packung blieb dabei die Gleiche. Das ist eine Preiserhöhung von 48%! foodwatch forderte die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag in die Tat umzusetzen: „Wir setzen uns für mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen ein.“ Lebensmittelhersteller und Handel müssten dazu verpflichtet werden, versteckte Preiserhöhungen klar zu kennzeichnen. In Frankreich müssen Supermärkte bereits seit Sommer 2024 versteckte Preiserhöhungen kenntlich machen.

 

Gewicht runter, Preis rauf

Mondelez hat das Gewicht der Milka Alpenmilch und vieler weiterer Sorten Anfang 2025 reduziert, die Verpackungsgröße ist dabei jedoch gleich geblieben. Die Veränderung in der Füllmenge sei für Verbraucher so nur schwer erkennbar, kritisierte foodwatch. Mondelez erklärte gegenüber foodwatch, dass das neue Gewicht auf der Tafel selbst und der Milka-Website angegeben werde. Nach Beobachtung von foodwatch werde die Gewichtsangabe auf der Tafel jedoch im Supermarkt häufig von den Laschen der Kartonverpackung im Regal verdeckt.

Auf „Spiegel Online“ rechtfertigte sich Mondelez für die Preiserhöhung der „Milka Alpenmilch“-Schokolade mit Rekordpreisen für Kakao und hohen Kosten für Energie, Verpackung und Transport. Diese Argumentation lässt foodwatch jedoch nicht gelten. Denn während Schokolade laut Statistischem Bundesamt zwischen Anfang 2024 und Januar 2025 nur rund 8% teurer wurde, erhöhte Mondelez die Preise für Milka-Tafeln in diesem Zeitraum um bis zu 64%. Mondelez profitiert laut eigenem Finanzbericht aktuell sogar von „niedrigeren Herstellungskosten“.

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