Weltmetropole Shanghai
Shanghai ist inzwischen die größte Stadt der Welt. Die Dimensionen sind überall gigantisch: auch im Messegelände ist alles eine Spur größer. Bekommt man da nicht Angst vor der Aufgabe? „Eher nicht“ – Respekt vor der Situation sei es. Lara Riedmair sagte vor dem Wettbewerb, dass sie jetzt sechs Wochen intensive Vorbereitungszeit hatte. „Zuerst haben wir eine Routine entwickelt um möglichst schnell zu werden und dann haben wir uns auch um die Produkte gekümmert.“ Es komme auch ein wenig auf Organisationstalent an. Die Größe des Geländes sei schon respekteinflößend gewesen, sagte sie mit einem Lächeln. Doch ihre größte Angst sei eigentlich, dass ihr Schokoladenstück brechen könnte oder sie mit ihrer Aufgabe garnicht fertig werden würde.
Nach „Abpfiff“ atmete Miklos erst einmal tief durch. Wie lief es? „So und so. Einige Dinge liefen sehr gut. Manches ist schief gegangen – es gab Materialversagen und teilweise Probleme mit den Rohstoffen. Auch ich habe Fehler gemacht – das ist OK. Aber die anderen Sachen frustrieren schon ein wenig.“ Das chinesische Roggenmehl sei anders als das in Deutschland und die Kühlung war nicht korrekt eingestellt. Dadurch sei der Teig am nächsten Tag weiter gewesen als er hätte sein sollen, berichtet Tobias. „Doch jetzt wird erstmal gefeiert.“
Nach der Siegerehrung am Sonntag mit 1.400 Handwerkskönnern aus fast 70 Ländern, die zuvor in 64 Disziplinen gegeneinander angetreten waren, landeten Miklos und Riedmair am Dienstagfrüh mit dem deutschen Nationalteam von den WorldSkills wieder in Frankfurt. Beide kommen mit unterschiedlichen Ergebnissen zurück – doch sie eint der immense Erfahrungsgewinn. Bäcker Tobias Karl Miklos verpasste die Exzellenzmedaille und landete auf dem 19. Rang. Lara Riedmair erreichte die Exzellenzmedaille – mit 714 Punkten kam sie auf Platz 8. Nur 15 Punkte trennen sie von der Bronzemedaille.
Dabei sein...
Bei beiden Disziplinen lagen die Punkte eng beieinander. Nach seiner Rückkehr berichtet Bäcker Miklos, dass es alles noch eine bunte Gefühlsmischung sei. „Viele Eindrücke und Emotionen, die ich in den letzten Tagen und Wochen gesammelt habe, müssen erstmal verarbeitet werden.“ Das Finale sei erst einmal Schadensbegrenzung gewesen. Die Bedingungen waren alles andere als optimal. Doch das ist für den Bäcker kein Grund zum Verzagen: „Erstmal gehts in den Urlaub.“ Danach plant er im Ausland Erfahrungen zu sammeln. „Ich würde gerne in Frankreich starten und dann weiterschauen. Ich konnte ja bei den WorldSkills einige Kontakte knüpfen.“
Bei Lara Riedmair lief es runder. Sie konnte die Experten überzeugen. Ob das etwas zu spät präsentierte Zuckerstück ihr das Podium versagte, ist im Bereich des Möglichen. Im Gespräch sagte Expertin Sabine Baumgarten, dass in so einem Fall mit Punktabzug gerechnet werden müsse. Bei der Siegerehrung am Sonntag war der Jubel dann groß, als die Exzellenzmedaille an sie vergeben wurde.
Beide verbindet nun ein Erlebnis, dass sie nur mit wenigen Menschen teilen können. Sie haben in Shanghai eine Erfahrung gemacht, die sie ohne Frage ihr gesamtes berufliches Leben begleiten wird.










