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BKM-Präsident Günter Althaus sieht die aktuellen Umfrageergebnisse als ein klares Signal, dass es eine wirtschaftspolitische Kehrtwende brauche.
© Anna Fiolka
Das Bild zeigt BKM-Präsident Günter Althaus am Rednerpult.
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 7-26
Verbände

Wenig Zuversicht im Mittelstand

Die wirtschaftliche Lage im kooperierenden Mittelstand bleibt im ersten Halbjahr 2026 deutlich angespannt. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage unter den Mitgliedern des Bundesverbands Kooperierender Mittelstand (BKM) hervor.

Neben anhaltenden Umsatz- und Ertragsrückgängen beobachtet der BKM eine breite Skepsis der Unternehmen gegenüber der aktuellen Wirtschaftspolitik. Laut der aktuellen Erhebung des Verbandes sind 87% der befragten Verbundgruppen wenig oder überhaupt nicht zuversichtlich, dass die angekündigten Reformen zu Bereichen wie Steuern, Sozialabgaben und Arbeitsmarkt der schwarz-roten Bundesregierung zeitnah und wirksam umgesetzt werden. Angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen sehen zudem 86% der Befragten derzeit selbstständiges Unternehmertum als überhaupt nicht oder kaum attraktiv.

 

Umdenken gefordert

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse hält BKM-Präsident Günter Althaus eine wirtschaftspolitische Kehrtwende für notwendig: „Die aktuellen Umfrageergebnisse sind ein klares Signal, dass wir eine wirtschaftspolitische Kehrtwende brauchen. Wenn der Glaube an die politische Reformkraft schwindet und das Unternehmertum an Attraktivität verliert, ist die Substanz unseres Wirtschaftsstandorts bedroht. Der Mittelstand benötigt jetzt keine punktuellen Kompromisse, sondern verlässliche Rahmenbedingungen und eine spürbare, strukturelle Entlastung in der Breite – insbesondere bei der Bürokratie und den Energiekosten. Nur durch entschlossenes und zügiges Handeln der Bundesregierung gewinnen die Unternehmen die nötige Planungssicherheit zurück.“

 

Umsätze und Erträge rückläufig

Die Ergebnisse der regelmäßigen BKM-Erhebung verdeutlichen die Ernsthaftigkeit der aktuellen Lage. Jeweils die Hälfte der befragten Verbundgruppenzentralen berichtet für das erste Halbjahr 2026 von rückläufigen Umsätzen (50%) und einer verschlechterten Ertragslage (50%). Auch die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte sind von Zurückhaltung geprägt. So stellen sich 48% der Kooperationen auf sinkende Umsätze ein, während 41% mit weiteren Ertragsrückgängen rechnen.

Diese Entwicklung wirkt sich laut BKM zunehmend auf die angeschlossenen mittelständischen Betriebe („Anschlusshäuser“) aus. Mehr als die Hälfte der Verbundgruppen (52%) registriert bei ihren Mitgliedern eine rückläufige wirtschaftliche Entwicklung. Bei 44% schrumpft in der Folge bereits die Zahl der Anschlusshäuser.

 

Investitionswille vorhanden

Als primäre Ursachen für die Wachstumsbremsen identifizieren die Unternehmen vor allem strukturelle Rahmenbedingungen. Ganz oben auf der Prioritätenliste der drängendsten wirtschaftspolitischen Baustellen stehen administrative und finanzielle Belastungen: Für mehr als die Hälfte der Unternehmen gehört die hohe Bürokratielast (55%) zu den zwei am höchsten priorisierten Hemmnissen. Direkt dahinter folgen die hohen Energiekosten (51%) sowie die übermäßige Steuer- und Abgabenlast (38%) auf den Plätzen eins und zwei der Regierungsaufgaben. Trotz dieser Widrigkeiten zeigen die Kooperationen laut der Erhebung Investitionsbereitschaft. Rund die Hälfte der Unternehmen hielt ihre Investitionen im ersten Halbjahr stabil – 22% verzeichneten einen Zuwachs. Für das zweite Halbjahr planen 29% mit steigenden Investitionsbudgets. Die Bundesregierung ist aus Sicht des BKM gefordert, durch eine engagierte und verlässliche Politik schnell für Investitionssicherheit zu sorgen. Ansonsten drohe die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ausgebremst zu werden.

 

Zurückhaltende Zwischenbilanz

Die Zwischenbilanz mehr als ein Jahr nach dem Antritt der schwarz-roten Bundesregierung fällt in den Unternehmen laut der BKM-Erhebung zurückhaltend aus. Fast die Hälfte der Befragten (45%) nimmt eher eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen wahr, während 47% keine Veränderung feststellen. Lediglich 6% sehen bislang eine Verbesserung.

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