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Die Hersteller von Backhefe stehen vor großen Herausforderungen. (Foto: BÄKO-magazin)
Verbände

Versorgungsengpässe befürchtet

Der Druck auf die Agrarmärkte und den Energiesektor ist massiv wie nie zuvor. Die deutschen Hefehersteller stehen akut vor zwei Herausforderungen: Die Verfügbarkeit von Melasse zu sichern und für ausreichend Prozessenergie zu sorgen.

War die Situation durch die Corona-Pandemie schon angespannt, so verschärft sich durch die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen im Zuge des Ukraine-Krieges die Lage für Rohstoffe und Energie nochmals dramatisch. „Die Unwägbarkeiten auf den Märkten haben gravierenden Einfluss auf die Planungssicherheit“, sagt Dr. Markus Weck, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Hefeindustrie. „Die Unternehmen sind nicht nur mit extremen Preissteigerungen konfrontiert, es ist regelrecht ein Kampf um die Verfügbarkeit ausgebrochen. Die Situation ist besorgniserregend!“

Kontinuierliche Produktion gefährdet

Der Fokus der Hefehersteller liegt derzeit darauf, ausreichende Mengen an Melasse, dem Hauptnährstoff für die Hefefermentation, zu kontraktieren und für die energieintensive Hefefermentation genügend Gas oder Erdöl zu beschaffen. Der Hauptrohstoff für die Hefeherstellung ist ein Nebenerzeugnis in der Zuckerproduktion und ein gefragtes Gut – nicht nur für die Herstellung von Backhefe, sondern auch für andere Branchen wie z.B. Tierfutterhersteller. Bedienten Russland, Belarus und die Ukraine vor dem Angriffskrieg die Europäische Union mit Melasse, finden diese Lieferungen aktuell nicht statt oder sind sehr unsicher. Melasse ist zum knappen Gut auf dem europäischen Markt geworden. Wie der Verband mitteilt, steigen die Preise aktuell auf historische Höchststände. Dies gilt ebenso für die inländisch hergestellte Rübenmelasse. Die Verknappung und Preissteigerung haben enorme Folgen für die europäische Hefeindustrie, die das Risiko von Produktionsreduzierungen oder -ausfällen erhöhen.

Reduzierte Gaslieferungen

Mit großer Sorge betrachten die Hersteller von Backhefe die Gasversorgung in Deutschland. „Wir erwarten mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen, dass sich die Situation noch deutlich verschärfen wird“, erläutert Weck. „Für die Fermentationsprozesse ist Erdgas der Hauptenergieträger. Eine Umstellung auf andere Energieformen braucht Zeit, die wir jetzt nicht haben.“ Aus heutiger Sicht steht die Hefeindustrie in den kommenden Monaten vor sehr großen Herausforderungen, um unter den gegebenen Umständen die Versorgung mit Backhefe in gewohnter Qualität und unter Berücksichtigung der steigenden Kosten zu gewährleisten.

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