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Stollenbäcker ließen Mützen fliegen

Auf der Brühlschen Freitreppe hatten rund 100 Bäcker und Konditoren Aufstellung zum Gruppenbild genommen und ließen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Schutzverbandes Dresdner Stollen ihre Mützen fliegen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen rieben sich am vergangenen Samstag zahlreiche Einwohner und Touristen auf dem Schlossplatz in der historischen Dresdner Altstadt verwundert die Augen: Dank eines besonderen Tricks musste Henry Mueller als Vorstandsvorsitzender des Verbandes seine Kopfbedeckung im Nachhinein nicht suchen – er hatte seine Mütze mit Angelschnur aus der Dekoration seines Betriebes gesichert und konnte sie nach dem Werfen wieder automatisch zu sich heranziehen. Zuvor jedoch gratulierte er einem jungen Brautpaar zur Hochzeit, das wie auch die gesamte Hochzeitsgesellschaft die guten Wünsche erwiderte.
Dresden braucht ein starkes Handwerk
„Unser Verband wurde auf den Tag genau vor 25 Jahren gegründet, weshalb wir unser Jubiläum mit rund 140 Gästen zünftig feiern wollen“, erklärte Henry Mueller. Ziel der 125 im Verband organisierten Bäckereien und Konditoren sei es, die Backtradition und das einmalige sächsische Kulturgut „Stollen“ zu erhalten und zu schützen. „Wir sind davon überzeugt: Dresden braucht ein starkes Handwerk, und dazu trägt auch der Dresdner Christstollen maßgeblich bei. Dies zu bewahren muss unser gemeinsames Ziel sein.“ Deshalb bezeichnete er die Idee der Gründerväter des Verbandes als weitsichtig und zukunftsweisend: „Nur wenn wir alle gemeinsam hinter unserer Marke stehen, kann es uns gelingen, die Tradition und das Handwerk auch für unsere Kinder und Enkel zu erhalten.“
Hauptaufgabe des Verbandes ist es, das traditionelle Weihnachtsgebäck als Markenprodukt und geografische Herkunftsbezeichnung zu schützen. Ausdruck dessen sind das Goldene Stollensiegel und das EU-Siegel. Die Satzung des Stollenschutzverbandes regelt, wer das Traditionsprodukt fertigen darf: ausschließlich Backwarenhersteller in Dresden und einem klar definierten Kreis rund um die sächsische Landeshauptstadt. Alle Dresdner Stollen müssen außerdem den festgeschriebenen Mindestanforderungen an die Zutaten entsprechen und handgefertigt sein. Alljährlich zu Beginn der Saison prüft der Verband zudem, ob das Gebäck den hohen Qualitätsanforderungen entspricht – nur dann dürfen die Stollen auch als Dresdner Christstollen bezeichnet und verkauft werden.
Vermarktung und Kommunikation
Über eine einheitliche Vermarktung und Kommunikation soll die Bekanntheit des Dresdner Stollens auch über Sachsen Grenzen hinaus gesteigert werden. Diesem Ziel dienen auch besondere Aktionen wie das alljährlich stattfindende Stollenfest – 2016 am 3. Dezember –, Stollenbackkurse in den Backstuben, die Stollenstraßenbahn, die Schaubäckerei auf dem Striezelmarkt und der Riesenstollenkarton, der im vergangenen Jahr Tausende Besucher auf den Dresdner Hauptbahnhof lockte.
Pünktlich zum Verbandsjubiläum wurde der Öffentlichkeit mit Konditorinlehrling Marie Lassig aus dem Dresdner Backhaus auch das 22. Stollenmädchen für die kommende Saison präsentiert (mehr dazu morgen). Mit all diesen und weiteren Aktivitäten gelingt es den Dresdner Bäckern und Konditoren, ihr Handwerk zunehmend zum Erlebnis zu machen, ist Henry Mueller überzeugt. „Ohne das Können, die Professionalität und das riesige ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder wäre all dies aber nicht möglich.“

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