… beim Kunden, aber auch beim Unternehmer. Denn „Hot & Tasty“ – attraktive Kombiangebote beim Bäcker, die süße oder salzige Snacks mit cool in Szene gesetzten Heiß- oder Kaltgetränken begleiten, bringen den Durchschnittsbon auf Touren. Dafür braucht es nur ein wenig Fantasie, wie die Ideen von Vandemoortele in diesem SnäckerMeister zeigen.
Wer zum Handwerksbäcker geht, der erwartet echte handwerkliche Finesse – doch die hört bei den Gebäcken nicht auf. Ausgefallene süße und salzige Snacks wollen auch von den entsprechenden Getränken begleitet sein. Sie sind dabei ein wichtiger Umsatzbringer, der nicht vernachlässigt werden sollte – sowohl „inhouse“ als auch „to Go“. Wer hier das Besondere, das gewisse Etwas bieten möchte, sollte auf Rezepte zurückgreifen, die aktuellen Trends folgen – sowohl bei der Zubereitung als auch bei der Präsentation. Es macht einen Unterschied in der Wahrnehmung, ob etwas auf einem Teller serviert wird oder auf einem rustikalen Brett, ob der Teller weiß ist, in Vintage-Optik daherkommt oder bunt ist. Auch scheinbar unerhebliche Details wirken sich aus: Ist der Teller noch einmal mit Puderzucker oder Zimt abgestäubt oder findet sich ein Dekorelement auf Snack oder Getränk? Je mehr Raffinesse an den Tag gelegt wird, desto mehr ist der Kunde auch bereit, für diese Leistung zu bezahlen. Kombiangebote sind eine geniale Möglichkeit, den Kunden auf einen Streich sowohl einen Snack als auch ein Getränk zu verkaufen. Das hebt den Umsatz und erleichtert gleichzeitig auch die Abläufe: Es ist klar definiert, wie die Verkäufer Getränk und Snack zusammen zu präsentieren haben.
MUT WIRD BELOHNT
Damit Kunden sich für Kombiangebote erwärmen können, müssen diese aber besonders attraktiv sein. Das kann einerseits über einen kleinen Preisvorteil erfolgen, vor allem aber auch durch spannend klingende Kreationen. Das Stück Kuchen mit der Tasse Kaffee holt niemand mehr hinter dem Ofen hervor …Hier ist der Bäcker gefragt, sich nach Getränkekreationen umzusehen, die für ihn gut kalkulierbar und gut realisierbar sind – und für die er vielleicht Synergien nutzen kann. Wer beispielsweise ohnehin Kurkuma für seine „Kurkuma-Knusper-Stange“ bezieht, kann das Gewürz auch einfach mal für eine indische „Goldene Milch“ ins Glas geben. Überhaupt lohnt es sich hier einmal international nach gefragten Getränkeideen zu stöbern: entweder in Form von eigener Recherche im Netz oder vielleicht selbst vor Ort im Urlaub?
Im Folgenden finden Sie ein paar spannende Kreationen, die Ihr Getränkeboard vielleicht demnächst schon bereichern könnten…
- „Goldene Milch“: Kurkuma, Milch, etwas Ingwer – leuchtend gelb, gesundheitsaffin, sehr dem Zeitgeist entsprechend. Passt z. B. zu Haferkeksen, veganen Gebäckstücken, Nussgebäck.
- „Matcha Latte“: Das angesagte Getränk aus Japan gehört langfristig in jede Bäckereifiliale, die den Anschluss nicht verpassen möchte. Feinherb und kräftig grün passt das Getränk u. a. zu Hefeteilchen mit Frischkäse, süßen Brioche-Varianten, Shortbread etc.
- „Dirty Chai“: Diese Variante kennt man vor allem in Indien und USA; es ist eine Vereinigung einer „Chai Latte“ mit einem Espresso. Das Getränk ist aromatisch, kräftig und passt etwa zu Schoko oder Zimtschnecken, Croissants und Cookies.
Cheesecake mit heißer Chai-Schokolade
Zubereitung:
500 ml Milch aufkochen und drei Beutel Chai (Gewürztee) bei geringer Hitze darin ziehen lassen. Teebeutel entfernen, Milch erhitzen und zwei Zartbitter-Schokoladenwürfel darin schmelzen. Etwas Zimt unterrühren. Den Milch-Schokoladen-Tee in eine Tasse füllen, Milchschaum aufsetzen und kurz vor dem Servieren mit etwas Zimt bestreuen. Cheesecake auftauen, mit Spekulatius-Crush (Kekse dafür kleinkrümeln) als Topping bestreuen, mit „Chanty Deco“ servieren.
Michael
Nemeyer
Favoriten
Michael Nemeyer ist
Fachberater bei
Vandemoortele.
Foto: Vandemoortele
Die kalte Jahreszeit ist die perfekte Gelegenheit, Ihren Kunden besondere Genussmomente zu bieten. Gefragt sind kreative Kombinationen aus Heißgetränken, die von „innen“ wärmen und raffinierten (winterlichen) Snacks. Im besten Fall wird beides so kombiniert, dass die jeweiligen Zutaten sich harmonisch ergänzen, wie z. B. ein Pain au Chocolat mit Chili-Schoko-Überguss und dazu ein Hot Berry Punch: fruchtig, schokoladig und mit einer leicht scharfen Note versetzt. Mit den richtigen Ideen wird so spielend leicht eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen, die zum Verweilen einlädt. Der Trend, Food & Drink zu kombinieren, sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern steigert auch den Umsatz in der Kasse. Und das Praktische: Die Basis ist vorhanden, es geht nur darum, alles geschickt miteinander zu verflechten. Ob würzige Chai-Variationen, aromatische Tees oder fruchtige Winterdrinks: In Verbindung mit feinen Gebäcken, die winterlich veredelt werden, entsteht ein Erlebnis, das Ihre Kunden begeistert. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sie laden zum Experimentieren ein. Wichtig ist, dass am Ende eine Kombination entsteht, die überrascht und den Kunden das Gefühl vermittelt, „rundum“ gut versorgt zu sein.
Croissant-Pizza mit Sparkling Rosemary Lemonade
Zubereitung:
Für die Sparkling Rosemary Lemonade 2–3 Zitronenscheiben in ein Glas geben, Mineralwasser in das Glas auffüllen, Rosmarinzweig einstecken. Bei Bedarf Eiswürfel dazugeben.
Plunderplatte (ergibt 18 Stück) auftauen lassen und igeln. Mit dem Croissantroller in Dreiecke einteilen. In der Mitte leicht eindrücken, jeweils mit den Zutaten belegen und backen.
ZUTATEN
| 2-3 | Zitronenscheiben |
| Mineralwasser, spritzig | |
| 1 | Rosmarinzweig |
| Eiswürfel | |
| 1 | Plunderplatte |
| 15 g | Tomatensauce |
| 10 g | Tomaten |
| 5 g | Zwiebeln |
| 15 g | Mozzarella |
| 30 g | Raspelkäse |
| 0,5 g | Pizzagewürz |
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Frangipane-Dreieck mit Rooibos-Vanille-Tee
Zubereitung:
Rooibos-Vanille-Tee wie gewohnt aufbrühen und 5 Minuten ziehen lassen.
„Butter-Frangipane-Dreieck“ (Butterplunderteig mit einer aromatischen Mandel-Frangipane-Creme) 24 Minuten bei 170 °C backen. Nach dem Auskühlen Mandelblättchenauflegen. Abschließend mit Puderzucker bestreuen und Zimtstange als Deko beilegen.
Tim
Lessau
Favoriten
TimLessau (GF Braaker Mühle),
ist BM, Konditor
und Brotsommelier
Foto: Braaker Mühle
In Sachen Getränkekultur beim Bäcker ist definitiv noch viel Luft nach oben. Wir sind darum mit der Braaker Mühle intensiv dabei, eigene Getränke zu entwickeln. Zusammen mit Steffen Werner habe ich darum sogar noch eine Firma mit dem Namen SMKK gegründet und einen Röster gekauft – SMKK steht für Kaffeegenuss ohne Chichi und erfrischende Drinks. Wir haben uns in der Braaker Mühle bewusst von Cola & Co. verabschiedet, bieten stattdessen eigene Schorlekreationen an. Für die kochen wir die Sirups selbst – ein Plan von uns ist es, diese bald als Handelsware in die Filialen zu bringen. Handwerk im Glas und auf dem Teller: Die Schorlen passen hervorragend zu unseren großen Snackstullen, für die wir ein eigenes Brot entwickelt haben – schön langzeitgereift mit guter Kruste. Darauf etwas Senfcreme, luftgetrockneter Schinken, dünne Birnenscheiben. Oder wir ziehen Burrata drauf, Tomatenpesto und mit Knoblauch sautierte Tomaten. Mehr braucht es nicht für vollen Genuss!
IDEEN AUS USA UND ANDERSWO
Wer ein wenig Abwechslung in Glas und Tasse holen möchte, muss sich dabei gar nicht streng an ein Rezept halten – nicht immer schmeckt den Gaumen hier, was anderswo der Verkaufsschlager ist. Vielmehr geht es darum, sich inspirieren zu lassen und wegzukommen von dem, was der Kunde eh schon kennt. Und auf dieser Basis einfach einmal rumzuexperimentieren, was den eigenen Kunden schmecken könnte. Anregungen geben können hier u. a.
- mexikanische „Horchata Latte“ – hier treffen Zimtaromen auf warme Milch;
- „Haldi Doodh“-Variationen (Südasien) mit Kardamom, Kurkuma und Honig;
- „Chocolate“ aus Spanien und Lateinamerika – eine dickflüssige, quasi löffelbare heiße Schokolade, die je nach Land auch mit Zimt und Chili verfeinert werden kann.
Wem internationale Ideen zu fremdländisch anmuten, der sollte sich aber zumindest einmal intensiver mit der amerikanischen (Heiß-)Getränkekultur auseinandersetzen.
Denn „Modern Bakery“ – ob nun als außergewöhnliche Pizza-, Cookie-, Donut-, Muffin- oder Cheesecake-Variante – sind mittlerweile in jedem Bäckereiunternehmen zu finden. Und was in den USA erfolgreich als Foodpairing funktioniert, klappt in der Regel auch bei deutschen Konsumenten. Warum also nicht auch mal bei diesen amerikanischen Klassikern prüfen, ob sie ins eigene Portfolio passen?
- „Hot Apple Cider“: Warmer Apfelsaft mit Zimt, Nelken und Orange. Harmoniert sehr gut auch mit Apfeltaschen oder Gebäck mit Streuseln.
- „White Hot Chocolate“: Weiße Schokolade mit warmer Milch – süß und cremig.
- „Peppermint Mocha“: Heiße Schokolade trifft auf Espresso und Minzsirup. Wirkt wie „Winter in einer Tasse“.
- „S’mores Hot Chocolate“: Heiße Schokolade mit Marshmallow-Schaum und Butterkeks-Crunch.
Die ganz Experimentierfreudigen könnten auch einmal ausprobieren, wie ihren Kunden Brühen und herzhafte Warmdrinks schmecken – als perfekte heiße Begleitung zum salzigen Snacksortiment.
Denkbar wären hier etwa
- eine von Frankreich inspirierte Consommé, im Becher gereicht mit Laugengebäck oder Käsesnacks;
- eine Miso-Bouillon im japanischen Stil – mild und aufwärmend an kalten Tagen und passend zu Sesamstangen, Käse-Schinken-Croissants oder Frischkäsebällchen;
- eine leichte Tom-Yum-Brühe, die Thailand aufleben lässt: mit milder Schärfe, zitronig im Aroma und ein Begleiter von pikanten Schnecken und Blätterteigsnacks.
In jedem Fall ist es sinnig, eine neue Idee einfach mal in einer umsatzstarken Filiale auszuprobieren und die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Vor allem die junge, instagramaffine Belegschaft kann oft so manche wertvolle Idee beisteuern! | Andrea Diener
Lillet Hot Berry mit Chili-Pain-au-Chocolat
Zubereitung:
Ein Teil der tiefgekühlten Beerenmischung in ein Glas geben und antauen lassen. Cranberrysaft und schwarzen Johannisbeersaft im Verhältnis 4:3 in einem Topf erhitzen und Orangenscheiben hinzugeben. 1 Zitrone in den Topf auspressen. Flüssigkeit in das Glas mit den Beeren füllen. Mit einer Zimtstange drapieren und etwas Lillet hinzufügen.
Schokobrötchen auftauen und mit Schokoladenguss überziehen (alternativ: Oberseite in Kuvertüre tauchen). Mit Chiliflocken bestreuen.
ZUTATEN
| 1 Packung | Packung Tiefkühlbeeren, gemischt |
| etwas | Cranberrysaft |
| etwas | schwarzer Johannisbeersaft |
| 2-3 | Orangenscheiben |
| 1 | Zitrone |
| 1 | Zimtstange |
| etwas | Lillet (Weinlikör) |
| französische Butter-Schokobrötchen | |
| 1 | dunkle Kuvertüre |
| ein paar | Chilliflocken |
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Ronny
Vogel
Favoriten
Ronny Vogel ist BM, KM
und Fachbereichsleiter
HWK Oberfranken
Foto: Ronny Vogel
Bäcker brauchen mehr Mut, um Dinge zu gestalten und auszuprobieren – auch bei Getränken! Selbstgemachte Limonaden oder kreative Heißgetränk: Darin steckt ein Plus an Marge und USP! Eine Lebkuchen- oder Spekulatius-Latte ist simpel in der Herstellung und kommt beim Kunden in dieser Jahreszeit an. Vorausgesetzt, die Verkäufer können sie auch entsprechend schmackhaft anpreisen! Hier schlagen auch Kombiangebote eine tolle Brücke. Wichtig ist bei aller Kreativität immer, dass die Kalkulation stimmt und dass das Produkt wirklich zu mir und meinem Betrieb passt. Passt es zu meinen Kunden? Passt es in meine Abläufe? Was kann ich bereits aus den Zutaten, die ich eh schon da habe, kreatives herausholen? Minimaler Aufwand, maximaler Output – ich bin ein Fan von Snacks, in denen kostengünstige Ausgangsprodukte veredelt sind. Raus aus der Vergleichbarkeit! Ein Schinken-Käse-Sandwich kann sich jeder auch daheim schmieren. Aber ein Sandwich mit fermentierter Karotte, Roter Bete oder karamellisiertem Kürbis? Das ist auch farblich ein echtes Highlight in der Theke. Oder einfach mal Sauerteig verpulvern, eine Hippe daraus backen und diese als Sauerteigcrunch auf den Snack – das hat Wirkung!
„Franz-Style-Bites“ mit Zimt-Cappuccino
Zubereitung:
Espresso in eine Tasse gießen. 1 TL Zimt unterrühren. Heiße Milch aufgießen und großzügig mit Milchschaum dekorieren. Für noch mehr Geschmack noch etwas Zimtpulver und Kakaopulver auf den Milchschaum streuen.„Franz-Style-Kuchen“ auftauen und in kleine Würfel schneiden. Mit Zimt bestreuen.


















