on on on
Während der Bedarf in Deutschland an etwa Milch und Getreide durch eigene Produktion gedeckt werden kann, sieht das bei Obst und Gemüse ganz anders aus. Hier sind Importe notwendig. (Symbolbild)
© ChatGPT/BÄKO-magazin
Das Bild zeigt eine Deutschlandkarte. Im Inneren sind Milch, Getreide und Backwaren zu sehen. Außen ein paar Körbe mit Obst und Gemüse.
Titelseite BÄKO-magazin Ausgabe 3-26
Marktforschung

Unterschiede bei der Selbstversorgung

Der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln liegt in Deutschland bei rund 84%. Beim Blick auf einzelne Erzeugnisse, zeigt sich jedoch eine große Bandbreite. Insbesondere Obst und Gemüse werden importiert.

Der Selbstversorgungsgrad zeigt an, in welchem Umfang die Erzeugung der heimischen Landwirtschaft den Bedarf, also den Gesamtverbrauch, decken kann. In Deutschland lag der Selbstversorgungsgrad mit Nahrungsmitteln im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei rund 85%, in den Jahren 2023/24 bei 84%. Das sind letztlich aber nur rechnerische Durchschnittswerte. Betrachtet man einzelne Erzeugnisse, zeigt sich die große Bandbreite.

 

Wichtigste Anbaukultur: Weizen

Bei Getreide etwa liegt der Selbstversorgungsgrad laut Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) bei 100%, bei Weizen (Hart- und Weichweizen) sind es 102%. Weizen ist flächenmäßig die mit Abstand wichtigste Anbaukultur in Deutschland. Auf fast 3 Mio. Hektar wird hierzulande Weizen angebaut. Das ist mehr als ein Viertel der gesamten Ackerfläche. In Deutschland wächst vor allem Weichweizen, der zum Backen von Broten, Brötchen und süßen Backwaren verwendet wird. Hier liegt der Selbstversorgungsgrad bei 108%. Hartweizen, aus dem Teigwaren wie Nudeln, aber auch Bulgur und Couscous hergestellt werden, muss angesichts eines Selbstversorgungsgrads von 22% importiert werden.

 

Obst und Gemüse häufig aus Importen

Während Obst (18%) und Gemüse (40%) ebenfalls zum überwiegenden Teil importiert werden müssen, erzeugt die deutsche Landwirtschaft deutlich mehr Zucker (154%) und Kartoffeln (145%) als zur Deckung der Nachfrage in Deutschland erforderlich wäre. Bei den wichtigsten heimischen Obstarten kann bestenfalls rund die Hälfte des Bedarfs aus eigener Erzeugung gedeckt werden. Der Selbstversorgungsgrad im Wirtschaftsjahr 2024/25 betrug nach Angaben des BZL bei Äpfeln 44%, bei Erdbeeren 38%, bei Pflaumen 49% und bei Kirschen 22%. Beim Gemüse übertrifft lediglich bei Weißkohl und Rotkohl die heimische Erzeugung den Bedarf. Spargel (75%), Speisezwiebeln (73%) und Möhren (79%) liegen beim Selbstversorgungsgrad darunter. Das mit Abstand beliebteste Gemüse der Deutschen, die Tomate, stammt rechnerisch nur zu knapp 5% aus heimischer Erzeugung.

 

Bei Fleisch kommt es auf die Teile an

Bei Fleisch lag der Selbstversorgungsgrad laut BZL über alle Fleischarten und Teilstücke hinweg bei 120%. Das bedeutet aber nicht, dass kein Fleisch importiert wird. Bei gefragten Teilstücken, wie Filet oder Kotelett, muss der Bedarf zusätzlich durch Importe gedeckt werden. Füße, Schwänze oder andere Teilstücke hingegen finden auf dem deutschen Markt kaum Absatz und werden zu Tierfutter weiterverarbeitet oder ins Ausland exportiert.

Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Werte der Selbstversorgungsgrade 2024 relativ konstant. Eine deutliche Steigerung gab es lediglich beim Gemüse, wo erstmals seit der Jahrtausendwende die 40%-Marke erreicht wurde. Bei Honig hingegen ging der Selbstversorgungsgrad verglichen mit 2023 um fünf Prozentpunkte zurück.

LandwirtschaftLebensmittelStatistik

Marktplatz Digital

Das könnte Sie auch interessieren

Besuchende der Internorga informieren sich an einem Messestand über Foodtrends. Im Hintergrund ist ein Schild mit Aufdruck „Newcomers Area“ zu sehen.
Das illustrierte Symbolbild zeigt einen Umriss von Nordrhein-Westfalen. Darauf zu sehen ist ein Netzwerk mit Pins mit unterschiedlichen regionalen Lebensmitteln – von Getreide über Obst, Milchprodukte und Eier bis hin zu Brot und Brötchen.
Hier sieht man in einer Tabelle wie die Lebensmittelpreise angezogen haben
Das Symbolbild zeigt eine 50-Euro-Banknote in einem Geldscheinprüfgerät in einer Bäckereifiliale.
Karin Tischer vor Logo Pink Cube