65% legen außerdem Wert auf die Herkunft der Produkte, und rund jeder Zweite nutzt Tierhaltungskennzeichnungen, Medienberichte oder regionale Anbieter, um sich über Tierhaltung zu informieren. „Unsere Umfrage zeigt, dass Tierwohl für viele Menschen wichtig ist. Innovationen helfen den Landwirtinnen und Landwirten, Anspruch und Alltag zu verbinden“, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft. „Gleichzeitig wünschen sich Verbraucher:innen mehr Transparenz und Orientierung. Das ist eine Chance für alle, die Landwirtschaft sichtbarer, moderner und nachvollziehbarer machen wollen.“
Weihnachten als Spiegel des Ernährungsverhaltens
Rund um die Feiertage zeigt sich, welche Rolle Gewohnheiten und Werte beim Essen tatsächlich spielen. Laut der Umfrage setzen die meisten Deutschen an Weihnachten auf traditionelle Gerichte, vor allem Geflügel (z.B. Gans oder Ente) sowie Schweine- und Rindfleischgerichte. Etwa ein Drittel der Befragten bleibt beim Klassiker „Würstchen mit Kartoffelsalat“, während vegetarische und vegane Alternativen vor allem in jüngeren Zielgruppen zunehmen. Dennoch sagen nur 33% der Befragten, dass sie bereit wären, bis zu 10% mehr für Produkte aus besonders tiergerechter Haltung zu zahlen. Mehr als ein Drittel (38%) gibt an, keinen Aufpreis leisten zu können oder zu wollen.
Für Fließ ist das kein Widerspruch, sondern ein Auftrag: „Tierwohl ist kein reines Preis-, sondern ein Informations- und Vertrauensthema. Je besser die Menschen wissen, was hinter einem Produkt steckt, desto eher sind sie bereit, Verantwortung mitzutragen.“ Besonders jüngere Menschen und Städter:innen informieren sich zunehmend digital: über Social Media, Verbrauchermedien oder direkt bei Betrieben. Das unterstreichen auch viele Antworten in der Freifeldfrage, in denen Befragte sich mehr ehrliche Einblicke, bessere Kennzeichnungen und eine stärkere Einbindung der Landwirtschaft in den Dialog wünschen. Darüber hinaus fordern viele Verbraucher konkrete Veränderungen in der Tierhaltung selbst: An erster Stelle steht der Wunsch nach verbesserten Haltungsformen (40%), gefolgt von einem stärkeren Fokus auf Tierwohl (22%). Ein Teil der Befragten betont zudem die Bedeutung von weniger Bürokratie, mehr Transparenz im Verkauf und einer besseren finanziellen Absicherung landwirtschaftlicher Betriebe. Diese Rückmeldungen zeigen deutlich: Die Erwartungen an die Tierhaltung der Zukunft gehen über den Stall hinaus – sie betreffen auch Rahmenbedingungen, Kommunikation und Wertschätzung.
Weitere Informationen zur Umfrage: moderne-landwirtschaft.de/tierkompass










