Während sich europaweit 74% der Menschen Sorgen um ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten machen, sind es in Deutschland sogar 80% (2024: 75%). Rund 28% der Deutschen erwarten dabei eine Verschlechterung ihres Lebensstandards – bei den 35- bis 54-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 35%. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Ausgabe der Studienreihe „Banking on Banks“ von CRIF. Für die Studie wurden 6.000 Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien befragt.
Lebensstandard unter Druck
Die wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre wirken sich weiterhin auf die Erwartungen der Menschen aus: Ein Viertel der Europäer (24%) rechnet mit einer Verschlechterung des Lebensstandards im kommenden Jahr. In Deutschland sind auch die weiteren finanziellen Belastungen besonders spürbar:
- 31% erwarten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Lage.
- 27% der Befragten gehen davon aus, am Monatsende weniger Geld zur Verfügung zu haben.
- 24% machen sich Sorgen, ihre Rechnungen nicht pünktlich bezahlen zu können.
Fast jeder zehnte Deutsche äußert zudem Sorgen, die Miete oder Hypothekenzahlungen nicht mehr leisten zu können. Ein Grund ist die zunehmende Belastung durch höhere Kosten: So gaben etwa 32% der Befragten an, mehr für ihre Miete oder Hausfinanzierung ausgeben zu müssen als noch vor fünf Jahren. Auch bei Versicherungen und an der Tankstelle gaben rund ein Drittel der Befragten an, tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Bei Kosten rund um den Haushalt waren es sogar 44%.
Kredite schwieriger
Der zunehmende finanzielle Druck wird auch beim Blick auf die Kreditsituation deutlich: So wurde seit Anfang 2024 rund 12% der befragten Bundesbürger ein Kredit verweigert. In der Gesamtbetrachtung gaben 27% der deutschen Studienteilnehmer an, im Laufe ihres Lebens bereits mindestens eine Ablehnung bei einem Kredit erfahren zu haben. Dies ist auch im europäischen Vergleich ein Spitzenwert. Zum Vergleich: In Italien haben nur rund 15% diese Erfahrung gemacht, in Frankreich waren es 16% der Befragten.
Viele Verbraucher in Deutschland wollen nicht nur sparen – sie sehen sich zunehmend gezwungen, aktiv Einsparungen vorzunehmen. Laut aktueller Umfrage geben 59% der Befragten an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten „sparsamer geworden sind“.










