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Seit der Corona-Pandemie stehen insbesondere kleine und kleinste Unternehmen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen.
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BÄKO-magazin Titel Ausgabe 4-26
Marktforschung

Kleinstunternehmen unter Druck

Der im September 2024 gestartete Datev Mittelstandsindex hat sich als frühzeitiger Konjunkturindikator etabliert. Die aktuellen Umsatzwerte zeigen, dass die wirtschaftliche Lage im deutschen Mittelstand weiterhin angespannt ist.

Ein Jahr nach dem Start des Datev Mittelstandsindex zieht die IT-Genossenschaft eine positive Bilanz und freut sich über das rege Interesse an ihrem Konjunkturindex auf Basis anonymisierter Daten aus Datev-Lösungen. Seit September 2024 zeigt der Index, mit welchen wirtschaftlichen Herausforderungen der deutsche Mittelstand konfrontiert ist – mit Umsatzdruck, steigenden Löhnen und teilweise rückläufiger Beschäftigung. Fast durchgehend sanken seit September 2024 die Umsätze im Vorjahresvergleich, während gleichzeitig die Löhne deutlich stiegen und insbesondere in den kleinsten und kleinen Unternehmen angesichts dieser Herausforderungen die Zahl der Beschäftigten sank. „Der Mittelstandsindex legt offen, dass die mittelständische Wirtschaft auf externe Einflüsse deutlich empfindlicher reagiert als die Gesamtwirtschaft“, sagt Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der Datev eG. „Die Gesamtwirtschaft und die KMU entwickeln sich seit 2022 bei der Umsatzentwicklung auseinander. KMU verlieren gegenüber Großunternehmen an Boden.“ Die Politik müsse deshalb endlich ihre Hausaufgaben machen und mutig unter anderem die Bürokratie abbauen und die dringend notwendigen Investitionen in Infrastruktur ausbauen, folgert er.

 

Seit 2018 regelrecht durchgeschüttelt

Die bis 2018 zurückreichenden Datenreihen des Datev Mittelstandsindex machen deutlich, wie der deutsche Mittelstand in den vergangenen Jahren regelrecht durchgeschüttelt wurde: Vor der Pandemie dominierten moderate Umsatz- und Beschäftigungszuwächse, getragen vor allem vom Dienstleistungssektor und Binnenhandel. 2020 folgte der deutliche Einbruch durch die Corona-Pandemie, die Umsatzrückgänge und temporäre Personalabbaumaßnahmen in besonders betroffenen Branchen (Gastronomie, Beherbergung, Teile des Verarbeitenden Gewerbes) brachte. Im Jahr 2021 und Anfang 2022 setzte eine teils volatile Erholung ein, doch seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine führten hohe Energiepreise und Inflationsraten zu einem neuen Belastungszyklus, der die Erträge und die Planungssicherheit in den Unternehmen massiv beeinträchtigte und viele Betriebe an die Grenzen ihrer Belastbarkeit brachte. Aus den Datenreihen geht laut Datev hervor, dass die Kleinstunternehmen besonders stark betroffen waren und sich bis heute nicht erholt haben.

 

Lage weiter angespannt

Die aktuellen Umsatzwerte des Datev Mittelstandsindex auf Basis der August-Daten zeigen, dass die wirtschaftliche Lage im deutschen Mittelstand weiterhin angespannt ist. Der Umsatz sank saison- und kalenderbereinigt im Vergleich zum Vorjahr um 0,9% auf 91,6 Punkte (2022=100). Besonders deutlich fiel der Umsatzrückgang im Gastgewerbe (minus 5,8%) und im Handel (minus 1,3%) sowie im Bauhauptgewerbe (minus 1,4%) aus. Positiv: Im Verarbeitenden Gewerbe wuchs der Umsatz um 1,4%. Die Löhne und Gehälter stiegen auch im August weiter an, allerdings nicht ganz so stark wie in den Vormonaten. Der Lohnindex kletterte auf 114,9 Punkte. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 3,7% – nominal sowie saison- und kalenderbereinigt. Diese Entwicklung zeigt sich über alle Branchen, Bundesländer und Unternehmensgrößen hinweg. Der Beschäftigungsindex stagniert saison- und kalenderbereinigt bei 101,8 Punkten – plus 0,1% im Vergleich zum Vorjahr. Seit April 2025 bewegt er sich auf diesem Niveau. Hier zeigen sich aber insbesondere bei den Branchen und Unternehmensgrößen sehr unterschiedliche Entwicklungen. „Wir sehen, dass die Talsohle bei der Beschäftigungsentwicklung durchschritten scheint. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Kleinst- und kleinen Unternehmen weiterhin im Beschäftigungsabbau befinden“, betont Datev-CEO Mayr.

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