Nachdem Landesinnungsmeister Dirk Baumgarten, gleichzeitig Obermeister der Bäckerinnung Nord, in seiner Begrüßungsrede eine relativ konstante Zahl an Innungsmitgliedern (126) und Betrieben (213) konstatieren konnte, übergab er die Wortführung an Geschäftsführer Jan Loleit, der zum Auftakt das jüngst verabschiedete Einwegkunststofffondsgesetz als absurdeste Regelung, die er je erlebt hat, einstufte. „Warum ist ein 750-g-Stollen als Einwegsnack einzustufen, der unterwegs verzehrt wird und damit einer fälligen Abgabe von Tüten und Folien von 87,6 Cent pro Kilogramm unterliegt?“ Mehr Bürokratie geht nicht und gehört abgeschafft – wovon er ausgeht.
Grundsätzlich sind die aktuelle Verpackungssteuer sowie die Mess- und Eichverordung als auch die Gebührenerhöhung laufende Diskussionsthemen. Die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen im Gastrobereich ab kommenden Jahr auf 7% und eine unbefristet mögliche Stromsteuererstattung für produzierendes Gewerbe waren weitere Berichtsthemen ebenso wie die Stimmungslage nach der Auswertung der Umfrageergebnisse nach 100 Tagen Bundesregierung. Dringend erforderlich sei es beim Thema Sonntagsarbeitszeit im Bäckerhandwerk, die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit von maximal drei Stunden, die kaum zu realisieren ist, auszuweiten.
Öffentlichkeit erreichen
In die jährliche Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ sind in diesem Jahr in der Aktionswoche Ende November 41 Betriebe mit 355 000 Aktionstüten involviert. In die Auftaktveranstaltung am 25. November in Kappeln ist die Sozialmimisterin Aminata Touré eingebunden. Zweiter Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit dieses Jahres ist das Angebot einer speziellen Plattform „Employer Branding Studyflix“ mit inhaltlichen Videoclips zur Ausbildung im Bäckerhandwerk, an der ab Anfang November zunächst zwölf Betriebe für sechs Monate teilnehmen werden. Des Weiteren stand wie bereits in den Jahren zuvor die Zukunft der Verbandsorganisationen des Bäckerhandwerks in Hamburg und Schleswig-Holstein im Mittelpunkt. Zur Stärkung der Strukturen ist nach Auffassung von Loleit an einen landesübergreifenden Innungsverband zu denken. Hier gilt es für die Verantwortlichen auszuloten, was juristisch möglich ist.
Viel Aufmerksamkeit unter den Teilnehmern erfuhr der Bericht zur Aus- und Weiterbildung, worin Loleit zunächst über die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in der Zukunft berichtete, die Berufsschulstandortfrage ab 2029/30 diskutierte und eine Schulung in der Fläche trotz Schließung einiger Standorte von Seiten des Ministeriums in den Mittelpunkt stellte: „Hier sind wir auf einem guten Weg.“ Ein Novum ist die geplante Auslandsreise in Kooperation mit Vertretern norddeutscher Verbände nach Marokko zur nachhaltigen Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften aus Nordafrika. In drei bis vier Tagen werden dort über 100 junge Leute in Bewerbungsgesprächen vorgestellt, die perspektivisch für einen Arbeitsaufenthalt in Norddeutschland in Frage kämen. Geplant ist später ein derartiger Aufenthalt auch in Indien. Beim diesjährigen Landesleistungswettbewerb sind derweil leider nur vier Bäcker/innen und zwei Fachverkäufer/innen angemeldet.
Die Jahresrechnungen 2024 und der Haushaltspläne 2026 für die BI Nord und den LIV Schleswig-Holstein wurden einstimmig angenommen, ebenso die leichte Erhöhung der Prüfungsgebühren und die Entlastung der Vorstände und Geschäftsführung. Einen gelungenen Abschluss bildeten Vorträge zur Vorstellung einer Gruppenberufsunfähigkeitsversicherung.










