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Hauptreferenten der Versammlung waren (v.l.) GF Jan Loleit, LIM Dirk Baumgarten und Digitalisierungsberater Uwe Brehl.
© Jörg Sonntag
Titelbild BÄKO-magazin Ausgabe 10/26
Innungen

Begeisterung und Modernisierung

Die Mitgliederversammlung des Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein beschäftigte sich u.a. mit aktuellen Branchenherausforderungen und -chancen sowie der traditionell starken Öffentlichkeitsarbeit im Norden.

Tradition, Beständigkeit und Flexibilität: Das sind essenzielle Elemente der Perspektive, die das Bäckerhandwerk täglich zu meistern hat. So lautete das Resümee von Landesinnungsmeister Dirk Baumgarten in seiner Begrüßungsrede anlässlich der gemeinsamen Mitgliederversammlung des LIV Schleswig-Holstein und der Bäckerinnung Nord im Hotel „Seeblick“ im schleswig-holsteinischen Mühbrook. Zwei Dinge gilt es laut Baumgarten fest im Blick zu behalten: „In unserer Jugend die Begeisterung für das Bäckerhandwerk zu wecken, was auch für die langjährigen Mitarbeiter gilt, und weiterhin die Modernisierung in der Optimierung der Betriebsabläufe mittels Digitalisierung als neue Werkzeuge zu nutzen. Das Bäckerhandwerk lebt – und es hat Zukunft.“

Im folgenden Bericht des Geschäftsführers Jan Loleit standen zunächst Bundesthemen im Mittelpunkt: Verpackungs- und Einwegsteuer, Mehrwegquote sowie die Neuverhandlung des Tarifvertrags ab Februar 2027, wobei noch nach einer vernünftigen Lösung gesucht wird. Viel Gelächter gab es im Kreis der Mitglieder, als auf das um zehn Gramm abweichende halbe Brotgewicht in Bayern mit juristischen Folgen hingewiesen wurde.

 

Aktive Öffentlichkeitsarbeit

Auch in diesem Jahr ist die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ eine von vielen Maßnahmen in der Öffentlichkeitsarbeit, der sich bisher 32 Betriebe mit knapp 300 000 Aktionstüten in der Aktionswoche vom 23. bis 28.11.2026 angeschlossen haben. Auftaktveranstaltung ist am 23. November in Niebüll. Ende September gibt es dann einen Eröffnungsgottesdienst zur Aktion „5 000 Brote – Konfis backen Brote für die Welt“.

Die bisher sehr positiv aufgenommenen Lehrvideos für Schüler/innen werden ebenso fortgeführt. Auch die Gewinnung von Auszubildenden aus dem Ausland wird im kommenden Jahr weiterhin ein Thema sein. 2026 wurden 50 Interessenten aus Marokko rekrutiert und davon 27 vermittelt, was mit dazu führte, dass die Zahl der Bäckerlehrlinge von 152 (2025) auf 168 (2026) anstieg und der Abwärtstrend bei den Fachverkäufer(inne)n gestoppt werden konnte (2025: 247, 2026: 248).

Für den per Video zugeschalteten Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, ging es inhaltlich um die Interessenvertretung des Bäckerhandwerks zu Themen wie Reform des Arbeitszeitgesetzes, überzogene Bürokratie, Tierhaltungskennzeichnungsgesetz und neue EU-Verpackungsverordnung, ferner um den Ausblick zu diversen Aktionen wie „Brot des Jahres“ 2027 oder die Aktion „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“.

 

KI eröffnet Möglichkeiten

In seinem einstündigen Vortrag gab Berater Uwe Brehl einen tiefen Einblick in die Potenziale der Künstliche Intelligenz für das Bäckerhandwerk entlang der Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung über die energieeffiziente Ofensteuerung und präzise Absatzprognosen bis hin zur Logistik. Er präsentierte dazu Praxisbeispiele. Wahrnehmen, Erkennen, Vorhersagen, Empfehlen sowie Erzeugen und Handeln sind die unterschiedlichen KI-Ansätze. Für den Referenten ist dies wie ein „Doping für effiziente Bäckereibetriebe“. Für ihn ist in der Ära der Digitalisierung das Lernen die neue Goldwährung.

In den Erläuterungen zur Jahresrechnung 2025 konnte GF Jan Loleit auf ein positives Ergebnis und einen entspannten Haushaltsplan 2027 verweisen, der von der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen wurde ebenso wie interne Nachwahlen in einigen Ausschüssen, dazu die Neuwahl des Mitglieds Fassi Rohparwar, Itzehoe in den Vorstand des Landesinnungsverbands für den ausgeschiedenen Dr. Udo Pfahl. Ein Zusammengehen der Innung Nord und der Innung Hamburg ist weiterhin in der Planung, wobei steuerrechtliche Probleme in der Diskussion stehen.

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