Leckere Weihnachtsküche
Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit der Aromen und der kulinarischen Verführungen. Zwei hessische Spitzenköche und ein Spitzenkonditor zaubern saisonal und regional weihnachtliche Menüs zum Nachkochen und verraten dabei auch ihre Profitricks für einen exzellenten Geschmack und den weihnachtlichen Eindruck auf dem Teller. Mit dabei sind Sternekoch André Großfeld und Andreas Vogel, Konditorei Vogel in Braunfels.
Samstag, 13. Dezember, hr fernsehen, 16 Uhr
Alles für meine Konditorei
Barbara wächst in einer traditionsreichen Konditorei in Garmisch auf. Als nach dem frühen Tod des Vaters das Unternehmen an den jüngeren Bruder fällt, ist sie tief getroffen. Doch den Traum von der eigenen Konditorei will sie nicht aufgeben. Barbara wird 1964 in Garmisch als älteste Tochter einer Konditorfamilie geboren. Schon früh spürt sie den Druck, den die Erwartungen der Familie auf ihr Leben ausüben. Der Kontakt mit US-Soldaten, die in dem Ort stationiert sind, weckt ihren Freiheitsdrang und die Neugier auf das Leben außerhalb ihrer kleinen Welt. Doch die Verantwortung gegenüber der Familie zieht sie immer wieder zurück. Sie macht eine Ausbildung zur Konditorin und arbeitet im Familienbetrieb mit in der Erwartung, das Geschäft mal zu übernehmen. Als sie den Garmischer Mike kennen und lieben lernt und mit ihm drei Kinder bekommt, scheint sie angekommen. Bis der plötzliche Tod ihres Vaters 1995 alles verändert. Die Mutter entscheidet, dass Barbaras jüngerer Bruder das Unternehmen weiterführen soll. Frustriert und entschlossen, übernimmt Barbara 1998 eine alte Konditorei im 25 km entfernten Murnau. Mit schier unendlicher Energie stürzt sie sich in die Arbeit und beweist sich als Unternehmerin. Doch sie zahlt einen hohen Preis dafür: Ihre Ehe geht in die Brüche und der Kontakt mit ihren Kindern ist belastet. Erst ein Schicksalsschlag lässt sie ihre Prioritäten überdenken und ihr Leben nimmt nochmal eine neue Wendung.
Montag, 15. Dezember, Bayerisches Fernsehen, 22 Uhr
Barocke Weihnachten
Die Dokumentation lässt mit Spielszenen in historischen Gewändern auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden im niederösterreichischen Marchfeld die barocken Weihnachtstraditionen wieder aufleben. Dazu zählen auch kulinarische Besonderheiten. Was seit dem Mittelalter zu den Weihnachtsspeisen gehört, ist Lebkuchen. Er bleibt für einige Monate frisch, zerbricht nicht, gilt als guter Reiseproviant und als kostbares Gastgeschenk. Je mehr Gewürze beigefügt werden, desto wohlhabender ist der Haushalt, aus dem er stammt.
Dienstag, 16. Dezember, 3sat, 9.45 Uhr
Von Bäckern mit Laib und Seele
„die nordstory“ erzählt Geschichten von verschiedenen Bäckern in Niedersachsen und zeigt, wie ihre regionalen Spezialitäten entstehen und wie viel handwerkliches Können in ihren Produkten von Schwarzbrot bis Gersterbrot steckt. Mensch und Brot: eine kernige und vielfältige Verbindung! So verzeichnet das Brotregister des Deutschen Brotinstituts mehr als 3.000 unterschiedliche Brotspezialitäten. Außerdem kauft jeder Deutsche im Schnitt 21 Kilogramm Brot im Jahr. Dabei macht das begehrte Grundnahrungsmittel nicht nur einfach satt, es ist sogar als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Weil aber die Konkurrenz mit günstigen Aufbackwaren groß ist, kämpfen die Bäckermeister/innen überall um die Zukunft ihres Handwerks.
Jörg Ripken bewahrt das Rezept für sein Ostfriesisches Schwarzbrot als heiliges Familiengeheimnis. Seit Generationen wird bei den Ripkens nach denselben Regeln gebacken. „Bei Schwarzbrot wechseln die Leute nicht, sie essen die Sorte, mit der sie großgeworden sind!“, sagt der Bäckermeister. Jörg Ripken hat die Bäckerei seiner Eltern ausgebaut und zukunftstauglich gemacht. Neben vier weiteren Filialen hat er noch einen wichtigen Geschäftszweig aufgebaut: seine Marktwagen. Mit denen sind er und seine Mitarbeitenden in ganz Ostfriesland unterwegs, vom Fehntjer Land bis in die Krummhörn und nach Emden. Qualität ist ihm wichtig. Bei einem Besuch im „Roggen-Gürtel“ in der Lüneburger Heide informiert er sich direkt beim Landwirt, woher sein Roggen kommt. Und in der Roland-Mühle in Bremen macht sich Bäcker Ripken schlau, wie aus dem Korn das wertvolle Roggenmehl wird. In der Hochsaison alle Touristen auf der Ostfriesischen Insel Langeoog mit frischen Brötchen zu versorgen, das ist eine Mammutaufgabe für Jannes Remmers. Er führt eine von zwei Inselbäckereien. Dann erwartet ihn auch noch eine besondere Herausforderung: Weil sein Mitbewerber sich aus dem Brötchengeschäft zurückgezogen hat, backt Jannes jeden Tag mit seinem kleinen Team bis zu 10.000 Brötchen. Mit seinem Lastenrad beliefert er die Inselhotels und sorgt für Nachschub in den Filialen. „Ich bin ein sehr junger Chef, klar! Aber für meine Leute zählt, dass ich mein Handwerk beherrsche und voll dabei bin“, sagt Jannes. Vier Kinder, alleinerziehend, Schulden und dann auch noch eine Ausbildung in einem schlecht bezahlten Beruf. Für Sabine Gaues gab es eine Zeit in ihrem Leben, da wusste sie nicht wie es weitergehen sollte. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Bäckerinnen Deutschlands. Sie betreibt mittlerweile mehrere Filialen in Niedersachsen. Ihre besondere Leidenschaft gehört dem Gersterbrot, einer Spezialität aus Hannover. Die selbstbewusste Frau ist ständig auf Achse, betreut die Bäckerlehrlinge, kümmert sich um die Finanzen. Und die Familie soll schließlich auch nicht zu kurz kommen. Vermutlich kennt niemand die norddeutschen Bäcker und ihr Brot besser als Michael Isensee. Denn er hat im Zweifelsfall schon mal von jedem eine Scheibe probiert. Bei Brotprüfungen für Bäckerinnungen in ganz Norddeutschland untersucht er die Brote und Brötchen seiner Bäckerkollegen. Kruste und Krume, Aussehen und Geschmack, alles spielt eine Rolle. Vor einer Prüfung frühstückt Isensee stets ein Brötchen. „Man darf natürlich nicht satt sein, aber total hungrig ist auch nicht gut für die Wahrnehmung“, sagt der Brotsommelier.
Dienstag, 16. Dezember, NDR Fernsehen, 14 Uhr
Wie man Schwarzwälder Kirschtorte backt
Sie gilt als die deutsche Torte überhaupt: die Schwarzwälder Kirschtorte. Die preisgekrönte Konditorin Ramona Bizenberger backt nach altem Familienrezept. Ihr Mann Manuel brennt das Kirschwasser, dass der Torte den unvergleichlichen Geschmack gibt … Sie ist fast ein Nationalheiligtum und ein touristisches Aushängeschild für die gesamte Region, die Schwarzwälder Kirschtorte. Tief im Schwarzwald, am Fuße des Feldbergs, liegt eine kleine Konditorei, die für ihre Schwarzwälder Kirschtorte bekannt ist. Konditorin Ramona Bizenberger hat auf der ganzen Welt in Luxushotels und Luxus-Restaurants Desserts gezaubert. Ihre Schwarzwälder Kirschtorte hatte sich sogar die englische Queen auf der Zunge zergehen lassen. Der unvergleichliche Geschmack ihrer Torte beruht auf kräftigem Schnaps. Ramonas Mann Manuel ist Schnaps-Sommelier und hat für die Torte seiner Frau ein spezielles Kirschwasser entwickelt, das er selbst brennt. Die Bizenbergers sind ein Familienbetrieb, in dem drei Generationen leben und arbeiten. Regionalität und Handwerk stehen im Mittelpunkt.
Dienstag, 16. Dezember, ARD-alpha, 19.30 Uhr
Die Nordreportage: Die Zuckerbäckerin
Zu Weihnachten hat Bäckermeisterin Linn Anna Middelberg, Anfang 30, doppelt Stress: Sie will das Traditionscafé Fiedler in Kiel moderner und frischer präsentieren und eine Filiale komplett umbauen. Und sie ist verantwortlich dafür, dass in der Backstube zusätzlich zwanzig Weihnachtsgebäcke produziert und verkauft werden. Unterstützt wird die Konditorin, die das Geschäft in der fünften Generation führt, von ihrem Mann Christian, ebenfalls Anfang 30, und ihren Eltern Anke und Jörn. Die Herausforderung der Zuckerbäckerin: der Spagat zwischen Tradition und Moderne in einem 105 Jahre alten Betrieb und der Balanceakt zwischen selbstständiger Bäckermeisterin und Mutter von einem anderthalbjährigen Sohn.
Mittwoch, 17. Dezember, NDR Fernsehen, 18.15 Uhr
Niederegger – Ein Leben für Marzipan
Als Holger Strait im Alter von 30 Jahren die Geschäftsleitung des Familienunternehmens übernommen hat, hatte er sich den Schritt gut überlegt. Ohne die Unterstützung seiner Frau wäre es für ihn undenkbar gewesen, Niederegger weiterzuführen. Das Ehepaar hat die Leitung des Unternehmens gemeinsam inne, sie kümmert sich um die Cafés, er um die Marzipanfabrik. In 40 Länder wird Niederegger exportiert, Marzipantradition seit mehr als 200 Jahren. Als Konditorgeselle kam Gründer Johann Georg Niederegger im Jahre 1800 in der Marzipanstadt Lübeck an. In seiner schwäbischen Heimat herrschte Krieg, Zuckerbäcker waren da nicht gefragt. Trotz großer Konkurrenz gelang es ihm, in der Hansestadt Fuß zu fassen. Niedereggers „Geheimrezept“: viele Mandeln, wenig Zucker und ein Tropfen Essenz, das ist immer noch die Basis des Erfolgsrezepts für das Marzipan. In den Niederegger Cafés gibt es nicht nur den Klassiker, die Marzipan-Nusstorte, sondern auch aufwendig verpacktes Marzipan als Mitbringsel oder luxuriöses Geschenk. Die besondere Essenz und der Zusammenhalt der Ehepaare ziehen sich in dieser Folge „Norddeutsche Dynastien“ wie ein roter Faden durch die Familiengeschichte. „Tradition heißt, die guten Werte übernehmen und in die Zukunft transportieren“, ein Erfolgsrezept hoffentlich auch für die nachfolgende Generation, die Töchter von Firmeninhaber Strait.
Mittwoch, 17. Dezember, NDR Fernsehen, 21 Uhr
Der Strudel – Ein Hauch von Teig
In ihrer filmischen Reise führt Anita Lackenberger durch die Kulturgeschichte des Strudelteigs – vom heutigen Mitteleuropa bis zu den Wurzeln des Strudels im Orient. Es ist eine große Kunst, einen Strudelteig so hauchdünn auszuziehen, dass man darunter eine Zeitung lesen kann. Die Füllungen können süß oder pikant sein und etwa aus Äpfeln, Nüssen, Mohn, Topfen oder aus Käse, Spinat, Kraut, Zwiebeln und Speck bestehen. Die dünnen Teigblätter sind orientalischen Ursprungs. Das süße Baklava ist eine klassische türkische Dessert-Spezialität, die auch bei uns viele kennen: gefüllt mit Walnüssen oder Pistazien und übergossen mit Honig oder Zuckersirup. Die österreichische Küche ist voller Strudel-Wunder. Um den Apfelstrudel hat sich ein wahrer Koch-Glaubenskrieg entbrannt: Für die einen gehören simple Brösel zur Füllung, für die anderen müssen es Biskuitbrösel sein, wieder andere schwören auf Nüsse. Der Topfenstrudel wird besonders gern mit Vanillesoße verspeist. Der Milchrahmstrudel ist an Üppigkeit nicht zu überbieten: Die Füllung besteht aus süßem Rahm, Zucker und Spezereien. Darüber wird wieder reichlich Vanillesoße gegossen. Im bayrischen Neumarkt in der Oberpfalz wird ein „Apfel-Millirahm-Strudel“ gebacken – eine Mischung zwischen einem Apfel- und einem Milchrahm-Strudel, der wohl das Beste aus beiden „Strudelwelten“ zusammenführt. Der „Vierlings-Strudel“ ist quasi das slowenische Nationalgebäck: Zwischen den Strudelblättern werden schichtweise verschiedene Füllungen – aus Mohn, Nüssen, Äpfeln und Topfen – aufgetragen und noch mit „süßer Sahne“ getränkt. Weizenmehl aus Ungarn hat einen hohen Kleberanteil und eignet sich daher besonders gut zur Herstellung von Strudelteig. Der ungarische Mohnstrudel, „Rétes“ genannt, gilt in seinem Ursprungsland ebenfalls als Nationalspeise. Sein Ruf als edles Dessert hat sich aber bereits im 19. Jahrhundert nicht nur in der österreichisch-ungarischen Monarchie verbreitet, sondern ist gar bis nach Frankreich vorgedrungen. Der Strudel birgt wahrlich einen großen Schatz an Kulturgeschichte, der Menschen mehr verbindet, als trennt und die Küche zum Hort der Völkerverständigung erhebt.
Donnerstag, 18. Dezember, 3sat, 9.45 Uhr
Das Märchen von der sauberen Schokolade
Sie sind für fairen Handel, für Nachhaltigkeit und gegen Kinderarbeit. Wer sich als kritischer Verbraucher auf den Seiten der Schokoladenhersteller umsieht, hat schnell ein gutes Gefühl. Schokolade, so scheint es, kann man ohne schlechtes Gewissen kaufen. Aber stimmt das wirklich? Ein Fernsehteam reist an die Elfenbeinküste und deckt erschreckende Zustände auf: zahlreiche Kinder schuften dort unter erbärmlichen Bedingungen. Die Kakaobohnen, die sie ernten, stecken auch in Schokoladentafeln, auf denen ein Siegel für Nachhaltigkeit und fairen Handel prangt. „Wenn wir mal Fleisch essen, dann sind es Ratten“, erzählt die 13-jährige Marcellin. Sie arbeitet wie viele andere Kinder auf den Kakaoplantagen in Côte d’Ivoire, dem größten Kakaoproduzenten der Welt. Die jungen Arbeiterinnen und Arbeiter sind oft erst zwölf Jahre alt, hantieren mit gefährlichen Werkzeugen und haben keine Chance auf Schulbildung oder auch nur einen anständigen Lohn oder ausreichende Ernährung. Schätzungen zufolge sind rund 1,5 Mio. Kinder unter solch prekären Umständen allein in der Elfenbeinküste tätig. Viele von ihnen stammen aus noch ärmeren Ländern wie Mali oder Burkina Faso. Sie sind von ihren Eltern an Plantagenbesitzer verkauft worden, weil sie ihre Familien nicht ernähren können. Wie kann das sein? Immerhin prangt auf vielen Schokoladenpackungen das Siegel der Zertifizierungsstelle „Rainforest Alliance“, das für ökologische und soziale Nachhaltigkeit stehen soll. Der Schweizer Schokoladenhersteller „Lindt & Sprüngli“ führt dieses Siegel auch, wirbt aber vor allem mit einem eigenen Programm zur Nachhaltigkeit. Nachdem Filmemacher Michael Höft mehrere Fälle von Kinderarbeit auf Kakaoplantagen für einen Film im Jahr 2023 dokumentiert hat, konfrontiert er „Rainforest Alliance“ mit den Ergebnissen. Die Organisation gibt zu, dass sie zwar gegen Kinderarbeit kämpfe, nicht aber garantieren könne, dass Produkte mit ihrem Siegel frei von Kinderarbeit sind. Man bemühe sich aber. Ein Jahr später besucht Michael Höft das Land erneut: Hat sich auf den Plantagen von „Rainforest Alliance“ etwas verbessert? Michael Höft konfrontiert auch die Firma „Lindt & Sprüngli“ mit den Ergebnissen seiner Recherche. Das Unternehmen versichert, ab 2025 Kinderarbeit in seiner Lieferkette vermeiden zu wollen und verweist auf ein firmeneigenes Farming-Programm, das die wirtschaftliche und soziale Lage der Kakaobauern deutlich verbessern würde. Geht es den Kakaobauern dieses Programmes wirklich besser? Oder sind die Informationen des Schokoladengiganten reine PR? Michael Höft reist erneut in die Elfenbeinküste, denn die Kakaobohnen, die im Herbst 2024 geerntet werden, landen im kommenden Jahr in den Schokoladentafeln. Die Dokumentation „Das Märchen von der sauberen Schokolade“ deckt die bittere Wahrheit hinter der süßen Versuchung auf und fragt, wie viel jedem der Genuss von Schokolade wert ist. Eine packende Dokumentation über die bittere Seite von Schokolade, der Lieblingssüßigkeit der Deutschen.
Donnerstag, 18. Dezember, 3sat, 23.05 Uhr
Torten, Stollen und Pandoro – Weihnachtskuchen in Europa
In ganz Europa werden in der Zeit rund um Weihnachten die unterschiedlichsten Torten, Kuchen, Biskuitrollen, Sterne und Stollen gebacken – die Zutaten sind je nach Region höchst unterschiedlich. Ob reichhaltiger Hefestollen mit Trockenfrüchten, würzige Linzer Torte oder schokoladig-zarte „Bûche de Noël“: Der Duft von frisch Gebackenem weckt Kindheitserinnerungen, und so mancher freut sich das ganze Jahr auf die eine oder andere süße Köstlichkeit. Aus der oberösterreichischen Hauptstadt Linz kommt eine Weihnachtsspezialität mit langer Tradition: Die „Linzer Torte“ gilt als älteste Torte der Welt. Die teuren Zutaten, vor allem die Gewürze, waren auch im Mittelalter in der Handelsmetropole Linz zu erhalten. Die Linzer Torte findet sich im 18. Jahrhundert bereits in verschiedenen Kochbüchern, das älteste erhaltene Rezept stammt von 1653. Ein traditionelles tschechisches Gebäck sind die Kolatschen: Germteigtaschen, die mit Quark und zusätzlich mit Pflaumenmus, Nüssen oder Mohn gefüllt und nach dem Backen noch festlich verziert werden. Eine der bekanntesten, süßen Spezialitäten aus Tschechien sind die Karlsbader Oblaten. Sie werden mit dem Karlsbader Quellheilwasser hergestellt. Heute fast vergessen ist die mit Schokoladebuttercreme gefüllte Oblaten-Torte, die auch an Festtagen gereicht wurde. Weihnachtsstollen sind eine deutsche Spezialität. Sie werden meist nach traditionellen Rezepten hergestellt, die in den Bäckerbetrieben oder Familien seit Generationen weitergegeben wurden. Stollen wird aus einem schweren Hefeteig mit hohem Fett- und Zuckeranteil gebacken, der Teig wird durch Trockenfrüchte und kandierte Früchte verfeinert. Die Tradition verlangt, dass der Christstollen erst zu Weihnachten angeschnitten werden darf. Mit dem im Erzgebirge entwickelten Stollenkuchen kann man sich schon die Adventzeit versüßen. In Frankreich bäckt man zu Weihnachten eine „Bûche de Noël“, einen Weihnachtsbaumstamm. Tatsächlich erinnert die Form der Biskuitrolle an einen Baumscheit. Mit Schokoladecreme gefüllt und überzogen und entsprechend verziert, ist diese Spezialität auch optisch ein Kunstwerk. Das typische Weihnachtgebäck in Verona ist der „Pandoro“, das „goldene Brot“. Dabei handelt es sich um einen äußerst aufwendigen Germteig, dessen Herstellung mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Die gelbe Farbe erhält der Teig von reichlich frischen Eiern, die verwendet werden. In Urfahr bei Linz backt man traditionell zum Jahreswechsel den Neujahrsstern. Dabei handelt es sich um ein süßes Germgebäck, das aufwendig zu einem Stern geflochten wird. Wer ein Stück abbekommt, soll Glück im neuen Jahr haben. Der Schweizer Dreikönigskuchen bietet neben dem Geschmackserlebnis eine zusätzliche Belohnung: Im Gebäck ist ein kleiner König versteckt. Wer diesen in seinem Stück findet, wird den ganzen Tag von seiner Familie wie ein König verwöhnt.
Freitag, 19. Dezember, 3sat, 9.45 Uhr
Zu Tisch mit Lucie – Kitchen Hacks
Weihnachtsgebäck hat viele Gesichter: Von Pfefferkuchen in Deutschland bis zur Bûche de Noël in Frankreich ist alles dabei. Dahinter stehen jahrhundertealte Traditionen und regionale Bräuche. „Zu Tisch mit Lucie“ blickt in Europas Backstuben und backt mit Lucie Fischer-Chapalain europäische Weihnachtsklassiker: Plätzchen mit feinem Zuckerguss, französische Lebkuchen, Arme Ritter aus Panettone und natürlich die Bûche de Noël. Weihnachtsgebäck ist mehr als Naschwerk – es erzählt Geschichten von Regionen und ihren Traditionen. Aber woher kommt der Brauch eigentlich? Die Sendung erzählt von heidnischen Lichtbroten, klösterlicher Backkunst und Plätzchenformen mit religiöser Bedeutung. In der Vorweihnachtszeit backt ganz Europa nach jahrhundertealten Traditionen: Im Elsass bereitet Familie Riahi Früchtebrot zu und im österreichischen Weissensee kommen bei Familie Knaller Plätzchen mit Kürbiskernöl in den Ofen. Köchin Lucie Fischer Chapalain nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in ihre Backstube für eine klassische Bûche de Noël und französischen Lebkuchen. Außerdem hat sie Tipps für richtig guten Zuckerguss, mit dem sie Plätzchen filigran verziert. Aus italienischem Panettone werden Arme Ritter – perfekt für die Zeit nach Weihnachten..
Freitag, 19. Dezember, arte, 11.55 Uhr
Die Nordreportage: Oh, du Fröhliche…
Was wäre Weihnachten ohne Stollen und leuchtende Sterne? Ob klassisch, Mohnstollen bis hin zum Stollen mit Quarkfüllung, die Stollen von Bäckermeister Nils Peters und seinen Mitarbeitenden von der Insel Rügen sind der Renner. Dementsprechend viel ist in der Bäckerei zu tun. Birger Neuendorf müsste eigentlich noch nicht in Hektik verfallen, aber es kribbelt ihm schon wieder in den Fingern. Der Elektriker pfeift auf die Stromrechnung und schmückt wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit Haus und Hof in Neddemin mit Tausenden Lichtern. Sein Grundstück wird so zur Attraktion. Und auch in Stralsund leuchten die ersten Sterne, sie sind meterhoch und werden an ungewöhnlichen Plätzen aufgestellt. Für den letzten Stern läuft bei der Wendorfer Firma Masson gerade die Produktion. Die fröhlich bunt beleuchteten Sterne bieten Lichtblicke am Kreisverkehr, in der Plattenbausiedlung oder in der Altstadt der Hansestadt Stralsund. Und wenn dann noch der große Weihnachtsbaum gefällt ist und vor dem Rathaus aufgestellt wird, fehlt nur noch etwas Lichterschmuck. Pünktlich zur Adventszeit wird auch die Ausstellung im einzigen Norddeutschen Krippenmuseum in Güstrow auf Vordermann gebracht: putzen, dekorieren und schön beleuchten heißt es hier.
Freitag, 19. Dezember, NDR Fernsehen, 14 Uhr
Expedition in die Heimat
Rothenburg ob der Tauber ist an Weihnachten ein Magnet für Reisende aus aller Welt. Die mittelalterliche Stadt mit ihren faszinierenden Fachwerkfassaden funkelt im Lichtermeer des berühmten „Reiterlesmarkts“. Hier ist nicht der Weihnachtsmann, sondern das Reiterle die Symbolfigur für den Zauber der Weihnacht. SWR-Moderatorin Annette Krause trifft bei ihrem Rundgang nicht nur Reiterle-Darsteller Timo Herrscher, sondern auch Kinder und Erwachsene, die in der Stadt Bäume weihnachtlich schmücken. Sie besucht eines der berühmtesten Weihnachtsgeschäfte der Welt, das in Rothenburg seinen Ursprung hat und schlendert durch das angrenzende Weihnachtsmuseum. Bäcker Florian Striffler, dessen Familie seit vielen Generationen das Bäckerhandwerk ausübt, zeigt, wie und woraus die berühmten Schneeballen gemacht werden – ein ungewöhnliches Gebäck. Vom einzigen Winzer der Stadt, Albert Thürauf, erfährt sie, wie der legendäre Reiterlesmarkt einst entstand und warum sein weißer Glühwein so begehrt ist.
Freitag, 19. Dezember, SWR Fernsehen, 20.15 Uhr
Süße alte Zeit – Wiener Konfekt und Konfiserie
Manner, Heller, Aida, Demel, Pischinger – viele der Namen, die man heute noch mit süßem Vergnügen assoziiert, haben ihre Anfänge in der ausgehenden Donaumonarchie. Auch wenn die letzten sieben Jahrzehnte ein Asket auf dem Habsburger Thron saß, für den der Schratt-Gugelhupf schon das höchste aller Gefühle war, gehörte die zuckerhaltige Nachspeise schon dank der böhmischen Wurzeln der Wiener Küche zum Hofstaat dazu. Entsprechend hoch entwickelt und beliebt waren viele dieser Produkte. Viele Firmen wurden von dem Pioniergeist der Jahrhundertwende mitgerissen und setzten zu ambitionierten Erfolgsgeschichten an, die zum Teil bis heute andauern. Zucker wurde damals noch in kleinen, oft mit Schloss versehenen Dosen aufbewahrt, weil er so kostbar war. Von der Zuckerskepsis heutiger Tage ahnte damals noch niemand etwas, und so konnte man sich dem Genuss ohne jedes schlechte Gewissen hingeben.
Samstag, 20. Dezember, 3sat, 11.30 Uhr
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.




