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Der überwiegende Teil der deutschen Handwerksbetriebe bietet zusätzlich zu Barzahlung auch Kartenzahlungen und digitale Bezahlverfahren an – das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen ZDH-Umfrage.
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BÄKO-magazin Ausgabe 12-25 Titel
Branche aktuell

Zahlungsmethoden im Handwerk

Zu den bevorzugten Zahlungsmitteln im Handwerk lagen bislang nur wenige Daten vor. Um diese Lücke zu schließen, hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit Handwerkskammern und Fachverbänden eine Befragung durchgeführt.

Um belastbare Informationen über das tatsächliche Nutzungsverhalten, die Kosten und die praktischen Herausforderungen der verschiedenen Zahlungsmittel im Handwerk zu erhalten, hat der ZDH im Zeitraum vom 18. August bis 12. September 2025 eine Onlineumfrage zur Nutzung und Verbreitung verschiedener Zahlungsmethoden im Handwerk durchgeführt. 817 Betriebe beteiligten sich an der Erhebung.

 

Breite Akzeptanz der Girocard

Knapp zwei Drittel der Betriebe (65%) ermöglicht ihren Kundinnen und Kunden neben Barzahlung auch die Bezahlung per Karte oder mittels digitaler Bezahlverfahren wie z.B. Apple Pay, Google Pay oder PayPal. Ein kleiner Teil dieser Betriebe (8%) knüpft die Bezahlung handwerklicher Waren und Dienstleistungen aber an bestimmte Voraussetzungen (i.d.R. einen Mindestumsatz). Bei den Kartenzahlungen/digitalen Bezahlverfahren ist die Zahlung per Girocard beinahe flächendeckend vertreten und wird von 98% dieser Betriebe akzeptiert. Weit verbreitet ist zudem die Zahlung mittels Kreditkarte, die 72% anbieten. Digitale Bezahlverfahren sind im Handwerk dagegen noch vergleichsweise wenig verbreitet und werden von 41% der Betriebe genutzt. 23% der antwortenden Betriebe wickeln die Bezahlung nicht per Karte oder digital, sondern per Lastschrift oder Überweisung ab, 12% akzeptieren ausschließlich Barzahlung.

 

Zahlungsmittel im Lebensmittelhandwerk

55% der antwortenden Betriebe des Lebensmittelhandwerks bieten ihren Kundinnen und Kunden neben der Barzahlung auch Kartenzahlung oder digitale Bezahlverfahren an. Weitere 10% tun dies, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. 28% akzeptieren nur Barzahlung. Generell sind laut den Ergebnissen in Gewerbegruppen, in denen verhältnismäßig große Beträge pro Transaktion anfallen (etwa in den Gesundheitshandwerken oder im Kfz-Handwerk), bargeldlose Bezahlverfahren stärker verbreitet als dort, wo die durchschnittlichen Umsätze bei einer Transaktion eher kleiner ausfallen.

 

Je größer, desto digitaler

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kartenzahlungen oder digitale Bezahlverfahren angeboten werden, steigt laut der ZDH-Erhebung auch mit der Betriebsgröße: Während lediglich 31% der Ein-Personen-Betriebe bargeldlose Zahlungen akzeptieren, bieten 84% der Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitenden diese Möglichkeit an. Vor allem die großen Handwerksbetriebe mit 50 und mehr Beschäftigten betreiben oft mehrere Betriebsstätten (teilweise auch mobile Verkaufsstände). Der Aufwand bei der Organisation der Bargeldversorgung dürfte mit der Zahl der Verkaufspunkte eher zunehmen, womit bargeldlose Bezahlverfahren attraktiver werden.

 

Gebühren und Aufwand als Hemmnisse

Kosten und organisatorischer Aufwand spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen bargeldlose Zahlverfahren: Mehr als die Hälfte der Betriebe (52%), die Kartenzahlung bzw. digitale Zahlverfahren anbieten, empfindet diese als zu teuer. Dabei werden die Transaktionsgebühren von den Betrieben im Durchschnitt mit 1,7% des Transaktionsbetrags beziffert. Die Ausgaben für Ein- und Auszahlungen von Bargeld belaufen sich im Durchschnitt auf 1,1% des eingezahlten Transaktionsumsatzes. 18% der Betriebe betrachten die Kosten der Bargeldabwicklung als zu hoch. Nicht außer Acht zu lassen ist aber auch der Zeitaufwand für die Ein- und Auszahlung von Bargeld bei der Bank sowie die Beschaffung von Wechselgeld, der im Durchschnitt pro Betrieb fast eine Stunde pro Woche beträgt. Einen wesentlichen zeitlichen Faktor stellen dabei die Wegstrecken dar. Um Wechselgeld zu erhalten, legen Betriebe im Durchschnitt 2,7 Kilometer zurück. Für die Einzahlung von Bargeld liegt die durchschnittliche Distanz laut der Umfrage bei 2,4 Kilometern.

Die vollständigen Ergebnisse der ZDH-Betriebsumfrage zur Verbreitung von Zahlungsmethoden im Handwerk finden sich auf der Website des ZDH (PDF).

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