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Die Zahl der Menschen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen sinkt laut aktuellen Zahlen des Destatis. (KI-generiertes Symbolbild)
© ChatGPT/BÄKO-magazin
Das KI-generierte Symbolbild zeigt einen stilisierten Arbeitsvertrag mit Unterschrift und einem grünen Stempel mit der Aufschrift „unbefristet“.
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 9_26
Branche aktuell

Weniger befristete Beschäftigung

Die Anteile von Befristungen und anderen Formen atypischer Beschäftigung gehen nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) in Deutschland zurück. Beschäftigte im Bildungswesen und Jüngere arbeiten häufiger als andere befristet.

Rund 2,2 Mio. Menschen in Deutschland hatten im Jahr 2025 einen befristeten Arbeitsvertrag. Das entsprach 6% aller Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Ausbildung, Studium oder Freiwilligendienst waren (Kernerwerbstätige). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilt, ist der Anteil in den vergangenen zehn Jahren leicht zurückgegangen: 2015 hatte er noch bei 7% gelegen. Zwischen den Geschlechtern zeigen sich kaum Unterschiede: Bei den Frauen waren im vergangenen Jahr 6,2% der Kernerwerbstätigen befristet beschäftigt, bei den Männern waren es 5,7%.

 

Atypische Beschäftigung insgesamt geht zurück

Befristet Beschäftigte zählen zusammen mit geringfügig Beschäftigten, Teilzeitbeschäftigten mit bis zu 20 Wochenstunden und Beschäftigten in Leih- oder Zeitarbeit zur Gruppe der sogenannten atypisch Beschäftigten. Insgesamt waren 2025 rund 6,4 Mio. Personen atypisch beschäftigt. Das waren 17,2% der Kernerwerbstätigen. Der Anteil ist in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen: 2015 hatte er bei gut einem Fünftel (20,8%) gelegen. Deutlicher als bei der befristeten Beschäftigung zeigt sich der Rückgang laut den Statistikern bei anderen Formen atypischer Beschäftigung: So sank der Anteil von Teilzeitbeschäftigten mit bis zu 20 Wochenstunden im selben Zeitraum von 13,4% auf 10,9% und der von geringfügig Beschäftigten von 6,5% auf 4,1%. Die Ausnahme bildet die Zeitarbeit: Hier stieg der Beschäftigungsanteil leicht von 1,8% auf 2%.

 

Jüngere häufiger mit befristetem Arbeitsvertrag

Jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben laut den aktuellen Zahlen häufiger einen befristeten Arbeitsvertrag als ältere. 18,3% der Kernerwerbstätigen im Alter von 15 bis 25 Jahren waren 2025 befristet beschäftigt, bei den 25- bis 35-Jährigen war es gut ein Zehntel (10,2%). Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil befristet Beschäftigter weiter ab: Bei den 35- bis 45-Jährigen lag er bei 5,6%, bei den 45- bis 55-Jährigen bei 3,8%. Unter den 55- bis 65-Jährigen waren 2,8% befristet angestellt. Ein Grund dafür dürfte nach Einschätzung des Bundesamtes sein, dass jüngere Menschen sich im Übergang vom Bildungs- zum Beschäftigungssystem befinden und der Berufseinstieg häufiger über befristete Stellen stattfindet.

 

Abgeschlossene Berufsausbildung hilft

Wie hoch der Anteil befristet Beschäftigter ist, hängt auch mit deren Bildungsniveau zusammen. So waren 11,6% der Kernerwerbstätigen ohne beruflichen Abschluss 2025 befristet beschäftigt. Unter den Beschäftigten mit hochqualifiziertem Bildungsabschluss wie etwa einem Meistertitel oder einem Studium lag der Anteil bei 6,4%. Am geringsten war er bei Beschäftigten mit einer mittleren Berufsqualifikation: Hier hatten 4% einen befristeten Arbeitsvertrag.

 

Bildungssektor mit hohem Anteil

Je nach Branche unterscheidet sich der Anteil befristet Beschäftigter ebenfalls. Besonders hoch war er 2025 im Bildungssektor mit 11,2% sowie im Gastgewerbe (8,8%) und im Bereich Kunst, Unterhaltung und private Haushaltsdienstleistungen (8,2%). Im Baugewerbe und im Finanz- und Immobilienwesen war der Anteil der Beschäftigten mit befristetem Arbeitsvertrag hingegen vergleichsweise gering (jeweils 2,5%).

 

Befristung selten freiwillig

Beschäftigte haben aus unterschiedlichen Gründen befristete Arbeitsverträge. Nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung gab 2025 knapp ein Drittel (31,4%) der befristet Beschäftigten ab 25 Jahren an, dass die Stelle nur befristet ausgeschrieben war. Weitere 16,9% befanden sich in Ausbildung, diese wird in der Arbeitskräfteerhebung miterfasst. 12,9% nannten einen Probevertrag als Befristungsgrund, 8,2% gingen ein befristetes Arbeitsverhältnis ein, weil sie keine Dauerstelle gefunden hatten. Dagegen hatten 2,7% bewusst ein befristetes Beschäftigungsverhältnis gewählt. Zudem gaben 28% an, aus anderen Gründen befristet beschäftigt zu sein.

 

Laufzeiten von weniger als einem Jahr

Befristungen sind in der Regel auf kurze Zeiträume beschränkt. Mehr als die Hälfte (52,4%) der befristet Beschäftigten ab 25 Jahren besaßen 2025 laut Arbeitskräfteerhebung einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Ein Grund für diese besonders kurze Laufzeit könnten etwa Probezeiten oder Elternzeitvertretungen sein. Bei 21,3% der Befragten betrug die Befristung ein bis unter zwei Jahre, bei weiteren 14,7% zwei bis unter drei Jahre. 11,6% gaben an, einen Vertrag mit einer Laufzeit von mehr als drei Jahren zu besitzen.

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