Damit Bäckereieinkäufe frisch und unversehrt bleiben, werden sie gut verpackt, meistens in Einwegtüten aus Papier. Das ist praktisch, doch der Verbrauch in Deutschland ist groß: Insgesamt rund 4,5 Mrd. Einwegtüten sind es laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des NABU. Und der „Coffee-to-go“-Becher für unterwegs? Davon werden nach Angaben des Bundesumweltministeriums stündlich rund 140.000 verbraucht.
Einwegverpackungen sind recycelbar
„Die gute Nachricht ist: Einwegverpackungen können recycelt werden. Papiertüten werden zum Beispiel zu neuen Papierprodukten verarbeitet. Bis zu 25-mal können Papierfasern recycelt werden“, erklärt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“. „Das spart wertvolle Rohstoffe wie Holz und Wasser, senkt den Energieverbrauch und reduziert klimaschädliches CO2.“ Damit allerdings Recyclingkreisläufe wie dieser wirklich funktionieren, müssen Verpackungen richtig getrennt werden:
Brötchentüte – ein Fall fürs Altpapier?
Gebrauchte Papiertüten für Brot oder Brötchen dürfen in die Altpapiertonne. Haben sie ein transparentes Sichtfenster, ist es optimal fürs Recycling, wenn Papier und Folie voneinander getrennt entsorgt werden. Das Papier kommt ins Altpapier, die Folie in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. So können beide Materialien besser sortiert und recycelt werden. Auch leere Kunststofftüten, zum Beispiel für geschnittenes Brot, gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack – ebenso wie Aluminiumfolie etwa von abgepacktem Schwarzbrot. Wichtig ist: Ob aus Papier oder Kunststoff, die Tüte darf bei ihrer Entsorgung keine Reste mehr enthalten.
Papiertüten, wie zum Beispiel größere Papiertragetaschen, lassen sich übrigens prima wiederverwenden. Sind sie nicht mehr nutzbar, kommen auch sie in die Altpapiertonne.
Ist der „Coffee-to-go“-Becher aus Pappe oder nicht?
Der „Coffee-to-go“-Becher besteht nur zum Teil aus Pappe. Damit er dicht hält, ist er innen mit Kunststoff beschichtet. Beschichtete Pappbecher gelten als Verbundverpackung, da sie aus mehreren Materialien bestehen. Verbundverpackungen gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
So werden gebrauchte „Coffee-to-go“-Becher richtig entsorgt:
- Becher: ohne Getränkereste in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack
- Kunststoffdeckel: in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack
- Papierbanderole oder Pappmanschette: in die Altpapiertonne
- Rührstäbchen aus Holz: in den Restmüll
Tortenkartons und Papptabletts: auf die Beschichtung kommt es an
Der Tortenkarton ist zwar aus Pappe, gehört aber nicht immer ins Altpapier. Denn auch Kartonverpackungen für cremige Torten und feuchte Kuchen können innen mit Kunststoff überzogen sein. Diese beschichteten Verpackungen gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack – aber bitte ohne Torten- oder Kuchenreste. Dorthin gehören auch fettdichte oder beschichtete Trennpapiere sowie Kunststofffolien, die verhindern, dass zum Beispiel Schwarzwälder Kirschtorte mit Käsesahnetorte zusammenklebt.
Ist die Kartonverpackung unbeschichtet und komplett leer, darf sie ins Altpapier. Das Gleiche gilt für Papptabletts und Einschlagpapier. Allerdings: Papierservietten dürfen nicht ins Altpapier, sondern müssen im Restmüll entsorgt werden.
Eine gute Alternative: Mehrweg
Bäckereien können einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem sie Mehrwegalternativen aktiv fördern. Dazu gehören beispielsweise Pfandbecher für Heißgetränke, wiederverwendbare Brotbeutel oder die Möglichkeit, dass Kund(inn)en eigene Mehrwegbehälter und -becher mitbringen. Durch solche Angebote lässt sich der Verbrauch von Einwegverpackungen deutlich reduzieren. Gleichzeitig können Bäckereien ihre Kundschaft gezielt über nachhaltige Verpackungsoptionen informieren und so umweltbewusstes Verhalten unterstützen.










