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Der Weltmehltag ist ein guter Anlass, um Getreide und daraus gewonnene Erzeugnisse in den Fokus zu rücken.
© Pixabay/Brixton
Das Bild zeigt Roggenähren aus der Nähe auf einem Getreidefeld unter blauem Himmel.
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 4-26
Branche aktuell

Roggen im Rampenlicht

Am 20. März 2026 wird der siebte Weltmehltag begangen. Aus diesem Anlass rückt der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) ein Getreide besonders in den Fokus: Roggen.

Roggen gehört zu den prägenden Getreiden der deutschen Brotkultur. Ob als Grundlage aromatischer Sauerteigbrote, als vielseitige Zutat in der modernen Küche oder als robuste Kulturpflanze auf dem Feld: Roggen steht für Vielfalt in Geschmack, Ernährung und Landwirtschaft. Dennoch ist sein Anteil im Brotkorb der Verbraucherinnen und Verbraucher in den vergangenen Jahren gesunken. Dabei bietet Roggen zahlreiche Vorteile – von ernährungsphysiologischen Qualitäten bis hin zu landwirtschaftlichen Stärken. Das Roggenbrot ist nicht nur das Brot des Jahres 2026. Zum Weltmehltag am 20. März rückt der VGMS auch das Getreide stärker in den Fokus.

 

Grundlage der deutschen Brotvielfalt

Roggen- und Roggenmischbrote sind ein wesentlicher Grundbaustein der weltweit einmaligen deutschen Brotvielfalt, denn auf sie entfallen bundesweit 40% der im Brotregister des Deutschen Brotinstituts gemeldeten Sorten. Gleichzeitig hat sich der Anteil von Roggen(mehl)- und Roggenmischbroten im privaten Brotkorb der Deutschen verändert: Lag er in den 2000er-Jahren noch bei rund 26%, beträgt er heute nur noch etwa 17%. Die Erntemenge von Roggen ist laut VGMS ebenfalls zurückgegangen, wenn auch nicht so deutlich – von 3,990 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf rund 3,112 Mio. Tonnen heute. Deutlich stärker gesunken ist jedoch die Menge des Roggens, die tatsächlich zu Mehl vermahlen wird. Ein wachsender Anteil der Ernte fließt in die Tierfütterung oder die Energiegewinnung.

 

Plädoyer für Renaissance des Roggens

Wie der VGMS erklärt, bedeutet diese Entwicklung noch keinen Verlust an Qualität oder Vielfalt. Die deutsche Brotlandschaft ist im Jahr 2026 nach wie vor vielfältig. Damit das auch in Zukunft so bleibe, brauche es jedoch eine deutlich stärkere Nachfrage nach Roggen- und Roggenmischbroten. Der Verband plädiert für eine Renaissance des Roggens auf dem Teller der Verbraucherinnen und Verbraucher. Roggenbrote stünden für handwerkliche Tradition, unverwechselbaren Geschmack und eine besondere Vielfalt in der deutschen Brotkultur. Ein stärkerer Roggenkonsum würde damit nicht nur eine traditionsreiche Getreideart stärken, sondern auch die einzigartige deutsche Brotvielfalt weiter lebendig halten. Dass Roggenbrot im Jahr 2026 zum Brot des Jahres gewählt wurde, setzt dafür aus Sicht des VGMS ein klares Zeichen und lädt dazu ein, diese besondere Brotkultur wieder bewusster zu genießen.

 

Der Weltmehltag

Der Weltmehltag (World Flour Day) wird 2026 zum siebten Mal begangen. Ins Leben gerufen wurde er 2019 auf Betreiben des MehlWelten Museums Wittenburg (wir berichteten). Der World Flour Day versteht sich als Einladung an die gesamte Wertschöpfungskette – von Mühlen über Bäckereien bis zum Handel –, die Bedeutung von Mehl für die Ernährungssicherheit sichtbar zu machen. Der Tag bietet Gelegenheit, eigene Initiativen zu starten oder bestehende Projekte zu unterstützen: ob durch Mehlspenden, die Förderung lokaler Ernährungsprojekte oder andere Formen des Engagements. Im Sinne des „Giving Day“ geht es darum, gemeinsam ein Zeichen zu setzen. In diesem Jahr markiert der Weltmehltag den Auftakt einer neuen globalen Perspektive. Unter dem Motto „Flour is Life“ richtet sich der Fokus auf Regionen, in denen Mehl weit mehr ist als nur ein Nahrungsmittel. Es ist tägliche Lebensgrundlage, Energiequelle und Voraussetzung für Bildung, Gesundheit und Entwicklung. Das MehlWelten Museum begleitet den World Flour Day mit einer neuen Themenseite: http://www.worldflourday.com.

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