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Wie die Streuobsternte dieses Jahr ausfällt, ist stark von Niederschlägen in den kommenden Wochen abhängig.
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Das Bild zeigt eine Streuobstwiese mit Apfelbäumen. Auf dem Boden liegen zahlreiche reife Äpfel.
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Regen entscheidet über Streuobsternte

Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) rechnet für 2026 mit einer Streuobsternte von rund 450.000 Tonnen. Ob diese Menge tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von kommenden Niederschlägen ab.

„Die Zahl der Äpfel an den Bäumen ist ausreichend, die Früchte sind derzeit jedoch noch sehr klein“, erklärt VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger. „Schon ein Zentimeter mehr Durchmesser kann die Erntemenge deutlich erhöhen. Deshalb kommt es jetzt auf Regen an. Bleiben die Niederschläge aus, wachsen die Äpfel nicht weiter und können vorzeitig von den Bäumen abgeworfen werden.“ Nach Einschätzung des Verbands werden die ersten Augustwochen entscheidend für die weitere Entwicklung der Ernte sein. Erfahrungsgemäß können sich gute Ernten im Saisonverlauf noch verstärken, während schwächere Ernten häufig weiter nach unten korrigiert werden müssen.

 

Große regionale Unterschiede möglich

Streuobsternten unterliegen starken jährlichen Schwankungen. Ursache ist unter anderem die sogenannte Alternanz, also der Wechsel zwischen stärkeren und schwächeren Ertragsjahren. Dieses im Obstbau bekannte Phänomen wurde durch den Spätfrost im Jahr 2017 zusätzlich verstärkt. Auch regional können die Erntemengen laut VdF deutlich voneinander abweichen. Lokale Regenfälle in den kommenden Wochen können dazu führen, dass sich die tatsächlichen Erträge vor Ort erheblich von der bundesweiten Prognose unterscheiden.

 

Ertragspotenzial der Bestände nimmt ab

Unabhängig von den jährlichen Schwankungen ist das Ertragspotenzial vieler Streuobstbestände in Deutschland in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Während für 2018 noch eine Ernte von mehr als einer Million Tonnen prognostiziert wurde, haben insbesondere die trockenen Sommer der Jahre 2019 bis 2023 den Bäumen zugesetzt. Viele Streuobstbäume litten unter unzureichender Wasserversorgung, teilt der VdF mit. Hinzu komme das hohe Alter zahlreicher Bestände. Ein großer Teil der Bäume sei älter als 80 Jahre und erreiche zunehmend das Ende seiner natürlichen Lebensdauer.

 

Streuobstwiesen sind wertvolle Ökosysteme

Klaus Heitlinger betont die Bedeutung der Streuobstwiesen über ihre wirtschaftliche Funktion hinaus: „Mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten finden auf Streuobstwiesen einen Lebensraum. Zugleich steht die Vielfalt der angebauten Obstarten für besondere Geschmacksprofile, die von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern geschätzt werden. Produkte wie Streuobstwiesen-Apfelsäfte sowie Quitten- und Birnensäfte erfreuen sich daher großer Beliebtheit.“ Angesichts der Folgen des Klimawandels und der Überalterung vieler Bestände setzen sich die deutschen Fruchtsafthersteller für den Erhalt und die Förderung des Streuobstanbaus ein. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Pflanzaktionen und Aufpreismodelle, mit denen höhere Erzeugerpreise für Streuobst ermöglicht werden.

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