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Branche aktuell

Lebensmittelverschwendung bekämpfen

In Deutschland werden laut WWF-Studie rund 18 Mio. Tonnen Lebensmittel jährlich verschwendet. Der Tag der Lebensmittelverschwendung am zweiten Mai markiert den Tag im Jahr, ab dem die für Deutschland produzierten Nahrungsmittel nicht mehr auf dem Müll landen, sondern verzehrt werden.

Die aktuelle Studie der GfK für das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung weist nach: 109 kg Lebensmittel werden pro Haushalt pro Jahr weggeworfen! Das sind 4,4 Mio. Tonnen, eine unfassbare Menge wertvoller Nahrung. Die Haushalte sehen ihr eigenes Verhalten durchaus kritisch und sehen 44% der Lebensmittelabfälle als vermeidbar an. Der wichtigste Grund für das Wegwerfen: Haltbarkeitsprobleme! Besonders im Brennpunkt stehen frisches Obst und Gemüse, die jeweils 17% zu den vermeidbaren Lebensmittelabfällen beitragen. Auch frische Backwaren tragen zu 14% zum Abfallaufkommen bei. Von Tiefkühlprodukten – die in der Studie gemeinsam mit anderen Fertigprodukten und Konserven erfasst wurden – werden 7% weggeworfen. Ein deutlich geringerer Wert als bei frischen Lebensmitteln. Ein höherer Einsatz von Tiefkühlprodukten würde also die Lebensmittelverschwendung deutlich verringern. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Verbraucher mehr auf die wichtige Rolle der Haltbarmachung von Lebensmitteln aufmerksam gemacht werden müssen, denn diese erleichtern den Haushalten die praxisnahe Umsetzung des Zieles, ihre Lebensmittelverluste zu verringern. Dies ist umso wichtiger, weil sich Deutschland und die EU im Rahmen der UN- Nachhaltigkeitsziele verpflichtet haben, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 auf der Verbraucherebene zu halbieren.
Verschwendung aufhalten
„Würden die 18 Mio. Tonnen nicht achtlos im Müll, sondern bei den Tafeln landen, dann könnte jede Tafel in Deutschland etwa 19.000 Tonnen zusätzlich an bedürftige Menschen verteilen. Die Nachfrage nach Tafel-Angeboten steigt immer stärker an und unsere freiwillige Hilfe erreicht längst nur einen Teil der Bedürftigen“, sagte Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland. Die Bundesregierung plant die Halbierung der Lebensmittelverluste bis zum Jahr 2030. „Von diesem Ziel sind wir derzeit noch weit entfernt“, erklärte Brühl weiter. „Um das große Verschwenden aufzuhalten, brauchen wir nachhaltige Lösungen. Die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums bei lang haltbaren Produkten wäre ein wichtiger erster Schritt. Der richtige Umgang mit Lebensmitteln will gelernt sein. Deshalb fordern wir die Einführung eines verpflichtenden Unterrichtsfachs Ernährungsbildung an Schulen.“
25 Jahre Tafel in Deutschland
Auch in Zukunft: Lebensmittel retten. Menschen helfen. Die mehr als 930 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese regelmäßig an bis zu 1,5 Mio. bedürftige Menschen in Deutschland. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen, die sich bei den Tafeln engagieren, sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Organisiert sind die Tafeln im Dachverband Tafel Deutschland e. V.

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