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Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, hält die Einführung einer Zuckersteuer für nicht zielführend, kontraproduktiv und in Zeiten steigender Energiekosten für schädlich.
© Zentralverband
Das Bild zeigt eine Portraitaufnahme von Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 4-26
Branche aktuell

Kritik an Zuckersteuerplänen

Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um eine Zuckersteuer positioniert sich der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) gegen pauschale steuerliche Eingriffe in das Lebensmittelangebot. Hauptgeschäftsführer Dr. Friedemann Berg appelliert für Strategien, die Eigenverantwortung stärken.

Das Bäckerhandwerk kritisiert zusammen mit anderen Verbänden die aktuellen politischen Pläne zur Einführung einer Zuckersteuer. Am heutigen Tag soll dazu ein Antrag des Landes Schleswig-Holstein im Bundesrat behandelt werden. „Die Einführung einer Zuckersteuer suggeriert einfache Lösungen für ein vielschichtiges Problem. Notwendig sind jedoch differenzierte, langfristig angelegte Strategien, die Eigenverantwortung stärken und echte Verhaltensänderungen ermöglichen“, bringt es Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des ZV, auf den Punkt. Eine Zuckersteuer würde aus Sicht des ZV insbesondere kleine und mittelständische Betriebe unverhältnismäßig stark belasten. Der mit Verbrauchsteuern verbundene bürokratische Aufwand treffe Handwerksbetriebe aufgrund begrenzter personeller und organisatorischer Ressourcen deutlich härter als große Industrieunternehmen.

 

Gegen weitere Belastungen

Die Einführung einer Zuckersteuer würde laut ZV bestehende Wettbewerbsnachteile verschärfen, wirtschaftliche Existenzen der Handwerksbetriebe gefährden und könne langfristig zu einer Schwächung regionaler Versorgungsstrukturen führen. Zudem käme die Einführung einer Zuckersteuer in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation zur Unzeit. „Viele Betriebe befinden sich angesichts aktuell steigender Sprit- und Energiepreise unter Druck und benötigen nicht weitere Belastungen, sondern Entlastungen“, erklärt Berg.

 

Gesundheitspolitische Effekte fraglich

Darüber hinaus seien auch die gesundheitspolitischen Effekte einer Zuckersteuer kritisch zu sehen, teilt der ZV mit. Internationale Erfahrungen zeigten, dass zwar der Konsum einzelner besteuerter Produkte zurückgehen kann, jedoch ein nachhaltiger Rückgang der Energieaufnahme und damit die Problematik des zunehmenden Übergewichts in der Bevölkerung nicht reduziert wird. In Deutschland stehe Verbraucherinnen und Verbrauchern ein vielfältiges Lebensmittelangebot zur Verfügung, das unterschiedlichste Ernährungsweisen ermögliche. Es sei wissenschaftlich belegt, dass Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen nicht auf einzelne Nährstoffe wie Zucker zurückgeführt werden können, sie seien vielmehr ein komplexes Zusammenspiel aus Energieaufnahme, Bewegungsmangel und weiteren Lebensstilfaktoren. Ein wirksamer Ansatz zur Förderung gesunder Ernährung sollte laut ZV stattdessen auf Aufklärung, Transparenz und Kooperation setzen. Dazu gehörten der Ausbau von Ernährungsbildung in Schulen und öffentlichen Einrichtungen sowie die Förderung von Bewegung und gesundem Lebensstil.

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