Als im 17. Jahrhundert die ersten leistungsfähigen Mikroskope erfunden wurden, eröffnete sich eine ganz neue Welt: die Welt des unendlich Kleinen. Aber erst seit dem 19. Jahrhundert begann man zu verstehen, wie überaus wichtig diese Welt für das Leben auf unserem Planeten ist. Mikroorganismen haben das komplexe Ökosystem auf der Erde hervorgebracht und bilden auch heute noch das Rückgrat für den Kreislauf der Natur.
Allgegenwärtige Wesen
Wenn wir Nahrung anbauen, arbeiten wir mit dem Boden. Dort findet sich eine fast unendliche Vielfalt an Mikroorganismen. Sie erfüllen komplexe Funktionen, zersetzen organisches Material, machen Nährstoffe verfügbar, halten Pathogene in Schach. Über die Nahrung gelangen sie in unsere Körper und bilden dort eigene Ökosysteme. Seit langem schon kooperieren wir mit bestimmten Bakterien und Pilzen, um z.B. Brot und Bier, Joghurt oder Schokolade herzustellen. Diese Lebensmittel erhalten ihren charakteristischen Geschmack erst durch deren Stoffwechselprozesse. Bakterien, Pilze und Algen weisen zum Teil erstaunliche Fähigkeiten auf. Können sie uns helfen, unseren Müll zu reduzieren und den Klimawandel aufzuhalten? Viele Wissenschaftler/innen arbeiten mit Mikroorganismen, um Lösungen für aktuelle und zukünftige Probleme zu finden.
Die Ausstellung gibt Einblicke in das Wirken der Mikroorganismen im Boden, in Lebensmitteln und im Körper, und stellt aktuelle Forschungen vor. Anhand von Fotos, Objekten und Installationen wird das sonst Unsichtbare sichtbar. Vor allem aber machen zahlreiche Kunstwerke die Welt des unendlich Kleinen und unseren Umgang damit anschaulich. Beteiligte Künstleriinnen sind u.a. Selin Balci, Anne Carnein, Anna Dumitriu & Alex May, Wim van Egmond, Dominik Einfalt, Thomas Feuerstein, Edgar Lissel, Mellissa Monsoon, Kathrin Linkersdorff, Gabriela Oberkofler, Helen Pynor, Chloé Rutzerveld, Sam Taylor-Johnson, V. meer, Susanne Winterling und Anicka Yi.
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