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Der Deutsche Verband der Hefeindustrie sieht seine Mitglieder zunehmend herausgefordert, Einschränkungen bei der Backhefeversorgung gebe es allerdings nicht. (Symbolbild)
© kunst-mp/Getty Images
Das Bild zeigt einen Würfel frische Backhefe.
Titelbild BÄKO-magazin Ausgabe 10/26
Branche aktuell

Hefeindustrie sieht sich zunehmend herausgefordert

Der Deutsche Verband der Hefeindustrie weist auf wachsende Herausforderungen bei der Rohstoffversorgung für die Hefeherstellung hin. Ursächlich seien rückläufige Zuckerrübenanbauflächen, Wetterextreme, eine zunehmende Nutzungskonkurrenz bei Melasse sowie hohe Energiekosten.

Der Deutsche Verband der Hefeindustrie sieht die Versorgung mit Zuckerrübenmelasse für die Herstellung von Backhefe zunehmend unter Druck. Wie der Verband vorrechnet, wurden für die Ernte 2026 in Deutschland Zuckerrüben auf rund 338.700 Hektar angebaut. Gegenüber 2024 entspreche das einem Rückgang der Anbaufläche um gut 20%. Damit stünden der Zucker- und Melasse-Erzeugung deutlich weniger heimische Rohstoffe zur Verfügung. „Die Entwicklung wird sich fortsetzen. Die geplante Einführung einer Zuckersteuer hat bereits heute Auswirkungen auf die Anbauplanung. Für die Kampagne 2027/28 zeichnet sich bereits ein weiterer Rückgang der Zuckerrübenanbaufläche ab“, erläutert Dr. Markus Weck, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbands der Hefeindustrie.

 

Hitze und Trockenheit belasten die Ernte

Wie der Verband erläutert, wirken sich neben der deutlich geringeren Anbaufläche auch Hitze und Trockenheit auf Menge und Qualität der Zuckerrübenernte aus. Insbesondere in Süddeutschland und Frankreich belaste die Wetterlage die Bestände erheblich. Gestresste Pflanzen reagierten zudem empfindlicher auf Schaderreger wie die Schilf-Glasflügelzikade, die zu den größten Herausforderungen im Zuckerrübenanbau zählt.

 

Melasse – mehr als ein Nebenprodukt

Für die Hefeherstellung ist Melasse ein unverzichtbarer Rohstoff. Gleichzeitig wird Melasse auch in anderen Industriezweigen eingesetzt. Der Verband weist auf veränderte politische Rahmenbedingungen hin, die das nationale und internationale Melasseangebot zunehmend reduzieren. „Eine Verknappung des Melasseangebots erhöht den Wettbewerbsdruck auf den Beschaffungsmärkten und erschwert die Rohstoffversorgung der Hefehersteller“, erklärt Weck.

 

Belastung durch hohe Energiekosten

Neben den Herausforderungen der Melassebeschaffung belasten aus Sicht des Verbands hohe Energiekosten die Hefeproduzenten an mehreren Stellen. Die Herstellung von Hefe selbst ist energieintensiv. Die Produktion weiterer wichtiger Nährstoffe für die Hefe erfordert ebenso hohe Energiemengen. Hinzu kommen steigende Lager- und Transportkosten für die kühlpflichtige Backhefe.

 

Stärkere Aufmerksamkeit für die Rohstoffbasis gefordert

Der Deutsche Verband der Hefeindustrie sieht derzeit noch keine akute Einschränkung der Backhefeversorgung. Dennoch mahnt der Verband, auf keinen Fall die Rohstoffbasis für die Hefeherstellung durch weitere politische Entscheidungen noch weiter zu verknappen. „Mehl und Hefe gehören zu den unverzichtbaren Grundlagen des Backens. Während die Bedeutung des Getreideanbaus jedem bewusst ist, wird die enge Verbindung zwischen Hefeherstellung, Zuckerwirtschaft und Zuckerrübenanbau häufig unterschätzt. Genau deshalb verdient die Entwicklung mehr Aufmerksamkeit“, ergänzt Weck.

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