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Dresden bietet Gründern gute Voraussetzungen.
© Vladimir Vins/Getty Images
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 4-26
Branche aktuell

Gründerland Sachsen?

Deutschland gilt als wirtschaftlich starkes Land, doch nicht jede Stadt bietet die gleichen Voraussetzungen für Unternehmensgründer. Wo sind die Voraussetzungen am günstigsten?

Wer sich selbstständig macht, muss zahlreiche Kosten einkalkulieren: von der Gewerbemiete bis hin zur Steuerbelastung. Um Gründern und Selbstständigen die Standortwahl zu erleichtern, hat der Zahlungsanbieter Sumup mehr als 70 deutsche Städte auf ihre Kostenstruktur für Unternehmer analysiert. In die Bewertung eingeflossen sind unterschiedliche Faktoren, wie Bevölkerungszahl, Arbeitslosenquote, durchschnittliche monatliche Einzelhandelsmiete, Versorgungskosten und Körperschaftssteuersätze.

 

Sächsische Metropolen punkten

Das Ergebnis: Die sächsische Landeshauptstadt Dresden liegt mit 76,61 Punkten auf Platz eins. Bei 473.300 Einwohnern hat Dresden mit 6,1% eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten der Top-Fünf-Städte und die durchschnittlichen Gewerbemieten sind mit rund 95 Euro pro Quadratmeter am niedrigsten. Während die durchschnittlichen Nebenkosten bei 288 Euro pro Monat liegen, sind die effektiven Unternehmenssteuersätze in Dresden mit 31,6% wettbewerbsfähig.

Auf dem zweiten Platz liegt Leipzig: Hier liegen die durchschnittlichen Nebenkosten bei etwa 277 Euro pro Monat und der durchschnittliche effektive Körperschaftssteuersatz beträgt 31,9%. Händler können in Leipzig mit einer monatlichen Einzelhandelsmiete von rund 115 Euro/qm rechnen, was einer der niedrigsten Werte im Ranking ist.

Bremen schafft es mit einer Gesamtbewertung von 70,77 Punkten auf Platz Drei. Trotz einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote von 10% bietet Bremen die niedrigsten durchschnittlichen Nebenkosten (257,61 Euro) unter den Top Five. Der effektive Körperschaftssteuersatz ist mit 31,9% vergleichbar mit Dresden und Leipzig.

Auf dem vierten Platz landet Mannheim dank eines recht hohen Median-Monatsgehalts von rund 4.157 Euro und einer Arbeitslosenquote von 7,2%. Mannheim hat außerdem den niedrigsten Körperschaftssteuersatz von nur 30,9%. Die durchschnittlichen monatlichen Mietkosten liegen hingegen bei 122,50 Euro/qm und die durchschnittlichen monatlichen Nebenkosten bei 285 Euro.

Die günstigen fünf Städte werden von Nürnberg vervollständigt. In Nürnberg liegt die Arbeitslosenquote bei niedrigen 5,9%, der Durchschnittsmietpreis liegt bei einem Quadratmeterpreis von 132,50 Euro pro Monat und die Nebenkosten betragen rund 302 Euro pro Monat. Händler müssen in Nürnberg mit einem Körperschaftssteuersatz von 32,2% rechnen.

 

Weitere Städte in den Top 20

Dortmund landet auf Platz 18: Trotz solider Löhne (3.760 Euro) belasten vor allem die hohe Arbeitslosenquote von 11,5% sowie überdurchschnittliche Nebenkosten Gründende und Unternehmer. Auch Köln schneidet schwächer ab: Zwar liegen Medianlöhne hier mit 4.197Euro im oberen Mittelfeld, doch hohe Mieten (245 Euro/qm) und Betriebskosten (344,34 Euro) wirken sich negativ auf die Standortattraktivität aus. München belegt im Ranking der Top 20 den letzten Platz. Die bayerische Landeshauptstadt bietet zwar die höchsten Gehälter (4.865 Euro) und eine niedrige Arbeitslosenquote (4,5%), ist aber mit Abstand am teuersten im Hinblick auf die monatlichen Kosten. Sowohl die Mieten (377,50 Euro/qm) als auch die Nebenkosten (344,80 Euro) sind verhältnismäßig hoch. Besonders für kleine Unternehmen und Gründer kann das zum echten Kostenrisiko werden.

1 Dresden Sachsen
2 Leipzig Sachsen
3 Bremen Bremen
4 Mannheim Baden-Württemberg
5 Nürnberg Bayern
6 Bielefeld Nordrhein-Westfalen
7 Wuppertal Nordrhein-Westfalen
8 Stuttgart Baden-Württemberg
9 Hannover Niedersachsen
10 Berlin Berlin
11 Düsseldorf Nordrhein-Westfalen
12 Bochum Nordrhein-Westfalen
13 Bonn Nordrhein-Westfalen
14 Essen Nordrhein-Westfalen
15 Hamburg Hamburg
16 Frankfurt Hessen
17 Duisburg Nordrhein-Westfalen
18 Dortmund Nordrhein-Westfalen
19 Köln Nordrhein-Westfalen
20 München Bayern

 

Sibylle Jost, VP Growth bei SumUp, kommentiert die Recherche: „Mit unserer Analyse wollen wir Unternehmern zeigen, dass es neben den bekannten deutschen Metropolen attraktive Alternativen gibt, wo es möglich ist, dank niedrigerer Fixkosten und guter wirtschaftlicher Anbindung ein erfolgreiches Geschäft zu etablieren. Wer flexibel ist bei der Standortwahl, kann hier einen echten Wettbewerbsvorteil erzielen.“

SteuerUnternehmensführung
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