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Der Verband Deutscher Mühlen kritisierte auf de 18. Mühlenfachtagung in Fulda die Produktion von Agrokraftstoffen: Biobrennstoff E 10 wird an der Zapfsäule von Verbrauchern abgelehnt.
© Der Verband Deutscher Mühlen kritisierte auf der 18. Mühlenfachtagung in Fulda die Produktion von Agrokraftstoffen. Biobrennstoff E 10 wird an der Zapfsäule von Verbrauchern abgelehnt. Im Interesse der Ernährungsstabilität und -qualität hat sich der Verband Deutscher Mühlen (VDM) gegen die Produktion von Agrokraftstoffen auf landwirtschaftlichen Flächen ausgesprochen. „Die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Getreideprodukten darf angesichts sehr hoher Weizenpreise nicht weiter verteuert werden, indem Teile der Ernten statt auf dem Teller im Tank landen“, sagte VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer auf der 18. Mühlenfachtagung am 17. März 2011 in Fulda. Die Verbraucher bestätigten mit ihrer Ablehnung des neuen Kraftstoffes E10 die Kritik an dieser Fehlentwicklung. Die deutschen Getreidemühlen tragen mit ihrer Leistung wesentlich zu einer sicheren und qualitativ hochwertigen Versorgung der Verbraucher mit gesunden Nahrungsmitteln bei. Sie setzen dabei stark auf eine Nahversorgung durch Getreidelieferungen von Bauern aus den regionalen Einzugsgebieten der Mühlen. „Die regionale Verankerung der bäuerlichen Landwirtschaft wie der Mühlenwirtschaft ist ebenso bedroht wie die Vielfalt im Angebot, wenn wir den Irrweg einer Produktion von Agroenergie weiter beschreiten“, so Weizbauer. Schon heute werden 16 Prozent der Ackerfläche für Energiepflanzen genutzt – Flächen, die im Getreideanbau fehlen und Mühlen zum überregionalen Einkauf zwingen. Zugleich werden damit die weltweit ohnehin sehr hohen Getreidepreise noch weiter in die Höhe getrieben. Dies belastet die Mühlen besonders, denn der Mehlpreis hängt zu 80 Prozent vom Getreidepreis ab und drückt auf die ohnehin kargen Margen. UN-Bericht bestätigt Position des VDM In seiner Ablehnung von Agrokraftstoffen sieht sich der VDM bestätigt durch einen aktuell veröffentlichten UN-Bericht. „Die Welt steckt in der größten Nahrungsmittelkrise seit jener des Jahres 2008“, schreibt der UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung Olivier De Schutter in dem vergangene Woche in Genf vor dem UNO-Menschenrechtsrat vorgestellten Dokument. „Um im Jahr 2050 die neun Milliarden Menschen zu ernähren müssen wir umgehend die effizientesten Methoden der Landwirtschaft, die verfügbar sind, einsetzen“, heißt es darin. „Die Produktion von Biobrennstoffen ist ein Grund, warum die angespannte Lage auf den Agrarmärkten so groß geworden ist. In Entwicklungsländern kann Bioenergie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mindern und Elektrizität in ländlichen Gebieten schaffen. Doch in der EU und den USA ist es einfach verrückt“, verdeutlichte De Schutter seine Aussagen in einem Interview mit einer Wiener Tageszeitung.
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Getreide gehört nicht in den Tank

Der Verband Deutscher Mühlen kritisierte auf de 18. Mühlenfachtagung in Fulda die Produktion von Agrokraftstoffen: Biobrennstoff E 10 wird an der Zapfsäule von Verbrauchern abgelehnt.

Der Verband Deutscher Mühlen kritisierte auf der 18. Mühlenfachtagung in Fulda die Produktion von Agrokraftstoffen. Biobrennstoff E 10 wird an der Zapfsäule von Verbrauchern abgelehnt.

Im Interesse der Ernährungsstabilität und -qualität hat sich der Verband Deutscher Mühlen (VDM) gegen die Produktion von Agrokraftstoffen auf landwirtschaftlichen Flächen ausgesprochen. „Die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Getreideprodukten darf angesichts sehr hoher Weizenpreise nicht weiter verteuert werden, indem Teile der Ernten statt auf dem Teller im Tank landen“, sagte VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer auf der 18. Mühlenfachtagung am 17. März 2011 in Fulda. Die Verbraucher bestätigten mit ihrer Ablehnung des neuen Kraftstoffes E10 die Kritik an dieser Fehlentwicklung.

Die deutschen Getreidemühlen tragen mit ihrer Leistung wesentlich zu einer sicheren und qualitativ hochwertigen Versorgung der Verbraucher mit gesunden Nahrungsmitteln bei. Sie setzen dabei stark auf eine Nahversorgung durch Getreidelieferungen von Bauern aus den regionalen Einzugsgebieten der Mühlen. „Die regionale Verankerung der bäuerlichen Landwirtschaft wie der Mühlenwirtschaft ist ebenso bedroht wie die Vielfalt im Angebot, wenn wir den Irrweg einer Produktion von Agroenergie weiter beschreiten“, so Weizbauer. Schon heute werden 16 Prozent der Ackerfläche für Energiepflanzen genutzt – Flächen, die im Getreideanbau fehlen und Mühlen zum überregionalen Einkauf zwingen. Zugleich werden damit die weltweit ohnehin sehr hohen Getreidepreise noch weiter in die Höhe getrieben. Dies belastet die Mühlen besonders, denn der Mehlpreis hängt zu 80 Prozent vom Getreidepreis ab und drückt auf die ohnehin kargen Margen.

UN-Bericht bestätigt Position des VDM
In seiner Ablehnung von Agrokraftstoffen sieht sich der VDM bestätigt durch einen aktuell veröffentlichten UN-Bericht. „Die Welt steckt in der größten Nahrungsmittelkrise seit jener des Jahres 2008“, schreibt der UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung Olivier De Schutter in dem vergangene Woche in Genf vor dem UNO-Menschenrechtsrat vorgestellten Dokument. „Um im Jahr 2050 die neun Milliarden Menschen zu ernähren müssen wir umgehend die effizientesten Methoden der Landwirtschaft, die verfügbar sind, einsetzen“, heißt es darin. „Die Produktion von Biobrennstoffen ist ein Grund, warum die angespannte Lage auf den Agrarmärkten so groß geworden ist. In Entwicklungsländern kann Bioenergie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mindern und Elektrizität in ländlichen Gebieten schaffen. Doch in der EU und den USA ist es einfach verrückt“, verdeutlichte De Schutter seine Aussagen in einem Interview mit einer Wiener Tageszeitung.

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