Mehr als jede vierte Lebensmittelkontrolle in Deutschland fällt aus – das zeigt eine Datenabfrage von foodwatch unter rund 400 kommunalen Lebensmittelbehörden. Ein Großteil der Ämter schaffe es nicht, alle gesetzlich vorgeschriebenen Routinekontrollen durchzuführen, teilt die Verbraucherorganisation mit. Vor diesem Hintergrund fordert foodwatch, die Behörden durch eine grundlegende Reform zu entlasten: Alle Kontrollergebnisse müssten veröffentlicht werden. Das würde einen Anreiz schaffen für Lebensmittelbetriebe, sich an die Vorgaben zu halten – und die Behörden entlasten. Denn wenn es weniger Beanstandungen gebe, müssten die Ämter insgesamt auch weniger kontrollieren. Vorbild könne das „Smiley“-Transparenzsystem aus Dänemark sein.
Die Recherche
foodwatch hat für den Report „Planmäßig ausgefallen – Deutschlands Lebensmittelüberwachung am Limit“ Anfragen an 398 kommunale Ämter gestellt. Rechtsgrundlage ist das bundesweite Verbraucherinformationsgesetz (VIG) und die Informationsfreiheitsgesetze (IFG) der Bundesländer. Die Verbraucherorganisation wollte wissen: Wie viele Routinekontrollen sind vorgeschrieben – und wie viele Kontrollen hat die Behörde tatsächlich durchgeführt? Etwas mehr als die Hälfte der angefragten Behörden lieferte entsprechende Daten. Die wichtigsten Ergebnisse:
- Bundesweit schafften die Lebensmittelbehörden im Schnitt nur rund 71% der vorgeschriebenen Routinekontrollen. Mehr als jede vierte vorgeschriebene Plankontrolle fand nicht statt (29%).
- Nur 15% der Behörden führten alle Kontrollen durch. 85% der Ämter schafften es hingegen nicht, ihr vorgeschriebenes Soll zu erfüllen.
Das „Smiley-System“ aus Dänemark
Um die Lebensmittelüberwachung zu verbessern, fordert foodwatch eine Transparenzpflicht wie in Dänemark. Dort hängen in jedem Lebensmittelbetrieb – egal, ob Eisdiele, Bäckerei, Imbissbude oder Sternerestaurant – gut sichtbar die Ergebnisse der letzten Kontrollen aus. Ein Smiley-Symbol informiert auf einen Blick über die Bewertung. Zusätzlich sind die Kontrollergebnisse im Internet abrufbar. Die Transparenz wirkt aus Sicht der Verbraucherschutzorganisation: Die Quote der beanstandeten Betriebe sei deutlich gesunken.
Der vollständige foodwach-Report findet sich hier (PDF).










