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Die Gewinner des Sächsischen Transferpreises in der Kategorie Kooperation bei der Preisverleihung am 25. Juni 2025 (v.l.): Markus Glaser (Hallo Welt!), Jens-Peter Majschak (Fraunhofer IVV), Lukas Oehm (Fraunhofer IVV), Richard Heigl (Hallo Welt!), Paul Weber (Fraunhofer IVV), Ines Lieske (Fraunhofer IVV), Mario Kaden und Mathias Möbius (Bäckerei Möbius).
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Erfahrungswissen sichern

Wissen sichern mithilfe von KI: Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV wurde gemeinsam mit der Bäckerei Möbius und der Hallo Welt! GmbH mit dem Sächsischen Transferpreis 2025 in der Kategorie Kooperation für ihr Projekt „WiBe-Back“ ausgezeichnet.

Wie kleine und mittelständische Betriebe zukünftigen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Generationenwechsel und Personalfluktuationen mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und gezielter Wissenssicherung erfolgreich begegnen können, zeigt ein innovatives Kooperationsprojekt zwischen dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Dresden, der Hallo Welt! GmbH und der Bäckerei Möbius aus Oederan. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt „WiBe-Back“ erhielt dafür den Sächsischen Staatspreis für Transfer in der Kategorie Kooperation.

 

Digitales Wissensmanagement

Innovationen in die Praxis umsetzen, welche es kleinen und mittelständischen Unternehmen erlauben, wertvolles Know-how zu bündeln, zu bewahren und optimal zu nutzen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern – das hatten sich Experten des Fraunhofer IVV zum Ziel gesetzt. Sie entwickelten dafür ein digitales Wissensmanagementsystem, welches entscheidendes Fachwissen für alle Mitarbeitenden eines Betriebs bewahrt und mithilfe von KI komfortabel nutzbar macht. Mit der Bäckerei Möbius und dem Softwareunternehmen Hallo Welt! GmbH fanden die IVV-Experten zwei wertvolle Partner für den Transfer in die Praxis.

In einem ersten Schritt erfassten die Forschenden die wichtigsten Arbeitsschritte im handwerklichen Produktionsprozess des erzgebirgischen Bäckereibetriebes. Gezielt ging es darum, die spezifischen Herausforderungen zu verstehen. Dafür führten sie Interviews mit den Mitarbeitenden und sammelten entscheidendes betriebsinternes Fachwissen, welches in einem zweiten Schritt strukturiert und hierarchisch gegliedert wurde. Anschließend speisten die Fraunhofer-Experten das gesammelte und systematisierte Wissen in die von Hallo Welt! entwickelte Wiki-Software „BlueSpice“. Ein KI-basierter Chatbot, der auftretende Fragen- und Problemstellungen beantworten kann, greift auf die Software-Plattform zu und macht so das gespeicherte Fachwissen zentral für alle Bäckerei-Mitarbeitenden – ob qualifiziert oder nicht – einfach zugänglich und direkt nutzbar.

 

Pionierarbeit geleistet

Mathias Möbius, Geschäftsführer der Bäckerei Möbius, erklärt: „Die Qualität unserer Backwaren wird durch viele Faktoren beeinflusst, von natürlichen Schwankungen der Rohstoffe über Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Backstube bis hin zu technischen Störungen. Das wertvolle Fachwissen, wie trotz all dieser Einflüsse immer gleichmäßig gute Endprodukte bei unseren Kunden auf den Tisch kommen, ist bisher vor allem in den Köpfen unseres Teams verteilt. Dieses Wissen digital zu speichern und allen Mitarbeitern einfach und jederzeit zugänglich zu machen, bringt uns Sicherheit für die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit den Kooperationspartnern hier Pionierarbeit leisten konnten, die sicher für viele mittelständische Betriebe, auch in anderen Branchen, nützlich sein wird.“ Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Majschak, Institutsleiter des Fraunhofer IVV, freut sich über die Auszeichnung: „Wir bei Fraunhofer haben die Aufgabe, insbesondere unseren Mittelstand mit neuen Technologien bei der Sicherung und Steigerung seiner Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. Dabei mit unseren Partnern Hand in Hand zusammenzuarbeiten, bereichert nicht nur das Projekt. Es macht Spaß und eröffnet neue Perspektiven. Besonders spannend ist es, wenn sich, wie im vorliegenden Fall, Technologielösungen in die verschiedensten Branchen und Tätigkeitsbereiche übertragen lassen, in denen Menschen mit Maschinen arbeiten. Das spezifische Fachwissen aber, um das es jeweils geht, bleibt im Unternehmen und wird dort für die Zukunft verfügbar gemacht. Dass wir nun schon zum dritten Mal für den erfolgreichen Wissenstransfer in die Wirtschaft ausgezeichnet wurden, sehen wir als besonderen Ansporn und Motivation für unsere zukünftige Arbeit und weitere Entwicklungen. Wir freuen uns schon auf alle kommenden Kooperationen!“

Mehr zum ausgezeichneten Kooperationsprojekt gibt es auf YouTube zu sehen.

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