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Turbulenzen an den Energiemärkten: Seit Beginn des Kriegs mit Iran sind Öl- und Gaspreise deutlich gestiegen. (Symbolbild)
© ChatGPT/BÄKO-magazin
Das fotorealistische Symbolbild zeigt ein LNG-Terminal am Hafen mit Tankschiff; darüber liegt eine stark schwankende Kurvengrafik, die volatile Energiepreise visualisiert.
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 4-26
Branche aktuell

Energiemarkt unter Spannung

Infolge des Krieges in Nahost sind die Preise für fossile Energieträger deutlich gestiegen. Der Energiemarkt bleibt volatil und schwer vorhersehbar. Energieberater Dr. Dirk-Siegfried Hübner gibt eine Einschätzung zur aktuellen Marktlage.

Der seit dem 28. Februar 2026 kriegerisch ausgetragene Konflikt Irans mit den Vereinigten Staaten von Amerika und Israel hat zu erheblichen Verwerfungen an den Energiemärkten geführt. Dr. Dirk-Siegfried Hübner von Hübner Energie Consulting (Bad Neuenahr-Ahrweiler) fasst die aktuelle Marktentwicklung im Bereich Erdgas zusammen: „Der Preis für europäisches Erdgas hat in dieser Woche einen dramatischen Anstieg erlebt und ist auf den höchsten Stand seit über drei Jahren geklettert. Auslöser ist der fortgesetzte Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus Qatar, einem der wichtigsten globalen Lieferanten.“ Die Großhandelspreise für Erdgas an den europäischen Börsen (inklusive EEX/THE‑referenzierter Produkte) seien durch den Irankrieg bzw. die Angriffe auf den Iran kurzfristig deutlich nach oben gesprungen, mit erhöhtem Aufwärtsrisiko.

 

Einflussfaktoren durch den Krieg in Nahost

Dr. Dirk-Siegfried Hübner erläutert die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Erdgaspreisentwicklung durch den Konflikt wie folgt:

  • Zentral sei die Straße von Hormus: Etwa ein Fünftel des globalen LNG-Handels laufe durch diese Engstelle; Einschränkungen oder Blockaden würden die LNG-Verfügbarkeit weltweit und damit auch für Europa deutlich verringern.
  • Der Iran habe den Schiffsverkehr bereits eingeschränkt; Marktteilnehmer preisten das Risiko anhaltender oder verschärfter Störungen ein.
  • Qatar Energy musste die LNG-Produktion in wichtigen Anlagen zeitweise stoppen, was zusätzlich Versorgungsängste schüre.
  • Gleichzeitig seien die Füllstände europäischer Gasspeicher nach dem Winter vergleichsweise niedrig, sodass Europa im Sommer viel LNG nachbeschaffen müsse – das verstärke die Preiswirkung geopolitischer Schocks.

 

Risikoausblick für Beschaffungspreise

Marktbeobachter halten laut dem Energieexperten weitere Preissprünge bis in Größenordnungen wie 2022 (Ukraine‑Schock) für möglich, falls der Konflikt anhalte und die Straße von Hormus längerfristig blockiert bleibe. Schätzungen zufolge könnten sich europäische Gaspreise mehr als verdoppeln, sollte der Schiffsverkehr durch die Passage für etwa einen Monat weitgehend ausfallen. Dagegen sei aber auch ein Entspannungsszenario vorstellbar: Beruhige sich die Lage und blieben LNG‑Ströme weitgehend intakt, sei mittelfristig wieder ein Rückgang zu moderateren Niveaus denkbar, insbesondere bei gleichzeitig hoher Einspeisung erneuerbarer Energien. Zusammenfassend gibt Dr. Dirk-Siegfried Hübner folgende Empfehlung: „Ruhe bewahren hat sich in den letzten Monaten bereits öfters als einmal bewährt. Wer mindestens für nächstes Jahr mit Energie versorgt ist, sollte – so meine persönliche Einschätzung und Empfehlung – erst einmal die weitere Entwicklung abwarten.“

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