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Leerstand: Laut einer aktuellen Datev Erhebung schließen immer mehr mittelständische Unternehmen – nicht abrupt, sondern als Folge wachsender Belastungen und fehlender Perspektiven.
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TITEL BÄKO-magazin 1-26
Branche aktuell

Betriebsaufgaben nehmen zu

Immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland ziehen sich zurück. Das zeigen die im Rahmen des aktuellen Datev Spotlights „Betriebsaufgaben und Insolvenzen“ erhobenen Zahlen.

Das Datev Spotlight „Betriebsaufgaben und Insolvenzen“ basiert auf Umfragen bei Steuerberatungskanzleien. Laut den Ergebnissen steigt die Quote der geplanten und ungeplanten Geschäftsaufgaben sowie Verlagerungen ins Ausland an. Sie lag Ende 2025 bei 2,43% der Kanzlei-Mandate, im Herbst 2024 waren es noch 1,62%. Zum Vergleich: Die für den gleichen Zeitraum und auf einer vergleichbaren Grundgesamtheit (Statistisches Unternehmensregister) mit Zahlen des Statistischen Bundesamtes berechnete Insolvenzquote liegt bei 0,67%.

 

Ein schleichender Rückzug

Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der Datev eG, warnt: „Der Mittelstand gibt auf. Es ist keine Schockwelle, sondern ein schleichender Rückzug, getrieben von hohen Kosten, schwacher Nachfrage, erdrückender Bürokratie und dem Mangel an Nachfolgelösungen. Besonders alarmierend: Die Quote der geplanten Betriebsaufgaben ist im Vergleich zum Vorjahr um 56% gestiegen.“ Die Quote der geplanten Betriebsaufgaben stieg von 0,97% im vergangenen Jahr auf 1,51% bei der jüngsten Befragung. Ungeplante Geschäftsaufgaben betrafen Ende 2025 0,73% der Mandate im Vergleich zu 0,54% im Jahr 2024. Auslandsverlagerungen wurden für 0,18% der Mandate genannt, das waren im Vorjahr 0,12%.

 

Verschiedene Ursachen

Die Ursachen für den Rückzug aus der Geschäftstätigkeit in Deutschland sind laut der Befragungen zum Datev-Branchenbarometer breit gefächert. Bei geplanten Geschäftsaufgaben stehen persönliche Gründe wie Krankheit, berufliche Neuorientierung oder Renteneintritt ohne Nachfolgelösung im Vordergrund. An dritter Stelle wird bei Mehrfachnennung die mangelnde Rentabilität von den Befragten angegeben. Dieser Grund wurde im Vergleich zur Befragung im Herbst 2024 häufiger genannt und zwar von 43% der Befragten (Vorjahr: 37%). Bei ungeplanten Geschäftsaufgaben dominieren mit mehr als zwei Dritteln Liquiditätsengpässe und mangelnde Rentabilität. Eine Verlagerung ins Ausland findet vor allem wegen mangelnder Rentabilität, aus persönlichen Gründen sowie wegen Schwierigkeiten mit neuen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen statt.

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