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Die Mitglieder beteiligten sich rege an Diskussionen und Entscheidungen.
© Jörg Sonntag
BÄKO aktuell

„Wir haben viel vor!“

Im Ergebnis der knapp dreieinhalbstündigen ordentlichen Generalversammlung der BÄKO Hansa, die am Standort Hamburg stattfand, standen tiefgreifende personelle und strategische Strukturveränderungen.

„Unsere Stärke ist der Zusammenhalt – und das seit der Gründung 1907“, lauteten die Worte von Aufsichtsratsmitglied Sabine Gaues zur Eröffnung der Sitzung mit 46 stimmberechtigten Mitgliedern, bevor Vorstandsmitglied Frank Daube den Jahresbericht vortrug. Der Geschäftsverlauf im Jahr 2023 war nicht zufrieden stellend: Der Wegfall von drei Großkunden (Umsatzverlust 11 Mio. Euro), das rückläufige Preisniveau, insbesondere ab dem zweiten Halbjahr verbunden mit steigenden betrieblichen Aufwendungen für Energie, außerordentlich hohe Zuführungen zu Rückstellungen für Personalaufwendungen sowie Verluste aus Warenkontrakten führten in der Summe zu einem Umsatzrückgang um 9,6 Mio. Euro auf nun 184,7 Mio. Euro (–5,1%) und einen deutlichen Jahresfehlbetrag von 1,8 Mio. Euro. Für 2024 wird aktuell ein Absatzrückgang um 6,2 Mio. auf rund 178 Mio. Euro prognostiziert. „Wir müssen 2024, wenn auch mit deutlich besserem Ergebnis, mit einem negativen Jahresergebnis rechnen.“

 

Personeller Umbruch

Im Fokus der diesjährigen Hauptversammlung stand der personelle Umbruch in der Führungsetage: Der gestörte Informationsfluss in Bezug auf die strategische Ausrichtung führte letztendlich zu einer Trennung zwischen dem bisherigen geschäftsführenden Vorstand Klaus Nerjes und der BÄKO Hansa. Sein Mandat niedergelegt haben nach über 30-jähriger Tätigkeit der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Borchers sowie das knapp drei Monate übergangsweise mitamtierende Mitglied Dr. Uwe Rohlfs.

Die Investitionstätigkeit war aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Situation sowie des Pausierens von Sanierungsmaßnahmen aufgrund eines Blindgängerverdachts am Standort Hamburg, der nach umfangreichen Sondierungsarbeiten und damit verbundenen Ausgrabungen nicht bestätigt wurde, erneut sehr zurückhaltend. Perspektivisch sollen nun in einem neuen Strategiekonzept bis 2028 an die 150 Maßnahmen zur Umsatzerweiterung umgesetzt werden – von der Verschlankung der Organisation bis hin zu einem zukunftsorientierten Geschäftsmodell auch in Blickrichtung der Mitglieder.

Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Matthias Lau aus Lübs (Mecklenburg) und Tobias Exner, Bäckermeister aus Beelitz (Brandenburg). Sicherlich nicht alltäglich ist die Verschiebung der Beschlüsse zur Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats auf das kommende Jahr nach langen Diskussionen. Der Hintergrund: Die sich mit der personellen Veränderungen in den beiden Gremien ergebenden offenen Fragen sollen zunächst intern ausführlich beraten und in einem neuen Strategiepapier beschlossen werden.

 

Unterstützung signalisiert

Grußworte mit der inhaltlichen Einschätzung der aktuellen Marktsituation trug der Vorstandssprecher der BÄKO-ZENTRALE, Stefan Strehle, vor und er untermauerte zugleich die Unterstützung der neuen strategischen Ausrichtung der BÄKO Hansa durch die Genossenschaftszentrale. Der Prüfungsbericht des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands, vorgetragen von Jan Holthaus, endete im Ergebnis mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Mit der Botschaft „Wir haben viel vor“ soll nunmehr nach der internen und externen Aufarbeitung von Fehlentscheidungen der Vergangenheit gegenüber den Kunden ein neues Vertrauen aufgebaut werden – von kurzfristigem Handlungsbedarf bis hin zu Strategie, Zeitplan und Architektur zur Umsetzung.

 

Kennzahlen 2023

Umsatz: 184,7 Mio. Euro (–5,1%)
Bilanzverlust: 1,8 Mio. Euro
Eigenkapitalquote: 57,6%
Mitglieder: 768 (–47)

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