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Technikinnovation „zum Anbeißen“!
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BÄKO aktuell

Wege in die technische Zukunft

Der diesjährige Technik- und Innovationstag der BÄKO in Berlin widmete sich Automatisierungslösungen und digitaler Innovation ebenso wie ganz „analogen“ Verbesserungen und dem wichtigen Bereich der Cybersicherheit.

Am neuen Standort, dem Hotel „Steigenberger Airport“ begrüßten Jean-Pierre Nachtsheim, Geschäftsführer der BÄKO-ZENTRALE, und Tobias Buschmann, Abteilungsleiter Maschinen & Geräte, erneut knapp 100 Teilnehmer aus den Regionalgenossenschaften und partnerschaftlich verbundenen Zulieferunternehmen. Im Fokus standen Konzepte und Produkte, die Zeit und Arbeitskräfte einsparen, die Arbeit zeitlich und räumlich entkoppeln und der Backbranche dabei helfen „auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein, ohne den Kern des Handwerks jemals zu vergessen“, wie die beiden Moderatoren betonten.

Mit dem Bundesminister a.D. Jürgen Trittin, langjährige Führungspersönlichkeit bei Bündnis 90/Die Grünen, konnte zudem erneut ein spannender Dinner Speaker für den Auftakt der Tagung gewonnen werden. In seiner pointierten Rede stellte dieser einen Zusammenhang zwischen globalen Problemen, Umweltschutz und technologischen Herausforderungen her und plauderte auch ein wenig aus dem politischen „Nähkästchen“.

 

Schattenseite der Digitalisierung

Einen weiteren viel beachteten Vortrag steuerte der Psychologe, Hacker, Netzpolitiker und IT-Sicherheitsexperte Linus Neumann bei, indem er den Teilnehmenden verdeutlichte: „Sicherheit ist ein Prozess, kein Zustand!“ Angesichts von permanenten Ransonware-Angriffen auf deutsche Unternehmen sei der „Cyberwar“ längst in vollem Gange, werde als solcher aber noch kaum wahrgenommen. Er rät allen Unternehmern dringend dazu, Maßnahmen zur Prävention und Detektion von Cyberangriffen sowie ggf. zur Wiederherstellung von Daten zu ergreifen, um nicht zu einem einfachen und/oder attraktiven Ziel von Hackern zu werden.

Wegweisende technische Weiterentwicklungen, die dem Anspruch an eine „Innovation“ gerecht werden, stellten im Rahmen der Tagung die Unternehmen Rondo, Winnovation, Hylab, Rego Herlitzius, Debag sowie die BÄKO selbst (mit BÄKO-AutoPOS) vor. Den Anfang machte Rondo-Geschäftsleiter Thomas Hubl, der Automatisierungslösungen seines Unternehmens für handwerkliche Bäckereien vorstellte. Im Mittelpunkt seiner Präsentation standen die modulare „Smart Bread Line“, die dank „RONDObot“ ein automatisiertes Rundwirken bzw. Längsscheuern ermöglicht, die Ausrollmaschine „Compas 4.0“ mit „intelligenten“ Assistenzsystemen für die Steuerung von z.B. Teiggewicht und -festigkeit und das Hygienic Design der Anlagen, das eine leichte Reinigung, z.B. per Hochdruckreiniger, ermöglicht.

 

Kollege Roboter

Winnovation, ein Unternehmen der Wiesheu-Gruppe, hat die Entwicklung von flexibel einsetzbaren, im menschlichen Umfeld agierenden Automaten, noch deutlich weiter vorangetrieben. Die „Cobots“ unter dem Markennamen „Baker's Friend“, allesamt mit Food-Zulassung können in der Kommissionierung und im Versand ebenso eingesetzt werden wie beim Be- und Entladen, Stapeln und Beschicken. Geschäftsführer Werner Huprich und Jessica Herrmann (Projektleitung Robotik) zeigten diverse individuell mit den anwendenden Bäckereien erarbeitete Lösungen und demonstrierten die zuverlässige Austestung und Kontrolle/Fernwartung per „digitalem Zwilling“. Für die Südback verspricht Winnovation neue KI-Anwendungen und in puncto Wirtschaftlichkeit optimierte Konzepte.

Marwin Pawlik, CEO und Gründer von Hylab, zeigte auf, wie durch Digital Signage Cross-Selling befördert, Prozesse optimiert und neue Zielgruppen erschlossen werden können. Neben dem Marketing kann dadurch auch die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber gefördert werden. Pawlik betonte, dass die anwendungsfreundliche Software ein übersichtliches Filialmanagement ermöglicht und deutete an, dass die schon jetzt breite Modellpalette demnächst sogar durch Bildschirme ergänzt werden könnte, die sich wie Teppiche ausrollen lassen. Folgen sollen der Ausbau der Kommunikation mit der Warenwirtschaft und eine KI-generierte Content-Erzeugung.

 

Schlangestehen war gestern

Marcus Höffer, Abteilungsleiter Marketing der BÄKO-ZENTRALE, stellte das kürzlich als Pilotprojekt „live“ gegangene BÄKO-AutoPOS als autonomes Ladenkonzept vor, das mit Mitarbeitern oder ohne betrieben werden kann. Man checkt dabei mit Bezahlkarte oder Kunden-App ein, kauft nach Belieben ein und verlässt ohne Bezahlvorgang den Laden – die Rechnung wird automatisch von einem hinterlegten Konto abgebucht. Beim Handwerksbäcker Raffelhüschen auf Sylt wird BÄKO-AutoPOS derzeit mangels Personal als reines SB-Modell getestet – die ersten Reaktionen der Kunden sind weit überwiegend positiv. Das von der BÄKO gemeinsam mit Digitalexperte Autonomo und Ladenbauer Korte realisierte Projekt wird weiterhin „feinjustiert“ und bietet viel Flexibilität, z.B. auch für zeit- oder raumhybride Lösungen in Sachen Beratung und Verkauf.

Auch beim Bäckereimaschinenhersteller Rego Herlitzius wird Innovation groß geschrieben, wie Gesamtvertriebsleiter Holger Protte berichtete. Dabei konzentriert sich der Hersteller des erfolgreichen „SM 32“-Profimischers aus der BÄKO-line (Rühr- und Schlagmaschine) vor allem auf vier Bereiche: Robotikeinsatz (z.B. Greifer für Brotschneidemaschinen), Maschinendatenerfassung (ermöglicht z.B. Pay per Use), Hygienedesign (z.B. UV-Technik für Maschinenoberflächen) und „Smart Gadgets“ wie der bereits erhältliche Werkzeugwagen, der komplett in Waschanlagen gefahren werden kann.

 

Zentrales Monitoring und KI-Steuerung

Abschließend ging es mit Geschäftsführer Oliver Theiß und Produktmanager Benjamin Straube von Debag um Ofentechnik auf neuestem Stand. Sie hoben produktübergreifend die Bedeutung standardisierter, vernetzter Steuerungssysteme (inklusive Monitoring) hervor und demonstrierten, wie KI-basierte Anwendungen für Zeitersparnis, Qualitätssteigerung, die Vermeidung von Retouren/Lebensmittelabfällen und eine höhere Prozesssicherheit sorgen können. Hierfür hat Debag mit Partner PreciTaste z.B. den „OVA (Oven Station Assistant)“ entwickelt, der anhand einer Fülle von Parametern die Auslastung der Öfen optimiert. Zudem gab es Anregungen für die Verlegung von Arbeitszeiten in den Tag durch Nutzung der Gär- und Kältetechnik von Debag.

Nicht zu kurz kam in den Pausen, vor und nach den Referaten das Netzwerken unter den Teilnehmenden, deren positives Feedback dafür sorgen sollte, das auch im kommenden Jahr ein Technik- und Innovationstag der BÄKO auf der Tagesordnung stehen wird.

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