Der Aufsichtsratsvorsitzende Sven Knauber und der geschäftsführende Vorstand Ewald Engel hießen die Mitglieder im „Peters Hotel & Spa“ in Homburg-Jägersburg am 12. August 2026 herzlich willkommen. Auf der Generalversammlung wurde deutlich, dass sich das backende Handwerk und damit auch die BÄKO Saar-Pfalz in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten befinden. In seinem Grußwort zeigte Vorstand Gunter Hahn von der BÄKO-ZENTRALE die verschärften Rahmenbedingungen auf. Beispielhaft machte er auf zwei Entwicklungen aufmerksam, deren Auswirkungen derzeit erst ansatzweise greifbar seien. Die Blockierung der Straße von Hormus habe nicht nur direkte Preisanstiege zur Folge – etwa an den Zapfsäulen–, sondern bringe auch indirekte Risiken für die Welternährung mit sich. So seien etwa große Mengen Düngemittel davon betroffen, was starke Anstiege der Preise für Stickstoffdünger verursache. Hinzu komme das Klimaphänomen El Niño, dessen Höhepunkt für die Zeit um den Jahreswechsel erwartet werde, mit ebenfalls weltweiten Auswirkungen. Mit Blick auf das backende Handwerk in Deutschland verdeutlichte Hahn den massiven Druck, unter dem viele Betriebe stehen, etwa durch den zunehmend umkämpften Markt und durch überbordende Bürokratie. Vor dem Hintergrund der Summe der Herausforderungen sei die BÄKO-Organisation immer wieder aufs Neue gefordert, die Weichen zu stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit des backenden Handwerks weiter verlässlich zu fördern. Hahn versicherte den Teilnehmenden, dass die BÄKO-Organisation weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tut, um die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Waren sicherzustellen.
Solide aufgestellt trotz Herausforderungen
In seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2025 veranschaulichte der geschäftsführende Vorstand der BÄKO Saar-Pfalz, Ewald Engel, dass sich die Ertragslage der Regionalgenossenschaft verschlechtert hat. Das Rohergebnis verringerte sich infolge rückläufiger Umsätze sowie eingeschränkter Preisanpassungsmöglichkeiten. Der Umsatz verringerte sich im Geschäftsjahr um 0,7% im Vergleich zum Vorjahr. Grund waren vor allem Betriebsschließungen von Kunden. Vor allem in den Warengruppen Maschinen, Geräte und Betriebsstoffe (–12%), Mehl (–8,9%) sowie Papier und Verpackung (–8,7%) waren Umsatzrückgänge zu verbuchen. Bei den Warengruppen Dienstleistungen (+6,7%) und Frischwaren (+4,2%) konnten die Umsätze gesteigert werden.
Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zeigte eine stabile Entwicklung. Trotz Kundenrückgang konnte der Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2026 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden. Das Geschäft mit Kunden aus Frankreich (Umsatzanteil 2025: rund 15,5%) kann vermutlich im Lauf des Jahres 2026 auf ähnlichem Niveau gehalten werden. Maßnahmen zur weiteren Effizienzsteigerung und Kostensenkung werden kontinuierlich weiterverfolgt. Der Fokus der Geschäftsführung liege darauf, die Genossenschaft wirtschaftlich gesund zu halten und das backende Handwerk weiterhin verlässlich mit hochwertigen Rohstoffen zu versorgen, brachte es Engel auf den Punkt.
Verlässlichkeit bewiesen
Trotz der Herausforderungen ist es der Genossenschaft auch 2025 gelungen, ihren Förderauftrag voll zu erfüllen und sich als verlässlicher Partner des backenden Handwerks zu beweisen. Die Mitglieder profitieren von einer Warenrückvergütung in Höhe von 1,25% (229,8 Tsd. Euro). Zudem wurden rund 2,3 Mio. Euro Umsatz zu Aktionspreisen getätigt. Die Eigenkapitalquote konnte von 64,4% im Vorjahr auf 68,9% gesteigert werden. Die dadurch geschaffene Sicherheit hob auch Astrid Busch vom prüfenden DHV (Genossenschaftlicher Prüfungsverband für Dienstleistungen, Immobilien und Handel e.V.) aus Hamburg lobend hervor. Die Ergebnisse der Prüfung ergaben keinerlei Beanstandungen – alles ordnungsgemäß.
Die Versammlung nahm den Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands einstimmig an. Demnach werden der Jahresüberschuss von 218,8 Tsd. Euro und der Gewinnvortrag von 535 Tsd. Euro nach den mit 180 Tsd. Euro ausgewiesenen Einstellungen in Rücklagen (Bilanzgewinn = 573,7 Tsd. Euro) in Höhe von 100 Tsd. den Rücklagen zugeführt. Der verbleibende Betrag von 473,7 Tsd. Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.
Vorstand und Aufsichtsrat wurden durch die Versammlung einstimmig entlastet. Ebenfalls einstimmig stimmte die Versammlung dem Antrag zu, dass die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder auf fünf Personen reduziert wird. Raphael Besser scheidet altersbedingt aus dem Gremium aus und wurde durch die Versammlung für sein Engagement geehrt. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Léon Adolf, David Mischo und Alexander Louis wurden erneut in das Gremium gewählt.
Kennzahlen 2025
Umsatz: 29,9 Mio. Euro (–0,7%)
Bilanzgewinn: 574 Tsd. Euro
Eigenkapitalquote: 68,9%
Mitglieder: 133 (–4)












