Nachhaltige Rohstoffbeschaffung mit transparenten Lieferketten und die durch den Klimawandel ausgelösten Veränderungen (neue Anbaugebiete, Ersatzprodukte) waren der „rote Faden“ der Veranstaltung. Im Zentrum der Präsentationen standen Laugenprodukte, der Markt für Butter und andere Molkereiprodukte, Getränke und das Trendthema Fermentation.
Wachstumschancen in Trendbereichen
Ditsch-Geschäftsführer Björn Tiemann nahm das Auditorium mit auf eine Reise durch die Welt des Laugengebäcks. Das zur Valora-Gruppe gehörende Unternehmen ist weltweit dessen größter Hersteller und bedient damit ein Wachstumssegment, das vor allem vom Außer-Haus-Markt getrieben wird: „Snack ist kein Nebenprodukt, sondern das Wachstumsmodell!“, bekräftigte Tiemann. Die Kundschaft isst flexibler, öfter, kleiner und zunehmend unterwegs. Bäcker können neben ihrer Frühstückskompetenz dabei ihre Stärken im Sofortverzehr (warm, frisch, variabel, vertrauenswürdig) voll ausspielen und punkten aktuell besonders dank des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses.
Vertriebsleiter Jörg Stephan und Dr. Philipp Fesel, Leiter des Produktmanagements bei Uniferm, nahmen das derzeit extrem trendige „Phänomen Fermentation“ unter die Lupe. Sie erklärten die zugrunde liegenden Rohstoffe bzw. Prozesse und erläuterten, wie das Bäckerhandwerk davon profitieren kann – denn dank des „Innovationsboosters“ Fermentation entsteht ein Differenzierungsmerkmal in Frische, Aroma und Geschmack. Uniferm sorgt dabei mit inzwischen zehn Grundvarianten seiner „FermFresh“-Produktreihe für Prozesssicherheit und nachhaltige Wertschöpfung. Außerdem im Fokus: Produkte aus Hafer/Porridge, die besonders junge Zielgruppen ansprechen.
„Gemeinsam Mehrwert schaffen“: Anthony Thies und Anne-Ellen Amling, die bei Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP) den Außer-Haus-Markt samt Key Account BÄKO verantworten, zeigten auf, wie dank der bekannten Markengetränke Impuls- und Zusatzkäufe erleichtert und mithilfe von Kombiangeboten bessere Margen generiert werden können. Das kommt der Kundschaft entgegen, die beim Snackeinkauf auch ein (gut gekühltes) Getränk erwerben möchte. CCEP fördert die Kundenaktivierung zusätzlich durch funktionale und conveniente Gebinde, Neuheiten wie zuckerfreie Alternativen und umfassende Verkaufsunterstützung.
Hoche Butter, 100%ige Tochter des norddeutschen Genossenschaftsunternehmens Uelzena, war bei der Tagung durch Geschäftsführer Bernd Gewecke repräsentiert. Die bereits seit Jahrzehnten gepflegte Partnerschaft mit der BÄKO im Bereich Butter/Butterfette kommt u.a. in der Herstellung von Butterplatten mit fachlich genau definierten Eigenschaften zum Tragen. Gewecke skizzierte kenntnisreich die Entwicklungen am Markt für Molkereiprodukte, der von saisonalen Schwankungen, starker Abhängigkeit vom Milchpreis, neuen Herausforderungen der Landwirte durch Klimawandel und Tierhaltung sowie hohem Investitionsdruck geprägt ist.
Besser informiert
Neben so vielen Rohstoffinformationen ging es beim BÄKO-Rohstoff- und Innovationstag auch um „das große Ganze“. Netzaktivist und IT-Experte Daniel Domscheit-Berg wies in einem aufrüttelnden Vortrag auf die Schattenseiten der Digitalisierung und deren Missbrauch durch Technologieunternehmen hin. Eine „Desinformationskultur“ drohe kritisches Denken und individuelle Fertigkeiten zu verdrängen; Investitionen in Künstliche Intelligenz dürften nicht zulasten von Infrastruktur, Bildung und Grundlagenforschung gehen.
Der Schweizer Zukunftsforscher Georges T. Roos erläuterte Megatrends, die sich aus der globalen Bevölkerungsentwicklung und den geopolitischen Veränderungen ergeben ebenso wie die Auswirkungen von Bio-Transformation (Genforschung) und KI. „Optimismus ist eine zu naive Zukunftseinstellung, aber wir brauchen Zuversicht, um die Zukunft mitgestalten zu können“, forderte Roos.
Großen Applaus erhielt Politiker Gregor Gysi, der als Dinner Speaker in einer Tour d’horizon durch die weltpolitische Gesamtlage deutlich machte, was erforderlich ist, um (nicht nur) Kindern hierzulande wieder Zukunftsperspektiven zu vermitteln – so vor allem mehr verbindliches Handeln und wirtschaftliche Autarkie.










