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Der Vorstand der BÄKO-ZENTRALE (v.l.: Gunter Hahn, Stefan Strehle, Martin Reinhardt, Jürgen Hinkelmann und Neal Bauer) hat die Genossenschaftszentrale als Impulsgeber und Innovationsplattform etabliert.
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BÄKO-magazin Titel Ausgabe 7-26
BÄKO aktuell

Richtungsweisende Marktpräsenz

Die BÄKO-ZENTRALE hat ihren Jahresbericht 2025 unter das Motto „BÄKO - Kompass im Ökosystem des backenden Handwerks“ gestellt. Auf der Generalversammlung in Düsseldorf wurde dieser Anspruch eindrucksvoll untermauert.

Die BÄKO-ZENTRALE hat bei ihrer zweitägigen Generalversammlung auf dem EUREF-Campus Orientierung, Vernetzung und Zukunftsgestaltung vielfältig erlebbar gemacht. Im Mittelpunkt standen nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der BÄKO-Organisation und der BÄKO-ZENTRALE, sondern vor allem die Frage, wie das backende Handwerk in einer Phase tiefgreifender Veränderungen Stabilität, Zukunftsfähigkeit und neue Marktimpulse gewinnen kann.

 

Orientierung als Förderauftrag

Die BÄKO-ZENTRALE hat elf Ausprägungen des Paradigmenwechsels am Markt definiert: Dazu zählen die Digitalisierung als Basisanforderung, der Generationen- und Wertewandel, veränderte Erwartungen an Arbeit und Work-Life-Balance, Resilienz unter Unsicherheit, der zunehmende Wettbewerb um Aufmerksamkeit, der Übergang von reiner Produktlogik zu Lösungs- und Serviceökonomien, Automatisierung und Künstliche Intelligenz, der Sinn- und Wertewettbewerb, der Wechsel von Planungssicherheit zu permanenter Anpassungsfähigkeit, der Bedeutungsgewinn von Ökosystemen, Partnerschaften und Plattformen sowie Transformation als dauerhafter Zustand.

Für die BÄKO bedeutet dies, den genossenschaftlichen Förderauftrag modern zu interpretieren. Versorgung, Einkauf und Zentralregulierung bleiben zentrale Leistungen, doch ergänzend gewinnen Plattformen, Daten, Services, digitale Unterstützung, Bündelungsvorteile, Innovationsmanagement und partnerschaftliche Entwicklung deutlich an Bedeutung. Im Veranstaltungsraum, der „EUREF-Bubble“ wurden vier zentrale Handlungsfelder sichtbar gemacht:

  • „Betrieb sichern“ (exemplarisch: die Weiterentwicklung von BÄKO-AutoPOS),
  • „Wirtschaftlichkeit sichern“ (u.a. mit BÄKO-PAY),
  • „Besser entscheiden“ (u.a. mit einem gemeinsamen Datenanalysekonzept von BÄKO-ZENTRALE, Bäckerinnungsverband West und Oraylis) und
  • „Marktchancen nutzen“ (Trendrohstoffe und -produkte wie u.a. die neue pflanzliche Ei-Alternative).

Der rote Faden der Veranstaltung lag in der Rolle der BÄKO als Kompass. Dies, so Strehle, bedeute nicht, fertige Wege vorzuschreiben, sondern Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen, Nutzenpotenziale zu prüfen, Partner zusammenzubringen, Wissen zu ordnen, mögliche Entwicklungsräume für Betriebe und Regionalgenossenschaften sichtbar zu machen und Orientierung für fundierte Entscheidungen zu geben.

 

Grundsolide Wirtschaftsbilanz

Die BÄKO-Organisation hat in einem sehr herausfordernden Umfeld, das von starker Marktkonzentration geprägt war und ist, Stabilität bewiesen. Der Gesamtumsatz der 25 BÄKO-Regionalgenossenschaften in Deutschland und Österreich stieg 2025 um 0,9% auf 2.560,8 Mio. Euro.

Die BÄKO-ZENTRALE selbst erzielte einen Gesamtumsatz von 1.706,3 Mio. Euro. Das Eigengeschäft hatte daran einen Anteil von 605,4 Mio. Euro, der Zentralregulierungsumsatz lag bei 1.100,9 Mio. Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 45%, einem wirtschaftlichen Eigenkapital von 58,1 Mio. Euro und einem Jahresüberschuss von 1,472 Mio. Euro unterstreicht die BÄKO-ZENTRALE ihre stabile wirtschaftliche Grundlage. Rund 27 Mio. Euro flossen als Vergütungen an die Mitglieder. „Gerade in diesem schwierigen Umfeld zeigt sich die Stärke des genossenschaftlichen Miteinanders“, ist Vorstandssprecher Stefan Strehle überzeugt. Impulse zu geben, den Wandel zu gestalten und die BÄKO-ZENTRALE als Innovationsplattform zu verankern, seien zentrale Ziele.

Das Jahr 2026 weist angesichts der geopolitischen Rahmenbedingungen und starker Konsumzurückhaltung bis Ende Juni deutliche Umsatzrückgänge auf. „Wir nehmen diese Entwicklung sehr ernst“, betonte Strehle. Umso wichtiger seien nun die strategischen Handlungsfelder in Organisation, Logistik, Innovation und Digitalisierung.

 

Personelle Veränderungen

Mit Dietmar Baalk (Mitglied seit 2017) und dem stellvertretenden Heinrich Traublinger jr. (Mitglied seit 2020, stv. ARV seit 2022) wurden zwei langjährige Aufsichtsräte mit Präsenten und Standing Ovations verabschiedet. Da man sich auf eine Verkleinerung des Gremiums um eine Position verständigt hatte und es mit Axel Oppenborn (LIM Niedersachsen/Bremen) sowie Tobias Exner (LIM Berlin-Brandenburg) zwei Kandidaten gab, musste die geheime Wahl entscheiden, bei der sich Oppenborn durchsetzte. Wiedergewählt wurden dabei Josef Baader, Frank Bachhausen, Roland Ermer und Helmut Wiedemann.

Aus dem Vorstand der BÄKO-ZENTRALE ist Dr. Ewald Oltmann zum Jahresende ausgeschieden. Er war seit 2000 Aufsichtsrats- und seit 2027 Vorstandsmitglied. Auch für seine Verabschiedung bot die diesjährige Versammlung den würdigen Rahmen.

 

Optimismus, Haltung und Kooperation

Inhaltlich gerahmt wurde die Veranstaltung durch die Keynote des Zukunftsforschers Tristan Horx und eine Podiumsdiskussion mit Julia Gräber (VEDES AG), Georg Mersmann (Soennecken eG), Dr. Torsten Feldbrügge (AGRAVIS Raiffeisen AG) und Günter Althaus (Reformhaus eG), Hier kamen Perspektiven aus genossenschaftlichen, mittelständischen und kooperativen Systemen zusammen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Transformation, Zusammenarbeit, Führungsverantwortung, Plattformlogiken und der Rolle von Verbünden in dynamischen Märkten.

Die Verbundenheit untereinander und mit der BÄKO demonstrierten die Grußworte von Roland Ermer als Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks und Bettina Schliephake-Burchardt als Präsidentin des Deutschen Konditorenbunds. „Es geht nur gemeinsam“, mahnte Ermer nachdrücklich, und die Konditorenpräsidentin betonte die wichtige Rolle der BÄKO als Brückenbauerin.

Ebenso wie Partner aus Wirtschaft, Kreditwesen, Verbänden und Presse sowie zahlreiche Mitarbeitende der BÄKO-ZENTRALE reihten sie sich in die Zahl der rund 120 Teilnehmenden ein, die das große Interesse an der Versammlung unterstreicht. Die "EUREF-Bubble“ wurde dabei bewusst als Symbol- und Resonanzraum gewählt: als sichtbares Bild für ein lebendiges Ökosystem, in dem Bäcker, Konditoren, BÄKO-Regionalgenossenschaften, Innungen, Verbände, Lieferanten, Produktionspartner, Dienstleister, Technologieanbieter und die BÄKO-ZENTRALE selbst zusammenwirken.

Dementsprechend standen Austausch, Impulse und gemeinsame Weiterentwicklung im Vordergrund und der Leitgedanke – die BÄKO stärkt ihre Stärken als Rohstoff- und Warenexperte, versteht sich aber auch als verbindende, moderierende und orientierungsgebende Kraft im Ökosystem des backenden Handwerks – wurde überzeugend mit Leben erfüllt.

 

Kennzahlen 2025

Umsatz: 1,706 Mrd. Euro (–0,1%)
Bilanzgewinn: 976,2 Tsd. Euro
Dividende: 7% (593,4 Tsd. Euro)
Eigenkapitalquote: 45%
Mitglieder: 29 (±0)

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