Rund 80 Teilnehmende mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen hatten sich im Vorfeld für das Abenteuer BÄKO-Hackathon angemeldet und machten sich auf den Weg in die Kölner „Wohngemeinschaft“, ein einzigartiger Meeting-Space mit vielen interaktiv nutzbaren Räumen am Rande des Belgischen Viertels der Dom-Stadt. 19 interdisziplinäre, spontan gebildete Teams machten sich vom 20. bis 22. März 2026 frisch ans Werk und ließen sich gerne von Moderator und Konzeptgeber Fabian Beiner und Stefan Strehle, Vorstandssprecher der BÄKO-ZENTRALE, motivieren, die zuvor in bundesweiten Roadshow-Workshops in Zusammenarbeit mit Landesinnungsverbänden des Bäckerhandwerks erarbeiteten realen Problemstellungen zu bearbeiten; dafür standen ihnen lediglich 35 Stunden zur Verfügung.
Die Teams fanden sich aus den unterschiedlichen Fachbereichen Technologie und Entwicklung, backendes Handwerk sowie Business und Organisation zusammen. Mentoren aus Backbranche und BÄKO standen jederzeit zur Beratung zur Verfügung. Teils tief konzentriert hinter geschlossenen Türen und in Details versunken, teils lebhaft diskutierend in den Gemeinschaftsräumen, entstanden spannende Lösungsansätze. Am finalen Tag des BÄKO-Hackathons präsentierten die Teams, manches leicht übermüdet, aber alle begeistert und begeisternd im Rahmen von 3-Minuten-Pitches ihre erdachten IT-Lösungen und -Ideen.
Starke Ideen, überzeugende Pitches
Die Jury, bestehend aus Sophie Hinkel (Bäckereiunternehmerin, Betriebsleiterin Bäckerei Hinkel), Vanessa Buderus (Marketingmanagerin BÄKO-ZENTRALE), Frank Bachhausen (Bäckermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der BÄKO-ZENTRALE), Marc Mundri (Bäckermeister, Geschäftsführer der Bäckerei Diepenbrock) und Matthias Heislitz (Bäckermeister, Geschäftsführer des Backhaus Heislitz), hatte es nicht leicht, die drei Gewinnerteams bei der Fülle der leistungsstarken Konzepte auszuwählen. Alle drei ausgezeichneten Teams lagen in der Endauswertung sehr dicht beieinander. Durchsetzen konnten sich schließlich folgende Teams und gewannen damit 5.000, 3.000 bzw. 2.000 Euro:
- Platz: „UTE (Unkomplizierte Theken Eingabe)“: Ein System, das das Verkaufsgespräch an der Theke per Spracherkennung versteht und im Hintergrund Kasseneingabe, Allergenprüfung und Kundenerkennung übernimmt – ohne dass sich das Verhalten in der Filiale ändern muss.
- Platz: „Team Finn“: Ein autonomes Bestellsystem, das Lagerbestände über einfache, haptische Buttons und Computer Vision erfasst und Lieferanten-PDFs per KI in automatisierte, preisoptimierte Bestellungen übersetzt.
- Platz: „Die taffen Giraffen“: Eine Lösung für Filialleitungen, die kurzfristige Krankmeldungen übernimmt und eigenständig verfügbare Mitarbeitende informiert. Ziel: spürbare Entlastung im Alltag.
Das Projekt „UTE“ gewann gleich zweimal, denn parallel wählten alle Teilnehmenden im Rahmen des Community-Votings ebenfalls ein Gewinnerteam und entschieden sich für diese Lösung.
Come together!
„Digitale Räume schaffen am Ende des Tages den Raum und die Zeit für das backende Handwerk, ihrer Leidenschaft nachzugehen und auch immer noch der Tradition nachzukommen, die allen so wichtig ist. Der BÄKO-Hackathon ist daher für uns eine sehr wichtige Innovationsplattform, die wir erstmals 2023 initiiert haben und die als einer von zahlreichen Bausteinen zu unserer strategischen Weiterentwicklung beitragen“, berichtet Stefan Strehle, Vorstandsprecher der BÄKO-ZENTRALE und Initiator der Veranstaltungsreihe.
„Als Teil der Jury durfte ich den BÄKO-Hackathon mit begleiten. Ich habe viele Eindrücke gesammelt und mich sehr gefreut, die Pitches zu sehen und zu schauen, was aus den ganzen Ideen werden kann. Ich freue mich, diese nun auch vor allem auch aus Marketingsicht zu beurteilen“, bilanzierte Vanessa Buderus, Marketingmanagerin der BÄKO-ZENTRALE.
Im Sinne des genossenschaftlichen Förderauftrags für das backende Handwerk schuf die BÄKO im Sommer 2023 mit dem BÄKO-Hackathon dieses Kreativformat, welches innovative Impulse liefert, um das Bäcker- und Konditoren-Handwerk voranzubringen. Der BÄKO-Hackathon bringt Menschen aus dem backenden Handwerk, Technologie, Design und Business zusammen. Ein Wochenende lang arbeiteten interdisziplinäre Teams fokussiert an praxisnahen Challenges und entwickelten konkrete, umsetzbare Lösungsansätze für reale Problemstellungen aus dem Arbeitsalltag des backenden Handwerks.
Die BÄKO versteht sich dabei als Ermöglicherin. Mit dem BÄKO-Hackathon schafft sie einen strukturierten Raum, in dem Problemstellungen aus dem backenden Handwerk sichtbar gemacht, gemeinsam bearbeitet und weitergedacht werden. Ziel ist es, Ansätze zu entwickeln, die nicht bei Ideen stehen bleiben, sondern das Potenzial haben, im Anschluss getestet und weiterentwickelt zu werden.
Hintergrund: Spannende Herausforderungen
Der BÄKO-Hackathon 2026 baute auf den Erfahrungen der ersten Ausgabe auf und führte das Format gezielt weiter. Der Fokus liegt auf klar definierten Challenges, einer bewussten Vorbereitung der Teilnehmenden und der Anschlussfähigkeit der Ergebnisse.
- Predictive Bakery: Den Blindflug beenden. Wie können wir vorhandene Daten so nutzen, dass sie im Alltag helfen – einfach, verständlich und ohne zusätzlichen Aufwand? Schafft eine Lösung für bessere Entscheidungen im richtigen Moment.
- Das Chaos-Radar: Stabil bleiben, wenn der Plan kippt. Wie kann Technik helfen, auf unvorhersehbare Störungen schnell, strukturiert und ruhig zu reagieren? Schafft Transparenz und Struktur, wenn der ursprüngliche Plan nicht mehr gilt.
- Der digitale Filialassistent: Rückenfreiheit für Profis. Wie lassen sich Pflichtaufgaben, Wissen und Organisation so bündeln, dass sie den Verkaufsalltag unterstützen, statt ihn zu hemmen? Bündelt Wissen so intuitiv, dass es den Verkauf stärkt.
- Zero-Effort-Ordering: Die Eingaberevolution. Wie lassen sich Bestell- und Preisdaten dort erfassen, wo sie entstehen, ohne manuelles Abtippen und ohne Medienbruch? Schafft eine radikale Vereinfachung der Datenerfassung.
- Growth Hub: Innovation und Teams beschleunigen. Wie können wir Informations- und Verwaltungsprozesse so automatisieren, dass neue Produkte und neue Teammitglieder sofort arbeitsfähig sind? Schafft reibungslose Übergänge.
(Bilder unten: Tim Hillemacher)











