Wieder einmal sei es gelungen, in unsteten Zeiten, echte und sehr hohe Stabilität zu beweisen, betonte GF Jochen Knorpp auf der Generalversammlung der BÄKO Mittelbaden. „Das war ein sehr vernünftiges Jahr“, blickte er zurück, „und man sieht, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. Dennoch arbeiten wir natürlich auch an uns, um künftigen Herausforderungen gut begegnen zu können.“ Dass es derer viele gibt, wurde bei den Wortbeiträgen der vielen Gastredner deutlich. Carsten Coenen, Verbandsprüfer des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, stellte heraus, die BÄKO als Genossenschaft habe beste Chancen – würden Genossenschaften heutzutage doch ganz besonders als „zukunftsfähige Organisationen mit echter Nähe zum Markt“ hervorstechen. LIM Fritz Trefzger rief zu mehr Zusammenhalt auf und ermunterte dazu, die positiven Entwicklungen im Bäckerhandwerk stärker nach Außen zu tragen. Stefan Körber, GF BIV Südwest, erläuterte mögliche politische Fallstricke, die es künftig zu beachten gebe und warnte die Betriebsinhaber eindringlich davor, Langzeitverträge mit Energieanbietern abzuschließen, die über 2027 hinausreichten – das könne am Ende hohe Kosten und Unflexibilität bedeuten. Über anziehende Preise und den Mut zur Veränderung sprach auch Jean-Pierre Nachtsheim, GF BÄKO Zentrale. Er gab einen kurzen Überblick über schwierige Erntesituationen – z.B. beim Obst und berichtete von den teils enormen Anstrengungen, die man bei der BÄKO unternehme, um trotz aufploppender Krisensituationen (Nah-Ost-Konflikt, Strafzölle, etc.) beste Ware zum besten Preis für die Bäcker zu bekommen.
Hausaufgaben gemacht
Hier immer gut aufgestellt zu sein ist auch oberste Maxime der BÄKO Mittelbaden. Darum wurden in 2024 die Vorräte erhöht (+4,6%), um absehbaren Preisentwicklungen begegnen zu können. Zukunftsgerichtet hat man darüber hinaus auch in eine neue PV-Anlage mit neuer Trafostation am Standort Offenburg investiert. Umgesetzt wurden 87,04 Mio. – der leichte Rückgang (–0,6%) sei dabei Betriebsschließungen und rückläufige Umsätze durch eine Verringerung der Öffnungszeiten geschuldet. Die Eigenkapitalquote liegt mit 54,8% auf dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang der Geschäftsguthaben sei durch die Stärkung der Rücklagen mehr als kompensiert worden. Und die Mitglieder profitieren u.a. von Ausschüttungen in Höhe von knapp 2%.
Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet, auch alle weiteren Vorschläge einhellig genehmigt – darunter etwa eine Neufassung der Formulierungen zur Höchstkreditgrenze. Mit besonderen Worten des Dankes wurde Friedbert Stiefel bedacht; der BM scheidet aufgrund der Altersgrenze nach vielen Jahren aus dem AR aus. Die turnusgemäß ausscheidenden AR Steffen Leonhardt und Markus Moser wurden in den AR wiedergewählt. Der AR hat nunmehr nur noch neun Mitglieder – dies halte man im Zuge des aktuell laufenden „Verjüngungsprozesses“ im AR für angemessen.
Weitblick beweisen
Jochen Knorpp gab auch einen umfangenden Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr und sämtliche Bewegungen in der Branche. Die wachsende Verschiebung der Backwarenumsätze zu LEH und Discounter, die aktuell zusätzlich noch massiv mit Werbung und Dumpingpreisen gepuscht werde, gelte es im Auge zu behalten. Es sei auch wichtig, sich neuen Entwicklungen zu öffnen – beispielsweise nannte er explizit die Produktentwicklung „ChoViva“ der BÄKO-Zentrale, die eine kosteneffiziente, nachhaltige und vielseitig einsetzbare Schokoladenalternative für das backende Handwerk darstelle. Bewusst habe man auch aktuell ein Seminar zu Ei-Alternativen ins Programm aufgenommen, um sich auch mit dieser Thematik stärker auseinandersetzen zu können. In den ersten drei Monaten in 2025 sei eine positive Entwicklung zu verzeichnen gewesen. Dennoch gehe man für das komplette Jahr gerechnet von einem niedrigeren Umsatz als noch 2024 aus. „Kaufen Sie viel und gerne bei Ihrer BÄKO“, betonte ARV Ulrich Bär, „damit wir uns auch im nächsten Jahr hier wieder mit einem sehr guten Jahresergebnis sehen.“
Bäcker-Power in der BÄKO Mittelbaden: Dass es bei allen Herausforderungen weiterhin sehr viel positive Dynamik gibt, zeigten Maxine Glutsch aus Karlsruhe (Bäckerei Glutsch) und Dominik Lehmann aus Gutach (Dorfbeck Gutach). Die beiden berichteten auf der GV von ihrem Wettkampf bei der Deutschen Meisterschaft der Bäckermeister 2025 – hier sicherten sie sich auf der iba den zweiten Platz.
Kennzahlen 2024
Umsatz: 87,04 Mio. Euro (–0,6%)
Bilanzgewinn: 204 Tsd. Euro
Eigenkapitalquote: 54,8%
Mitglieder: 247 (–24)










