on on on
Es war ein guter Austausch zwischen Dr. Friedemann Berg, Roland Ermer, Abteilungsleiterin Dr. Lahrssen-Wiederholt, Alois Rainer und Jürgen Hinkelmann.
© Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks
BÄKO-magazin Titel Ausgabe 4-26
AllgemeinZentralverband

Kritik schön verpackt

Zur aktuellen Brisanz rund um die Stollenverpackung deutlich Stellung bezogen hat der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks bei seinem Besuch bei Bundesminister Alois Rainer.

Mit freundschaftlichem Handschlag hat der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat den Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks jetzt zum Antrittsbesuch in seinem Büro empfangen. Roland Ermer, Präsident des Zentralverbands, nutzte die Gelegenheit, ihm ein wahrhaft symbolträchtiges Gastgeschenk zu überreichen – einen frischen Stollen. Denn der Stollen stand zugleich für ein brisantes Thema, dass die Backbranche aktuell bewegt: die Abgabepflicht für Folienverpackungen. Übrigens – diese wurde vom Bundesminister im Gespräch im Anschluss als absurd bezeichnet.

Der Zeitpunkt dieses Stollengeschenks war also durchaus bedeutend und so nutzte der Zentralverband das Kennenlernen gleich, um eine dringende Forderung vorzubringen: nach Widerruf der Entscheidung des Umweltbundesamtes, Folienverpackungen eines 750 Gramm-Stollens dem Einwegkunststofffondsgesetz zu unterwerfen. „Einen Christstollen regulatorisch wie einen Imbiss für unterwegs einzustufen, widerspricht den Konsumgewohnheiten“, stellte Präsident Ermer klar. Verpackungen müssten vielmehr nach der tatsächlichen Nutzung durch die Verbraucher bewertet werden. Bundesminister Alois Rainer bestätigte dies und sagte zu, sich dazu an das Bundesumweltministerium mit der Bitte zu wenden, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Ermer erläuterte dem Bundesminister: „Die Diskussion sorgt in unseren Betrieben für großen Unmut: Sie wertet hochwertige Traditionsstollen zu einem Snack to Go ab, bringt neue Bürokratiebelastungen mit sich und verursacht zusätzliche Kosten.“ Seinen Mitgliedsbetrieben hat der Zentralverband ein Musterschreiben zur Verfügung gestellt, um Widerspruch beim Umweltbundesamt einzureichen.

 

Deutlich Position bezogen

Präsident Ermer berichtete im Gespräch auch über den Frust der Verbände des Bäckerhandwerks und anderer Branchen über die EU-Entwaldungsverordnung und bestärkte Bundesminister Rainer darin, sich für eine weitere Verschiebung einzusetzen: „Dieses Drama muss beendet werden, damit unsere Betriebe endlich von den aufwändigen Nachweis- und Meldepflichten entlastet werden, die diese Verordnung vorsieht. Der Mittelstand benötigt praxisnahe Lösungen, um sich um seine Kernaufgaben kümmern zu können. Wir Bäcker wollen backen und nicht verwalten!“

Den Anliegen seiner Gäste stimmte Rainer zu und versicherte, sich den Forderungen anzunehmen, damit die EU-Entwaldungsverordnung um ein Jahr verschoben wird und nötige Korrekturen daran vorgenommen werden können. Darüber hinaus bekräftigte der Bundesminister, dass er sich für das Lebensmittelhandwerk in den kommenden Jahren stark machen werde.

PolitikVerpackung

Marktplatz Digital

Das könnte Sie auch interessieren

Das Bild zeigt eine Porträtaufnahme von Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.
Mann am Rednerpult
Das Bild zeigt eine Portraitaufnahme von Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.
Das Symbolbild zeigt ein Fernglas. Im Hintergrund ist ein Fenster zu sehen und ein nach oben steigendes Balkendiagramm.
Stephan Kopp, Staatsminister Albert Füracker und Günter Wagner stehen im Büro des Staatsministers und blicken wohlgestimmt in die Kamera.