on on on
©
BÄKO-magazin Titel E-Paper Ausgabe 6-26
AllgemeinZentralverband

Bedrohungslage und Rolle der Bäcker

Die tragende Rolle des backenden Handwerks in einer Krisensituation und die aktuelle Sichereheitslage mit hybriden Bedrohungen: Generalleutnant André Bodemann rief im Rahmen seiner Ausführungen auf der Mitgliederversammlung des ZV die Bäcker auf, sich hier gut aufzustellen.

Die Frühjahrs-Mitgliederversammlung des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks startete mit einem sehr ernsten Thema. In einem öffentlichen ersten Teil war Generalleutnant André Bodemann, ein hoher Repräsentant der Bundeswehr, zugegen, um über die veränderte Sicherheitslage in Deutschland zu sprechen – und die entscheidende Rolle des backenden Handwerks in Krisenzeiten. Seit Frühling 2025 ist Bodemann Stellvertreter des Befehlshabers des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr und Kommandeur Territoriale Aufgaben.

„Wir werden jeden Tag angegriffen“ – mit diesen ernsten Worten startete Generalleutnant Bodemann in seinen Vortrag. Wie gebannt folgten die Zentralverbandsmitglieder seinen Ausführungen zum Thema „Der Operationsplan Deutschland als gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Bei aller Ausgelassenheit und der Freude, die man am Vortag anlässlich des „Tag des Deutschen Brotes“ in Berlin in der Bäckerfamilie gespürt hatte  „nun müssen wir einmal ernst werden“, wie es Dr. Friedemann Berg auf den Punkt brachte. In Veranstaltungen des Lebensmittelverbands und des Dachverbandes ZDH war der Zentralverband in den letzten Wochen aufgerufen worden, das Thema mit der Bitte weiterzutragen, um die Branche dafür zu sensibilisieren und anzuregen, sich hiermit zu befassen.

Vorbereitet sein

Der Zentralverband hatte dieses ernste Thema bereits in der Vergangenheit durch die Veröffentlichung eines Merkblatts zum Thema „Vorsorgemaßnahmen für Betriebe in Zeiten veränderter Sicherheitslage“ angestoßen. Dabei geht es darum, die Betriebe und Organisation des backenden Handwerks für die veränderte Sicherheitslage zu sensibilisieren und Anregungen zu geben, was Betriebe tun können, um vorzusorgen und sich bestmöglich gegen leider in den Bereich des Möglichen gerückte Risikoszenarien wie Cyberattacken, langanhaltende Stromausfälle, aber auch Extremwetterereignisse usw. zu wappnen.

Die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland werde als eine Phase zwischen Frieden (0) und offenem Krieg (1) eingestuft, die durch hybride Bedrohungen gekennzeichnet sei, erläuterte Bodemann. Spionage- und Sabotageakte würden sich zunehmend häufen, hier sei eine klare Tendenz eines kontinuierlichen Anstiegs erkennbar. Deutschland sei hier als „Drehscheibe“ in einer sehr schwierigen Position. Der Fokus liege dabei auf der Abwehr von Angriffen unterhalb der Schwelle zum offenen militärischen Konflikt. Dazu zählen Cyberangriffe, Desinformation und Sabotage, die darauf abzielen, das System zu destabilisieren. Bodemann ordnete in seinen Ausführungen solche Fälle ein, einige davon waren durch die Medien publik geworden. Es gelte nun sich bis 2029 entsprechend aufzustellen. Neben dem geheimen Operationsplan Deutschland („unser Plan ist sehr konkret um das zu tun was zu tun ist“), gelte es nun sämtliche Weichen entsprechend zu stellen – dabei geht es um Verkehrsführungen, Brückenlager aber auch um die Logistik inklusive Verpflegung und Versorgung.

Sich stabil aufstellen

„Hier kommen Sie als backende Betriebe ins Spiel!“ Da man davon ausgehe, dass hinsichtlich der Lebensmittelversorgung industrielle Großbetriebe im Falle eines Angriffs zuerst zum Ziel werden würden, liege in der dezentralen Struktur des deutschen Bäckerhandwerks eine entscheidende Stärke. Und zwar hinsichtlich der Versorgung der Gesellschaft, aber auch hinsichtlich der Versorgung der Truppen. Die Betriebe seien bereits dazu aufgerufen hier wachsam zu sein, sich hier einerseits abzusichern – beispielsweise in Sachen Cybersicherheit – bzw. anderseits ihre Fühler hinsichtlich der Gesamtthematik auszustrecken, Kontakte zu knüpfen, sich stabil aufzustellen, etc. „Ihr großes Pfund für unsichere Zeiten ist das Vertrauen: In den ‚Bäcker an der Ecke‘ haben die Menschen Vertrauen und sie sind der Überzeugung, dass sie bei Ihnen Zuflucht finden, selbst wenn der größte Mist passiert…“.

PolitikSicherheit

Marktplatz Digital

Das könnte Sie auch interessieren

Das Symbolbild zeigt weiße Arbeitsschuhe eines Bäckers, dieser steht hinter einer Sicherheitsmarkierung vor einem Etagenbackofen.
BGN
Manuela Lohse, Andreas Kröber, OM Rico Uhlig und Andreas Wippler stehen mit zwei Körben voller frischer Backwaren vor dem Eingang des Stadtforums der Landeshauptstadt Dresden.
Bäckerpräsident und Kanzler mit Brotkorb
Staatsminister Albert Füracker trägt sich in das Verbandstagsbuch ein. An seiner Seite stehen LIM Günter Wagner und Bundesminister Alois Rainer.
Das Bild zeigt eine Porträtaufnahme von Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.